Pressemitteilung Nr. 081/2004
28. Oktober 2004


Präsident Prof. Haase: Immer mehr Studiengänge gelangen an ihre Kapazitätsgrenze


Uni Würzburg: Zahl der Fächer mit Zulassungsbeschränkung nimmt zu


Mit einer Steigerung um gut 300 Studierende oder 1,7 Prozent auf knapp 19.000 Studierende ist die Universität Würzburg auch zu diesem Wintersemester wieder ein Stück gewachsen. Erstmals seit mehreren Jahren ist allerdings die Zahl der Erstsemester mit einem Minus von etwas über acht Prozent von 4.407 Studierenden im Wintersemester 2003/04 auf 4.045 Erstsemester in diesem Wintersemester zurückgegangen.

Vor der Presse gab Universitätspräsident Prof. Dr. Axel Haase als Grund für diese Entwicklung an, dass die Universität - wie andere auch - in mehr und mehr Fächern an ihre Kapazitätsgrenzen angelangt sei: "Die Zahl der Studierenden ist in den letzten Jahren permanent gestiegen, dagegen ist die Zahl der Professoren und wissenschaftlichen Mitarbeiter nicht größer geworden, sondern wird geringer".

Insgesamt haben sich in diesem Wintersemester 7.451 Studieninteressierte auf nur 1.790 Studienplätze in den mit einem Numerus Clausus versehen 29 Studienfächer beworben. Im Vorjahr bewarben sich 5.842 für 1.402 zulassungsbeschränkte Studienplätze in nur 18 Studienfächern. Für das jetzige Wintersemester sind die Zulassungsbeschränkungen u. a. für Fächer wie Diplompädagogik, Sozialpädagogik, Volkswirtschaft oder Informatik für Lehrfächer eingeführt worden, die allein schon zusammen im Vergleich zum Vorjahr über 400 Studierendwillige in Würzburg nicht zum Zuge kommen ließen.

Präsident Haase sagte weiter, allein die Erhöhung des Leherdeputats der Dozenten führe nicht dazu, dass sehr viel mehr Studierende aufgenommen werden können: "Wir benötigen auch mehr Räume, mehr Labor- und Praktikumsplätze". Wenn, so der Präsident, auch nicht jeder Studienbewerber schon ein potentieller Student für Würzburg sei - viele bewerben sich an mehreren Hochschulen - , seien die Zahlen doch Indiz dafür, dass viele wegen der Zulassungsbeschränkungen nicht aufgenommen werden könnten.

Diese Entwicklung der Anfängerzahlen, so der Präsident, müsse "mit großer Sorge betrachtet werden, weil wir zunehmend einem höheren Prozentsatz der Abiturientenjahrgänge nicht mehr eine Hochschulausbildung angedeihen lassen können, die eigentlich notwendig ist". Auch die zunehmend Einführung von im Vergleich zu den bisherigen Diplom- oder Magisterabschlüssen personalaufwendigeren Bachelor- und Masterstudiengänge führe dazu, "dass immer mehr Studierwillige vor den Türen der Hochschulen bleiben müssen, wenn die Ressourcen der Hochschulen nicht verbessert werden.

Würzburg bleibe trotzdem ein "hochattraktiver" Studienort, weil erfolgreiche Spitzenforschung in vielen Fächern, gute Kontakte zwischen Studierenden und Dozenten insbesondere in den höheren Semestern sowie kurze Studienzeiten eindeutige Vorteile für die Studierenden seien. Kurze Studienzeiten führten auch bei einer Einführung von Studiengebühren zu finanziellen Vorteilen, ebenso wie die günstigen Lebenshaltungskosten in der Stadt.

Zum Beginn der Vorlesungszeit am 18. Oktober waren in Würzburg 18.959 Studierenden (Vorjahr 18.650) immatrikuliert. Der Frauenanteil beträgt nun fast 56 Prozent (Vorjahr 55 Prozent). Damit gibt es an der Würzburger Uni zurzeit 10.543 Studentinnen und 8.416 Studenten. Nach den noch vorläufigen Zahlen sind insgesamt 2.931 Studierende zu verzeichnen, die sich in Würzburg erstmals überhaupt an einer Hochschule eingeschrieben haben (Vorjahr 3.208).

Zusätzlich zu den erstmals Immatrikulierten gibt es an der Uni Würzburg in diesem Winter 1.114 weitere Studienanfänger. Dabei handelt es sich um junge Leute, die einen Studiengang zwar neu beginnen, aber schon vorher an einer Hochschule für einen anderen Studiengang eingeschrieben waren. Insgesamt ergibt sich so die Zahl von 4.045 Studierenden im ersten Fachsemester.

Die Zahl der ausländischen Studierenden hat sich mit derzeit 1.701 im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert. 1.023 davon sind Frauen, 678 Männer. Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl ausländischer Studierender um ein knappes Prozent gewachsen. Der Gesamt-Ausländeranteil beträgt knapp neun Prozent.

Während in den Philosophischen Fakultäten die Zahl der Studierenden insgesamt ebenso wie in der Mathematik und Physik zugenommen hat, können die Biologen sich bei einem Minus von sieben Prozent bei den Anfängerzahlen insgesamt noch knapp halten, während in der Chemie und Pharmazie ein leichter Rückgang der Studierenden um 2,4 Prozent zu verzeichnen ist.

Den stärksten Einbruch verzeichnen die Wirtschaftswissenschaftler, deren Anfängerzahl von 577 (Vorjahr) auf 355 oder um knapp 40 Prozent fiel und damit auch die Gesamtzahl der Studierenden von 2.006 (Vorjahre) auf 1.777 sinken ließ. Zurückzuführen ist diese Entwicklung auf die reduzierte Zahl der Studienplätze bei den Diplombetriebswirten von 226 (Vorjahr) auf 166 und die Einführung einer Studienbeschränkung in der Volkswirtschaftslehre auf 150 Plätze. Mehr als doppelt so viele haben sich dafür beworben.

In der gesamtbayerischen Entwicklung zeichnet sich nach den vorläufigen Zahlen entsprechend einer Mitteilung des Wissenschaftsministeriums an den staatlichen Hochschulen zum Wintersemester 2004/2005 eine Zahl von rund 251.000 Studentinnen und Studenten ab. Das seien 2,5 Prozent mehr als im Vorjahr (Wintersemester 2003/2004: 245.000 Studenten). Davon entfielen u. a. rund 174.800 Studierende auf die Universitäten Bayerns und rund 72.000 Studierende auf die bayerischen Fachhochschulen. An den bayerischen Hochschulen hätten sich in diesem Wintersemester 46.625 Studienanfängerinnen und Studienanfänger neu eingeschrieben, 0,4 Prozent mehr als im Vorjahr; damit stabilisiere sich nach der extremen Steigerung des Vorjahrs um über sechs Prozent diese Zahl auf sehr hohem Niveau.

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