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16. September 2004 Immer mehr Menschen leben mit einer Herzmuskelschwäche. Das liegt zum einen an den verbesserten Behandlungsmethoden, zum anderen daran, dass der Anteil älterer Menschen immer größer wird. Doch die Überlebenschancen der Betroffenen sind nach wie vor schlecht. Bieten Stammzellen hier neue Möglichkeiten? Verbessert die "Integrierte Versorgung" Überleben und Lebensqualität der Betroffenen? Unter anderem werden diese Fragen auf dem "Dreiländertreffen Herzinsuffizienz 2004" in Würzburg diskutiert. In diesem Jahr findet dieser wichtige und vielbeachtete, von Deutschen, Österreichischen und Schweizer Wissenschaftlern gemeinsam ausgerichtete Kongress zum ersten Mal in Würzburg statt. Die Leitung vor Ort liegt in den Händen der in den beiden Medizinischen Universitätskliniken tätigen Würzburger Herzspezialisten Georg Ertl und Christiane Angermann. Vom 23. bis 25. September 2004 werden rund 400 Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz im Kongresszentrum erwartet. Im Rahmen der Veranstaltung findet am 25. September von 10.00 bis 13.00 Uhr gemeinsam mit der Deutschen Herzstiftung an gleicher Stelle auch das Herzseminar "Herz in Gefahr?! Herzschwäche" für betroffene Patienten und Angehörige statt. In Deutschland leiden mehr als zwei Millionen Patienten an einer Herzschwäche. Dazu komme, so Angermann und Ertl, eine Dunkelziffer mindestens in derselben Größenordung. In Industrienationen stelle Herzschwäche zudem die bei weitem häufigste Todesursache dar. Vor diesem Hintergrund ist die Thematik der Veranstaltung auch von höchster gesundheitspolitischer Relevanz. Das "Interdisziplinäre Netzwerk Herzinsuffizienz" des Würzburger Herz-Kreislaufzentrums nimmt in der integrierten Versorgung von Menschen mit Herzschwäche in Deutschland eine Spitzenstellung ein. Innovative Betreuungskonzepte durch spezialisiertes ärztliches und Pflegepersonal bessern Lebensqualität und Langzeitüberleben von betroffenen Patientinnen und Patienten der Region. Die Herzschwäche entsteht oft nach einem Infarkt. Dabei stirbt Gewebe ab, der Herzmuskel verliert an Kraft. Hier richten sich einige Hoffnungen auf Stammzellen, weil sie neues Gewebe bilden und die Schäden vielleicht reparieren können. Doch es gibt auch Stimmen, die vor Komplikationen warnen. Die Frage, ob Stammzellen schon reif für die Anwendung in der Klinik sind, ist umstritten. Das internationale "Dreiländertreffen Herzinsuffizienz" steht unter der Schirmherrschaft der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, Herz- und Kreislaufforschung, der Arbeitsgruppen Herzinsuffizienz der Österreichischen und Schweizer Kardiologischen Gesellschaften und dieses Jahr erstmals auch des Kompetenznetzes Herzinsuffizienz. Es nimmt alljährlich eine Standortbestimmung vor, gedacht als deutschsprachige Ergänzung des Kongresses der Arbeitsgruppe Herzinsuffizienz der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie. Alle Aspekte der Herzinsuffizienz von der molekularen und genetischen Grundlagenforschung über diagnostische und therapeutische Neuigkeiten bis hin zu psychosomatischen Aspekten und zur Versorgungsforschung werden durch international renommierte und ausgewiesene Experten behandelt. Bei der Tagung in Würzburg werden unter vielen anderen diese Themen aufgegriffen. Das Programm steht im Internet: Weitere Informationen: Prof. Dr. Christiane Angermann, T (0931) 201-70460, Fax (0931) 201-71240, E-Mail: Anfragen an: presse@zv.uni-wuerzburg.de |
