Pressemitteilung Nr. 010/2004 27. Februar 2004
Öffentlicher Vortrag am Montag im Congress Centrum
Deutscher Krebspreis für den Würzburger Wissenschaftler Jürgen Becker
Der Deutsche Krebspreis wird heute abend (Freitag, 27. Februar) in Berlin an Professor Jürgen Becker (39) von der Klinik für Haut- und Geschlechtskrankheiten der Uni Würzburg verliehen. Damit werden seine Arbeiten zur Bekämpfung des Schwarzen Hautkrebses gewürdigt.
Der Preisträger wird am Montag, 1. März, einen öffentlichen Vortrag über seine Arbeit halten, und zwar um 19.30 Uhr im Congress Centrum in Würzburg. Thema: "Zukunftsvision Immuntherapie: Neue Behandlungsformen gegen den Schwarzen Hautkrebs?" Auf allgemein verständliche Weise will Becker von den Versuchen berichten, dem Immunsystem der Patienten im Kampf gegen den Krebs die entscheidende Unterstützung zu geben und daraus eine neue Therapie zu entwickeln. Der Zutritt zu seinem Vortrag ist frei.
Den Deutschen Krebspreis bekommt Becker auf dem Deutschen Krebskongress in Berlin verliehen. Die Auszeichnung überreichen der Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft, Klaus Höffken, die Präsidentin der Deutschen Krebshilfe, Dagmar Schipanski, und die Präsidentin der Deutschen Schmerzliga, Marianne Koch.
Seinen Vortrag in Würzburg hält Becker im Rahmen der internationalen Konferenz "Strategies for Immune Therapy" (Strategien für die Immuntherapie), die vom 29. Februar bis 3. März in Würzburg stattfindet. Die Immuntherapie zielt mit dem Prinzip der Impfung darauf ab, das Immunsystem auf bestimmte Erkrankungen vorzubereiten, so dass diese gar nicht erst ausbrechen. Alternativ sucht man nach Wegen, eine bereits ausgebrochene Krankheit durch eine Verstärkung des Immunsystems effektiver zu bekämpfen. All das ist möglich, weil das Immunsystem des Menschen das beste Verteidigungs-Arsenal gegen Krankheiten aller Art bereit hält. Gelegentlich aber unterlaufen oder überwältigen Infektionserreger oder Krebszellen dieses Bollwerk.
Gegenwärtig gibt es weltweit allein für Krebs über 400 klinische Studien mit immuntherapeutischen Ansätzen. 60 davon befinden sich in der entscheidenden Phase III, wie die Veranstalter der Konferenz mitteilen. Schon heute seien zum Beispiel monoklonale Antikörper fester Bestandteil bei der Therapie verschiedener Krebsarten.
Die Veranstalter, der Verein BioMedTec Franken und der Bayerische Forschungsverbund "forimmun", erwarten im Congress Centrum Würzburg an die 300 Teilnehmer aus zwölf Ländern. Die Tagung wird Wissenschaftler aus Universitäten, Forschungseinrichtungen und der Industrie zusammenbringen, um neue Ansatzpunkte zu diskutieren und Kooperationen anzuregen. Es geht beispielsweise darum, bessere Trägersysteme für Impfungen zu erproben oder darum, wie man den Tricks von Krebszellen begegnen kann, mit denen diese dem Immunsystem entkommen.
In Franken hat sich im Bereich der Immuntherapie wissenschaftlich und wirtschaftlich ein Schwerpunkt herausgebildet, wie er sich beispielsweise im Bayerischen Forschungsverbund "forimmun" und weiteren thematisch einschlägigen Forschungseinrichtungen an den Universitäten Würzburg und Erlangen äußert. Ein spezielles Symposium "Biotechnology for Immune Therapy", das im Rahmen der Konferenz stattfindet, soll jungen Unternehmen aus der Region (Merix Germany GmbH, OncoMab GmbH, Responsif GmbH, TeGenero AG, TheraImmune GmbH) die Möglichkeit bieten, ihre immuntherapeutischen Entwicklungen zu präsentieren.
Weitere Informationen: Dr. Stephan Schröder-Köhne, BioMedTec Franken, T (0931) 299 8875, Fax (0931) 299 8894, E-Mail und Internet:
ssk@biomedtec-franken.de
http://www.immune-therapy.de/
Anfragen an: presse@zv.uni-wuerzburg.de
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