Pressemitteilung Nr. 025/2005
21. April 2005


Vereinbarung zwischen Æterna Zentaris und Universität Würzburg abgeschlossen


Umfangreiche Forschungszusammenarbeit auf dem Gebiet der Onkologie


Die Julius-Maximilians-Universität Würzburg und Æterna Zentaris Inc. . (TSX: AEZ; NASDAQ: AEZS) gaben heute den Beginn einer neuen Forschungszusammenarbeit bekannt, die sich die präklinische und frühe klinische Entwicklung von auf abgeschwächten bakteriellen Trägern basierenden Tumorimpfstoffen zum Ziel gesetzt hat. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit hat Æterna Zentaris außerdem Patentrechte von den Erfindern und der Universität erworben, die verschiedene Aspekte der immuntherapeutischen Ansätze zur Krebsbekämpfung sowie das bakterielle Tumor-Targeting (zielgerichtete Tumoransteuerung) abdecken.

Die Technologie, zu der sich Æterna Zentaris den Zugang gesichert hat, bedient sich der Fähigkeit von Bakterien, eine hochpotente Immunantwort auszulösen und durch die Expression spezifischer Tumorantigene in den Bakterien diese Antwort gegen Malignitäten zu richten. Potentiell verstärkt wird die Immunogenität des Impfstoffes noch dadurch, dass Bakterien in der Lage sind, Tumorgewebe zu besiedeln. Diese Eigenschaft der Bakterien wird weiterhin genutzt, um Substanzen, z.B. Proteine, in das Tumorgewebe zu transportieren, die dort in der Lage sind, nicht-toxische Vorstufensubstanzen (so genannte Pro-Drugs) in aktive Medikamente umzuwandeln. Der präklinische Nachweis für dieses Konzept wurde bereits in transgenen Tiermodellen erbracht und verschiedene Patente und Anmeldungen, auf die die Technologie gestützt wird, wurden nunmehr von Æterna Zentaris erworben.

Der Einsatz von Bakterienträgern in der therapeutischen Tumorimpfung und das Konzept des bakteriellen Tumor-Targeting wird im Rahmen der Kooperationsvereinbarung mit der Universität weiterentwickelt, an der namhafte Forscher wie Prof. Dr. Ulf R. Rapp und Prof. Dr. Werner Goebel beteiligt sind. Prof. Rapp, Vorstand des Instituts für Medizinische Strahlenkunde und Zellforschung an der Julius-Maximilians-Universität, ist anerkannter Experte für Zell- und Tumorbiologie. Prof. Rapp ist Entdecker des Raf-Proteins, dem eine Schlüsselfunktion bei der Entstehung von Krebs zukommt. Prof. Goebel, ein Pionier auf dem Gebiet von auf rekombinanten Bakterien basierenden Impfstoffen, ist Inhaber des Lehrstuhls für Mikrobiologie. Prof. Goebel hat zahlreiche wegweisende Arbeiten über bakterielle Virulenzfaktoren veröffentlicht.

"Die Verwendung rekombinanter Bakterien als Trojanische Pferde zur Bekämpfung bösartiger Tumore ist ein hoch attraktiver Ansatz für die zukünftige Krebstherapie. Die Zusammenarbeit mit Æterna Zentaris gibt uns die Möglichkeit, die Forschung auf diesem vielversprechenden Gebiet voranzutreiben", sagte Prof. Rapp. "Ein hervorragendes Beispiel für die erfolgreiche Verwertung von Forschungsergebnissen und den unverzichtbaren Beitrag der akademischen Forschung zum Innovationsprozess", freute sich Universitätskanzler Bruno Forster über den Abschluss der Verträge. "Es ist uns gelungen, die Expertise von hochkarätigen Forschern wie Prof. Rapp und Prof. Goebel und ihren Teams mit unserem Entwicklungsknow-how zu verknüpfen. Daraus ergibt sich für Æterna Zentaris eine einzigartige Stärke in der bakteriellen Tumorvakzintherapie", sagte Prof. Jürgen Engel, Chief Operating Officer (COE) der Æterna Zentaris und Vorsitzender der Geschäftsführung der Zentaris GmbH und fügte hinzu, "Die geplante enge Zusammenarbeit ist ein weiterer Beweis dafür, dass wir in der Lage sind, Universitätslaboratorien and deren führende Wissenschaftler, die anerkanntermaßen an der Spitze ihres jeweiligen Forschungsgebiets stehen, für uns zu gewinnen."

Gilles Gagnon, Präsident und CEO von Æterna Zentaris erklärte: "Die Erweiterung unserer bestehenden Technologieplattform in der Onkologie, die zukünftig über kleine Moleküle und anti-toxische Konjugate hinaus auch das Gebiet der Tumorimpfstoffe abdecken wird, ebnet für Æterna Zentaris den Weg, zu einem der führenden biopharmazeutisches Unternehmen im Kampf gegen den Krebs zu werden. Unser strategisches Ziel ist es, einen stetigen Fluss von innovativen Projekten im Bereich der Kernkompetenzen unseres Unternehmens zu sichern."

Æterna Zentaris Inc. ist ein biopharmazeutisches Unternehmen mit Schwerpunkt Onkologie und endokrine Therapie und besitzt erwiesene Fachkompetenz in der Entdeckung, Entwicklung und Kommerzialisierung von Arzneimitteln. Im Rahmen des breitgefächerten, 20 Produkte umfassenden Pipeline-Portfolios des Unternehmens werden fünf verschiedene therapeutische Ansätze effektiv verfolgt. Dazu zählen u.a. LHRH-Antagonisten und Signalübertragungshemmer. Der LHRH-Antagonist Cetrorelix ist gegenwärtig zur Anwendung in der In-vitro-Fertilisation unter dem Markennamen Cetrotide(r) zugelassen. Darüber hinaus befindet sich Cetrorelix in der Endphase der klinischen Entwicklung für die Behandlung von Endometriose und benigner Prostatahyperplasie (BPH). Der Signalübertragungshemmer Perifosin ist ein oral einzunehmender AKT-Hemmer, dessen Anwendung bei verschiedenen Krebsarten derzeit in mehreren klinischen Phase-II-Studien geprüft wird.

Æterna Zentaris besitzt 50,7% des Unternehmens Atrium Biotechnologies Inc. (ATB.sv), dem Marktführer in der Entwicklung, Herstellung and Kommerzialisierung von Mehrwertprodukten für die kosmetische, chemische, pharmazeutische und Nahrungsmittelindustrie.
Internet:www.aeternazentaris.com


Die Julius-Maximilians-Univeristät Würzburg bietet ihren derzeit über 18.000 Studierenden in zwölf Fakultäten ein traditionsbewusstes und zugleich zukunftsorientiertes Fächerspektrum an. Ein ausgewiesener Schwerpunkt der Forschung, der national und international Beachtung Anerkennung findet, liegt im Bereich der Biowissenschaften und speziell der Biomedizin.

Zum Schutz und zur Verwertung des aus der Forschung entstehenden geistigen Eigentums wurde im Jahr 2003 in der Zentralverwaltung der Universität das Stabsreferat Intellectual Property Management (IPM) eingerichtet.
Internet:www.uni-wuerzburg.de


Hinweis: Diese Pressemitteilung kann Prognosen, Schätzungen und Annahmen im Hinblick auf unternehmerische Pläne und Zielsetzungen, Produkte oder Dienstleistungen, zukünftige Ergebnisse oder diesen zugrunde liegende oder darauf bezogene Annahmen enthalten. Jede dieser in die Zukunft gerichteten Angaben unterliegt Risiken und Ungewissheiten, die nicht vorhersehbar sind und außerhalb des Kontrollbereichs der Æterna Zentaris Inc. liegen. Viele Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von denen abweichen, die in diesen zukunftsgerichteten Angaben enthalten sind. Hierzu zählen insbesondere: der Zeitpunkt und die Auswirkung der Maßnahmen von Behörden, die Ergebnisse klinischer Prüfungen, der relative Erfolg der Æterna Zentaris Inc im Hinblick auf die Entwicklung sowie die Marktakzeptanz jedweder neuer Produkte und die Wirksamkeit des Patentschutzes.

Kontakte

Æterna Zentaris

MediaRelations:PaulBurroughs,(418)652-8525ext.406,
paul.burroughs@aeternazentaris.com


InvestorRelations:GinetteVallières,(418)652-8525ext.265,
ginette.vallieres@aeternazentaris.com


Europe: Matthias Seeber, +49-69-42602-3425,
matthias.seeber@zentaris.com


Universität Würzburg

Institut für medizinische Strahlenkunde und Zellforschung: Prof. Dr. Ulf R. Rapp, +49-931-201- 45140,
rappur@mail.uni-wuerzburg.de


Lehrstuhl für Mikrobiologie: Prof. Dr. Werner Goebel, +49-931-888-4401,
goebel@biozentrum.uni-wuerzburg.de


Stabsreferat Intellectual Property Management (IPM). Markus Löffler, +49-931-31-2895,
,

http://www.uni-wuerzburg.de/zv/ipm

Anfragen an:   presse@zv.uni-wuerzburg.de

Zurück zur Übersicht

Universität Würzburg     Sanderring 2     97070 Würzburg     Tel. 0931/31-0