Gebühren für ein Zweitstudium


Studierende, die ein Zweitstudium absolvieren, müssen zum Sommersemester erstmals grundsätzlich eine Studiengebühr von 1.000 Mark pro Semester entrichten. Universitätspräsident Prof. Dr. Theodor Berchem hat in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, daß die von der Universität zu treffenden Entscheidungen über Befreiungen von der Gebühr aus "wichtigen beruflichen Gründen", wie dies in der entsprechenden Verordnung vorgesehen ist, "ziemlich kompliziert" sei.

    Wissenschaftsminister Hans Zehetmair hat zum Inkrafttreten der entsprechenden Verordnung zum 1. Januar laut einer Pressemitteilung seines Ministeriums erklärt, Bayern verzichte auch beim Zweitstudium in zahlreichen Fällen auf Studiengebühren: "Die Ausnahmeregelungen zeigen, dass die Befürchtungen hinsichtlich der Gebühren für ein Zweitstudium unbegründet waren. Studierende, die aus wichtigen beruflichen Gründen ein zweites Studium absolvieren, werden auch weiter von Gebühren nicht betroffen sein".

    Aufgrund der Vorgaben des zum 1. August 1998 geänderten Bayerischen Hochschulgesetzes muß auch die Universität Würzburg von Studierenden, die nach einem in der Bundesrepublik Deutschland abgeschlossenen Hochschulstudium ein zweites oder weiteres Studium absolvieren, künftig Studiengebühren von 1.000 Mark pro Semester erheben. Eine Übergangsregelung für bereits immatrikulierte Zweitstudenten besteht nicht. Als Zweitstudium gilt nicht ein Promotions-, Zusatz-, Ergänzungs-, Erweiterungs- oder Aufbaustudium sowie ein Studium, das auf einen Bachelor- oder Bakkalaureusgrad aufbaut und zu einem weiteren berufsqualifizierenden Abschluß führt.

    Das Studium zählt zum Zeitpunkt der erstmaligen Bekanntgabe des Prüfungsergebnisses, spätestens aber mit der Aushändigung des Prüfungszeugnisses als abgeschlossen. Ab diesem Zeitpunkt sind grundsätzlich Gebühren fällig, falls unmittelbar ein Zweitstudium aufgenommen wird. Dies gilt auch für den Fall eines bisherigen Doppelstudiums, da der nicht abgeschlossene Studiengang hiermit sofort zum Zweitstudium wird.

Gebührenbefreiung bis 12. Februar beantragen

    Eine Gebührenermäßigung aus sozialen oder finanziellen Gründen ist nicht vorgesehen. In bestimmten Fällen wird jedoch von der Erhebung der Gebühr abgesehen: Entsprechende formlose Anträge sind bis Freitag, 12. Februar, bei der Abteilung II (Studium und Lehre) der Zentralverwaltung zu stellen. Da die Gebühr bereits bei der Rückmeldung bzw. Immatrikulation fällig wird, können Zweitstudierende sich erst dann rückmelden bzw. immatrikulieren, wenn über ihren Antrag auf Gebührenbefreiung entschieden ist. Aus diesem Grund wird die Rückmeldefrist für diesen Personenkreis für das Sommersemester bis Ende März 1999 verlängert.

Wer muß keine Gebühr bezahlen?

    In folgenden Fällen wird laut Verordnung auf Antrag hin von der Erhebung einer Gebühr abgesehen:
  • Wenn ein Beruf angestrebt wird, der nur mit zwei abgeschlossenen Studiengängen ausgeübt werden kann. Dies gilt insbesondere für Kieferchirurgen (Medizin und Zahnmedizin), Ordensgeistliche (Katholische Theologie und Lehramt) sowie Sanitätsoffiziersanwärter der Bundeswehr (Pharmazie und Lebensmittelchemie).
  • Wenn das Zweitstudium aus "wichtigen beruflichen Gründen" absolviert wird. Solche Gründe werden im Einzelfall durch die Abteilung Studium und Lehre der Zentralverwaltung geprüft. Wichtige berufliche Gründe können dann berücksichtigt werden, wenn sie individuell begründet sind, eine konkrete Berufsabsicht enthalten und beide Studiengänge in engem Zusammenhang stehen und für den angestrebten Beruf erforderlich sind.
  • Wenn der Studierende erst mit dem Abschluß des Fachhochschulstudiums die Qualifikation für das Zweitstudium erworben hat.
  • Wenn der Student beurlaubt ist.

Stellungnahme der Studierendenvertretung

    Die Studierendenvertretung der Universität Würzburg hält Gebühren für ein Zweitstudium grundsätzlich für falsch: "Damit werden nicht nur die sogenannten Scheinstudenten bestraft, sondern ebenso die große Zahl derer, für die ein zweiter Studienabschluß sinnvoll, wenn nicht sogar notwendig ist, weil er ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt erheblich verbessert", heißt es in einer Stellungnahme des Sprecherrats. Und weiter: "Besonders ungerecht finden wird, daß die Gebühren ohne jede Übergangsregelung eingeführt werden und so mehrheitlich Studierende betroffen sind, die ihre Entscheidung für ein Zweitstudium zu einem Zeitpunkt getroffen haben, als Studiengebühren noch nicht abzusehen waren." Der Sprecherrat hält die Gebühren für einen weiteren Schritt zum sozialen Numerus clausus, "indem man es einkommensschwachen Studierenden unmöglich macht, eine Qualifikation zu erwerben, die ihnen realistische Chancen auf eine Anstellung eröffnet."

Änderungen für das Promotionsstudium

    Nach den Vorgaben des Bayerischen Hochschulgesetzes vom 1. August 1998 sollen Promotionsstudierende exmatrikuliert werden, wenn sie nicht mehr promovieren, spätestens aber drei Jahre nach der Immatrikulation für das Promotionsstudium. Dies wird künftig automatisch geschehen, es sei denn, daß bei der Rückmeldung für das siebte Promotionssemester eine weitere Immatrikulation beantragt und begründet wird. Dem Antrag soll eine Bestätigung des Betreuers bzw. der Betreuerin beiliegen, in der eine weitere Immatrikulation aus wissenschaftlichen Gründen befürwortet wird. In der Bestätigung soll auch der Zeitpunkt genannt sein, zu dem das Promotionsverfahren voraussichtlich abgeschlossen sein wird.

    Auskünfte zu den Neuregelungen erteilt die Studentenkanzlei der Universität (T 31-2247, 31-2167).



Ehrendoktor für Prof. Dr. Gottfried Landwehr


Erneut hat der Würzburger Physiker Prof. Dr. Gottfried Landwehr die Doktorwürde ehrenhalber verliehen bekommen - diesmal von der französischen Universität Joseph Fourier (Grenoble).

    Gottfried Landwehr erhielt die Auszeichnung Mitte Dezember während einer Feierstunde in Grenoble. Erst im Juni 1998 war er mit der Ehrendoktorwürde der Universität Gießen geehrt worden; als weitere Anerkennung seiner Leistungen folgte im Juli der Bayerische Verdienstorden.

    Prof. Guy Aubert, früherer Generaldirektor des "Centre National de la Recherche Scientifique" (CNRS), in Frankreich eine Art Max Planck-Gesellschaft, hielt die Laudatio. Darin hob er hervor, daß der Würzburger Wissenschaftler einer der herausragenden internationalen Experten der Halbleiterphysik sei. Es sei ihm in der vergangenen Dekade gelungen, sein Labor im Physikalischen Institut der Universität Würzburg zu einem renommierten Forschungszentrum im Bereich der II-VI-Halbleiter zu entwickeln, vor allem bezüglich des Anwendungsgebiets der blauen Laser. Diese Anstrengungen seien unter anderem durch die Einrichtung eines Sonderforschungsbereichs gewürdigt worden.

    Gottfried Landwehr, 1929 in Osnabrück geboren, studierte Physik in Karlsruhe. Nach dem Diplom trat er 1953 in das Laboratorium für Druckmessung der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig ein. An der dortigen Technischen Universität wurde er 1956 promoviert. Seitdem erforschte er Halbleiter, insbesondere in hohen Magnetfeldern und bei tiefen Temperaturen, wobei seine Tätigkeit wesentlich von einem Forschungsaufenthalt an der University of Illinois in den USA geprägt war. Nach der Habilitation 1964 leitete der Physiker vier Jahre lang das Präsidiallaboratorium der PTB und beschäftigte sich speziell mit den elektronischen Eigenschaften der damals besonders aktuellen Halbleiter Germanium, Tellur, Indiumantimonid und Wismuttellurid.

    1968 wurde Prof. Landwehr auf den Lehrstuhl für Experimentelle Physik III der Universität Würzburg berufen. Der Schwerpunkt der Aktivitäten wurde auf die Erforschung der Eigenschaften von zweidimensionalen elektronischen Systemen verlegt. Dies führte schließlich zur Entdeckung des Quanten-Hall-Effektes durch Klaus von Klitzing. Zwischen 1978 und 1983 war Prof. Landwehr beurlaubt und leitete das Hochfeldmagnetlabor Grenoble, eine Zweigstelle des Max Planck-Instituts für Festkörperforschung in Stuttgart, das gemeinsam mit dem SNCI (Service National des Champs Intenses) betrieben wurde. In seiner Laudatio erwähnte Prof. Aubert, seinerzeit Direktor des SNCI, daß Klaus von Klitzing seine später mit dem Nobelpreis bedachte Entdeckung nur in einem Forschungsklima machen konnte, wie es sein Lehrer Gottfried Landwehr in Würzburg geschaffen hatte. Das ausschlaggebende Experiment für Klitzings Entdeckung sei 1980 im Hochmagnetfeld-Labor in Grenoble durchgeführt worden.

    II-VI-Halbleiter werden auch an der Universität Joseph Fourier in Grenoble erforscht. Dadurch ergaben sich in den vergangenen Jahren enge wissenschaftliche Kontakte mit Prof. Landwehr. Dieser ist zudem Koordinator eines ERASMUS-Programms, das es Würzburger Physikstudenten ermöglicht, ein Jahr in Grenoble zu studieren und die Maitrise zu erwerben.

    Der Würzburger Physiker war viele Jahre lang Mitglied des Senatsausschusses "Sonderforschungsbereiche" der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und des Kuratoriums der Volkswagenstiftung sowie Sprecher des Bayerischen Forschungsverbundes "Neue Bauelemente für die Informationstechnik (FOROPTO)". Er gehört der Russischen und der Bayerischen Akademie der Wissenschaften sowie dem Kuratorium der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt an und ist Ehrenmitglied des A.F. Ioffe Instituts der Russischen Akademie der Wissenschaften in St. Petersburg.



Stipendiaten des DAAD trafen sich


Viele Würzburger Stipendiaten des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) kannten ihren Stipendiengeber bislang nur vom Briefwechsel oder von Telefongesprächen. Am Freitag hatten sie bei einem Treffen die Möglichkeit, auch persönliche Kontakte zu Mitarbeitern des DAAD zu knüpfen.

    An der Universität Würzburg werden derzeit 59 Stipendiatinnen und Stipendiaten vom DAAD gefördert. Sie kommen aus 34 Ländern, vorrangig aus West-, Mittel-, Süd- und Osteuropa sowie Asien. Am stärksten vertreten sind Indonesien und China mit je zehn Stipendiaten, gefolgt von Ländern der Russischen Föderation, Polen und Weißrußland mit je sieben Stipendiaten.

    Sie studieren vor allem als Jahresstipendiaten beziehungsweise als Promovenden, wobei die Studienfächer Germanistik/Deutsch als Fremdsprache sowie die Naturwissenschaften allgemein, insbesondere Physik, Chemie und Pharmazie, die vorderen Plätze in der Beliebtheitsskala einnehmen.

    Bei dem Treffen, das der DAAD in Würzburg veranstaltete, wurden die Stipendiaten zunächst im Senatssaal der Universität am Sanderring über die Arbeit ihres Stipendiengebers informiert. Der DAAD, eine gemeinsame Einrichtung der deutschen Hochschulen, hat die Aufgabe, die Hochschulbeziehungen mit dem Ausland vor allem durch den Austausch von Studierenden, Graduierten und Wissenschaftlern zu fördern. Nach dieser Vorstellung des DAAD konnten die Stipendiaten allgemeine Fragen und Probleme zur Sprache bringen. Das Treffen wurde dann mit einem Empfang im Bürgerspital fortgesetzt, wo sich auch Universitätspräsident Prof. Dr. Theodor Berchem, der gleichzeitig Präsident des DAAD ist, im Kreis der Stipendiaten einfand.

    Außer den Stipendiaten waren zu diesem Treffen Mitglieder des DAAD-Freundeskreises aus der Region Würzburg, Mitglieder der DAAD-Auswahlkommission, Vertreter der Hochschule und der Studierenden sowie wissenschaftliche Betreuer der Stipendiaten eingeladen.



Hochschullehrer-Austausch mit der Universität Caen


Die Partnerschaft der Universitäten Würzburg und Caen lebt von regelmäßigen Kontakten. Hochschullehrer, die 1999 einen französischen Kollegen nach Würzburg einladen wollen oder selbst an einer Vortragsreise nach Caen interessiert sind, müssen sich möglichst bis Ende Januar an Prof. Dr. Herbert Voßmerbäumer wenden.

    Prof. Voßmerbäumer ist Vorsitzender der "Kommission für den Austausch mit der Universität Caen". Diese koordiniert alle Kontakte, wobei sie tatkräftig vom Akademischen Auslandsamt unterstützt wird. Im einzelnen sollten Name, Fach und Dienstadresse des einzuladenden bzw. einladenden französischen Kollegen und möglichst der vorgesehene Besuchs- oder Reisemonat angegeben werden. Nach dem 31. Januar eingehende Anträge können nur nach Maßgabe noch vorhandener Mittel berücksichtigt werden.

    Vorbehaltlich der Bereitstellung von Haushaltsmitteln kann die Caen-Kommission bei Besuchen französischer Kollegen ein pauschales Vortragshonorar von 500 Mark ankündigen. Die Reisekosten übernimmt die Universität Caen. Bei Fahrten nach Caen zahlt die Universität Würzburg die Reisekosten 2. Klasse, wobei die Benutzung der Bahncard erwünscht ist. In Caen trägt die Partner-Universität die Aufenthaltskosten.

    Die Erfahrung lehre, so Prof. Voßmerbäumer, daß der Hochschullehrer-Austausch aus Haushaltsgründen nicht vor März eingeplant werden sollte. Andererseits bestehe bei zu spät terminierten Vereinbarungen die Gefahr, daß unerwartete Absagen zum Verlust von Restmitteln führen.

    Weitere Informationen: Prof. Dr. Herbert Voßmerbäumer, T 31-2567 bzw. 31-2561 (vormittags), Fax 31-2376 oder 31-2378, E-Mail:
vbgeol@geologie.uni-wuerzburg.de




Sportzentrum hatte beim Turnier die besten Kicker


Kurz vor Weihnachten sind fußballbegeisterte Beschäftigte der Universität bei einem Hallenturnier im Sportzentrum gegeneinander angetreten. Die Mannschaft des Sportzentrums stand am Ende oben auf dem Siegertreppchen, gefolgt von den Teams der Zentralverwaltung und der Universitätsbibliothek.

    Ein solches Hallenfußballturnier, ausgerichtet vom Sportzentrum der Universität, fand erstmals statt. Von der Resonanz waren die Veranstalter sehr erfreut: In der Vorrunde standen sich in zwei Gruppen je vier Mannschaften gegenüber, wobei zunächst jeder gegen jeden spielte. Dieser Wettkampf war keineswegs als geschlossene Männerrunde gedacht, und so fand sich unter den Balltretern immerhin eine Frau ein, und zwar im Team der Unfallchirurgie.

    Im Verlauf der Vorrunde kristallisierten sich die Mannschaften vom Technischen Betrieb des Klinikums, von der Uni-Bibliothek, der Zentralverwaltung und vom Sportzentrum als die stärksten Teams heraus, die sich dann auch im Halbfinale gegenüberstanden. Im Endspiel trafen die Kicker vom Sportzentrum auf die Mannschaft der Zentralverwaltung. Von den Leistungen her waren die Spiele um die Plätze drei und eins derart ausgeglichen, daß sie jeweils erst im Siebenmeter-Schießen entschieden werden konnten.

    Der Endstand: 1. Sportzentrum, 2. Zentralverwaltung, 3. Universitätsbibliothek, 4. Technischer Betrieb des Klinikums, 5. Unfallchirurgie, 6. Technischer Betrieb Hubland, 7. Physikalische Chemie, 8. Rechenzentrum.

    Das Turnier sei von einer sehr freundlichen Atmosphäre gekennzeichnet gewesen, wie die Veranstalter mitteilen. Die bei Hallenturnieren üblichen und weit verbreiteten Frotzeleien hätten völlig gefehlt, was der Idee des Ausrichters, ein "vergnügliches Sporttreiben" zu veranstalten, entgegengekommen sei. Nicht zuletzt deshalb soll das Turnier im Rahmen des breitensportlich orientierten Wettkampfprogrammes künftig in den Wettkampfkalender des Sportzentrums Eingang finden.



Musik im Gespräch: Italiener in Franken


Nicht nur an Tiepolos Fresken in der Würzburger Residenz zeigt sich das Wirken italienischer Künstler im fränkischen Raum. Daß hier auch etliche Musiker aus dem Land jenseits der Alpen tätig waren, will ein Gesprächskonzert an der Universität Würzburg deutlich machen.

    "Es scheinet Italien das Magazin zu seyn, welches gantz Europa mit Capellmeistern, Castraten, Sängerinnen und anderen Virtuosen fournieret" (J. Ch. Nemeitz, Nachlese besonderer Nachrichten aus Italien). Diese Feststellung aus dem Jahr 1726 gilt auch für Franken, wo beispielsweise die Musiker Fortunato Chelleri, Giovanni Bassani, Giovanni Benedetto Platti und Giuseppe Torelli wirkten. Mit Anna Bon war sogar eine Komponistin hier tätig.

    Das Gesprächskonzert mit dem Titel "'... neue leuthe aus Italien ...'. Italienische Musiker an Höfen des fränkischen Raums" beginnt am Freitag, 29. Januar, um 19.30 Uhr im Toscanasaal der Residenz und wird vom Institut für Musikwissenschaft veranstaltet. Der Eintritt ist frei. Die Moderation liegt in den Händen von Dr. Frohmut Dangel-Hofmann, das "residenz ensemble würzburg" spielt auf authentischen Instrumenten: Mechthild Kohler-Röckl (Traverso), Monika Herr (Violine), Ursula Lindner (Violoncello), Eva-Ruthild Schneider (Cembalo).



Seminar: Existenzgründung aus Hochschulen


Zwei Referenten von der Fraunhofer-Patentstelle sind in dieser Woche zu Gast bei der Seminar- und Workshopreihe des Universitätsbundes Würzburg und der Fakultät für Biologie, die sich an potentielle Existenzgründer aus der Hochschule richtet.

    Die Veranstaltung beginnt am Freitag, 22. Januar, um 14.30 Uhr im Hörsaal A 101 des Biozentrums am Hubland. Die Referenten von der Münchener "Fraunhofer-Patentstelle für die Deutsche Forschung" werden sich mit folgenden Themen befassen: Dr. Helmut Schubert, Leiter der Patentabteilung, spricht über "Gewerbliche Schutzrechte und Patentschutz - Einführung, Anwendung, Ablauf, Kosten, Zweck, Nutzen". Anschließend referiert Dr. Manfred Paulus, Leiter der Patentstelle, über "Zukünftige Regelungen zum Patentwesen an Hochschulen".

    Die Teilnahme an dieser Veranstaltungsreihe ist kostenlos, Anmeldung und weitere Informationen: Unibund, T (0931) 888-4241, E-Mail bzw. Internet:
vorstand@unibund.uni-wuerzburg.de

http://www.unibund.uni-wuerzburg.de



FORSCHUNGSPROJEKTE




Den Abgasen der Pflanzen auf der Spur


Beim Thema Luftschadstoffe denkt wohl jeder zuerst an Autos, Kraftwerke und andere Verbrennungsanlagen. Aber auch Lebewesen, allen voran bestimmte Bodenbakterien, erzeugen Abgase - unter anderem Stickstoffmonoxid (NO) und Distickstoffoxid (N2O).

    In Tieren und im Menschen werden winzige Mengen NO gebildet, die eine wichtige Funktion als Botenstoff erfüllen. Freilich gelangt von diesen geringen Mengen nichts in die Atmosphäre. Ähnlich verhält es sich bei Pflanzen: In industrialisierten Gebieten nehmen sie immer mehr Stickstoffmonoxid auf als sie selbst produzieren können, wie der Botaniker Prof. Dr. Werner Kaiser von der Universität Würzburg sagt: Zur "dicken Luft" würden Pflanzen also sicher nicht beitragen. Ihre NO-Produktion werde erst in Reinluftgebieten oder bei einer Kultivierung in geschlossenen Behältern mit hochreiner Luft meßbar: Dann geben Pflanzen zu bestimmten Zeiten geringe Mengen NO ab. "Allerdings ist das zu wenig, als daß es in unserer abgasgeschwängerten Luft eine große Rolle spielen würde", so Prof. Kaiser.

    Trotzdem interessiert sich die Wissenschaft für diese unregelmäßige Abgabe von Stickstoffmonoxid. Denn es gibt Hinweise darauf, daß das reaktionsfähige Gas auch in Pflanzen als Botenstoff wirken kann. Woher dieses NO stammt, wann es produziert wird und welche Funktionen es erfüllt, will die Arbeitsgruppe von Prof. Kaiser in einem Projekt untersuchen, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird.

    Darüber hinaus werde das NO, wie die Würzburger Pflanzenforscher vermuten, in unterschiedlichem Ausmaß abgefangen, bevor es überhaupt aus den Blättern und Wurzeln entweichen kann. Welche Reaktionen daran beteiligt sind, sei noch unklar. In Tieren wird NO aus einer Aminosäure erzeugt. Bei Pflanzen funktioniert das wahrscheinlich auch so, doch entsteht das Gas bei ihnen zusätzlich während der Nitratreduktion. Mit diesem Prozeß decken Pflanzen ihren Stickstoffbedarf aus dem Boden. Die Menge an produziertem NO könnte dann zum Beispiel mit Art und Umfang der Düngung zusammenhängen, vermutet Prof. Kaiser.

    Falls Stickstoffmonoxid auch in Pflanzen als Botenstoff wirkt, könnten die gelegentlich sehr hohen Konzentrationen dieses Gases in der Luft die Signalwirkung im Körper der Pflanze kräftig durcheinanderbringen. Das sei aber nur gut feststellbar, wenn Pflanzen über längere Zeit in hochreiner Luft gehalten werden. Und genau diese Möglichkeit bietet sich den Würzburger Wissenschaftlern, denn bei ihrem Projekt kooperieren sie mit Dr. Jürgen Wildt und Dr. Peter Rockel vom Forschungszentrum Jülich. Dort stehen entsprechende Einrichtungen zur Verfügung, mit denen sich zudem niedrigste NO-Konzentrationen in der Luft "online" messen lassen.

    Weitere Informationen: Prof. Dr. Werner M. Kaiser, T (0931) 888-6120, Fax (0931) 888-6158, E-Mail:
kaiser@botanik.uni-wuerzburg.de




Menschliche Konstanten in der Vielfalt der Kulturen


Warum interessiert sich die Philosophie für die Indianersprachen Nordamerikas oder die Riten zentralafrikanischer Volksstämme? Für gewöhnlich sind solche Themen ja Gegenstand volkskundlicher, nicht aber philosophischer Forschungen. Doch ein Projekt am Institut für Philosophie der Universität Würzburg strebt eine Verständigung zwischen beiden Disziplinen an.

    Das Projekt namens "Philosophische Grundlagen der Kulturanthropologie", das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird, steht unter der Leitung von Prof. Dr. Karl-Heinz Lembeck. Die Kulturanthropologie ist sowohl in der Volkskunde als auch in der Philosophie eine einschlägige Forschungsrichtung. Die volkskundlich orientierte Kulturanthropologie wurde bereits zu Beginn dieses Jahrhunderts in den USA begründet. Sie beschäftigt sich mit der Formenvielfalt der Kulturen und den daraus ableitbaren typischen Charakteren und Chancen menschlichen Verhaltens und Lebens. Diese Forschungsrichtung gründet auf der Auffassung, daß nicht nur Kultur, sondern Kulturen in der Mehrzahl zur Definition der menschlichen Art gehören.

    Der philosophisch orientierten Kulturanthropologie hingegen geht es Prof. Lembeck zufolge um prinzipiellere Fragen. Sie wolle das Wesen des menschlichen Lebens bestimmen, insofern es kulturell bedingt ist. Sie frage, warum das menschliche Leben sich notwendigerweise in Grundformen wie Kunst, Religion, Wissenschaft, Technik, Sprache, Politik oder Wirtschaft ausdrückt. Dabei geht es der Philosophie zuletzt um den Nachweis, daß die Natur des Menschen wesentlich seine Kultur ist.

    Das Würzburger Forschungsprojekt sucht nach gemeinsamen Fundamenten in diesen beiden Traditionen, die sich beide bei der jeweils anderen Disziplin bedienen, um die eigene Arbeit zu untermauern: Die Volkskunde zehre, so Prof. Lembeck, von wissenschaftsphilosophischen Betrachtungen, um ihren theoretischen Ansatz zu stützen, und umgekehrt beziehe sich die Philosophie auf die Befunde der Volkskunde, um ihr anthropologisches Konzept vom Vorwurf willkürlicher Spekulation freizuhalten. Deshalb seien wissenschaftshistorische Beziehungen nachzuweisen, und zwar sowohl im Hinblick auf die Gründungsphase der amerikanischen Kulturanthropologie aus dem Geiste der Historismus-Debatten des ausgehenden 19. Jahrhunderts als auch hinsichtlich gegenwärtiger Diskussionen über die Ethnographie, also die reine Beschreibung der Völker.

    Für dieses Projekt hat Prof. Lembeck eine Volkskundlerin als Mitarbeiterin gewonnen. Somit kann die philosophisch fundamentale Frage nach dem Menschen nicht nur sachlich, sondern auch personell im Rahmen eines interdisziplinären Gesprächs erörtert werden.

    Weitere Informationen: Prof. Dr. Karl-Heinz Lembeck, T (0931) 31-2851, Fax (0931) 888-7026, E-Mail:
karl-heinz.lembeck@mail.uni-wuerzburg.de



WISSENSCHAFTLICHE TAGUNGEN




4. Würzburger Schrittmachertage


Aktuelle Fragen rund um die Technologie der Herzschrittmacher stehen am Freitag und Samstag, 29. und 30. Januar, im Mittelpunkt der 4. Würzburger Schrittmachertage.

    Schwerpunkte dieser Tagung sind die Schrittmachertherapie bei Notfallpatienten, neue Schrittmachertechnologien zur Verbesserung der Lebensqualität und die Beherrschung von Komplikationen nach der Implantation eines Schrittmachers. Besonders sollen einsetzbare Defibrillatoren berücksichtigt werden, die eine lebensrettende Maßnahme bei der Therapie des medikamentös nicht beherrschbaren Kammerflimmerns darstellen. In diesem Zusammenhang werden Indikationen, chirurgisches Vorgehen und Nachsorge der Patienten dargestellt.

    Die Tagung wird veranstaltet von der Medizinischen Klinik sowie der Klinik und Poliklinik für Herz- und Thoraxchirurgie der Universität Würzburg. Sie beginnt am Freitag, 29. Januar, um 15.00 Uhr im Hotel "Schloß Steinburg" in Würzburg. Organisation und Leitung liegen in den Händen von Prof. Dr. Heiner Langenfeld und Dr. Axel Krein.

    Weitere Informationen: Prof. Dr. Heiner Langenfeld, Medizinische Klinik, T (0931) 201-5327, Fax (0931) 201-2291, E-Mail:
h.langenfeld@mail.uni-wuerzburg.de



PERSONALIA


Prof. Dr. Ulrich SIEBER, Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozeßrecht und strafrechtliche Hilfswissenschaften, wurde als einziger Vertreter aus dem Bereich der Wissenschaft zum Mitglied des von EG-Kommissar Dr. Bangemann initiierten "Business Round Table on Global Communications" berufen, dem die Vorstandsvorsitzenden oder ihre Vertreter der weltweit führenden 50 Unternehmen der Informationsindustrie angehören.

Dienstjubiläen:

40 Jahre:
Alois SCHMITT, Apotheke, Klinikum, am 02.01.1999

25 Jahre:
Kurt EBERT, Verwaltung Klinikum, am 01.01.1999

Christa OTT, Zentralverwaltung, am 16.01.1999

Beate SCHULTE, Augenklinik und Poliklinik, am 01.01.1999


FORSCHUNGSFÖRDERUNG


Für Rückfragen steht die Abteilung VIII der Zentralverwaltung, Ottostraße 16,
T 31-2294, 31-2233 und 31-2529
(EU-Forschungsreferent und Technologietransferbeauftragter) zur Verfügung.




USA und EU wollen mehr Studentenmobilität


Im Rahmen ihrer Zusammenarbeit innerhalb des Hochschulwesens sowie in der Berufsbildung wollen die Europäische Union (EU) und die USA innovative Projekte fördern, in deren Mittelpunkt die Mobilität von Studierenden steht. Die Bewerbungsfrist endet am 11. März.

    Ein wesentliches Ziel dieses Programms besteht darin, den Studierenden einen "transatlantischen Studienaufenthalt" zu ermöglichen. Folgende Maßnahmen der Zusammenarbeit kommen für eine Förderung in Frage: Entwicklung des organisatorischen Rahmens für eine transatlantische Studentenmobilität; strukturierte Austauschmaßnahmen für Studierende, Dozenten, Ausbilder und Verwaltungskräfte; gemeinsame Entwicklung von innovativen Lehrplänen, -materialien und -methoden; Forschungspraktika für Studierende der Naturwissenschaften und des Ingenieurwesens an Universitäten und in der Industrie; mindestens dreiwöchige Intensivprogramme; Lehraufträge; sonstige innovative Projekte.

    An einem Projekt müssen mindestens sechs Partner beteiligt sein, und zwar je zur Hälfte aus der EU und den USA. Der Projektgruppe müssen auf jeder Seite mindestens zwei Hochschulen oder Berufsbildungseinrichtungen angehören. Die Zuschüsse kommen den Hochschul- und Berufsbildungseinrichtungen zugute. Erfolgreiche Antragsteller erhalten eine Unterstützung für maximal drei Jahre. Auf europäischer Seite sind es durchschnittlich 100.000 Euro pro Projekt für die europäischen Partner, wobei die Mittel von der Europäischen Kommission zur Verfügung gestellt werden. Unterlagen für Bewerber aus der EU finden sich im Internet:
http://europa.eu.int/en/comm/dg22/dg22.html



STELLENMARKT


Auskünfte zu den Stellengesuchen erteilt unter Angabe der Chiffre Nr.
Referat IV/4 der Zentralverwaltung T 31-2536


Praktikantin sucht vom 1. - 19.3.99 Praktikumsplatz ohne Entgelt im Verwaltungsbereich der Universität (Info Nr. 1998-97).

Bürokauffrau mit Berufserfahrung sucht nach abgeschlossener Umschulungsmaßnahme ab 15.2.99 flexible Teilzeitbeschäftigung im Universitätsbereich (Info Nr.: 1998-106).

Fotolaborantin sucht Stelle, evtl. auch in Teilzeit, im Universitätsbereich (Info Nr.: 1999-1).

Ausgebildeter Bürokaufmann (z. Zt. Praktikant am Lehrstuhl für Sonderpädagogik I) sucht Dauerstelle als Verwaltungsangestellter im Universitätsbereich. Praktikum ohne Entgelt von März bis Mai 1999 möglich (Info Nr.: 1999-2).

Chemielaborant, befristet bis 31.12.98 im Institutsbereich tätig, sucht Wiederbeschäftigung im Universitätsbereich (Info Nr.: 1999-3).

Heizungs- und Lüftungsmonteur mit Berufserfahrung (auch im Installationsbereich) sucht geeignete Stelle im Universitätsbereich (Info Nr. 1999-4).


VERSCHIEDENES




Präsident Berchem begrüßt BAföG-Änderung


"Für BAföG-Empfänger eine entscheidende Hilfe und für alle anderen ein wichtiges Signal" - so beurteilt Prof. Dr. Theodor Berchem, Präsident des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), den Entwurf des BAföG-Änderungsgesetzes, den das Bundeskabinett Mitte Januar verabschiedet hat.

    Der Entwurf sieht unter anderem vor, daß die bis 1996 geltende Regelung wiederhergestellt wird, derzufolge ein bis zu einem Jahr dauerndes Studium im Ausland nicht auf die Förderungshöchstdauer angerechnet wird. Dies begrüßt Prof. Berchem, denn: "Wir brauchen mehr Mobilität unter unseren Studierenden, um die Globalisierung als Chance zu begreifen und mitzugestalten." Derzeit verbringen rund zehn Prozent aller deutschen Studierenden einen Abschnitt ihres Studiums an einer ausländischen Hochschule. Diese Mobilitätsbereitschaft sei im internationalen Vergleich nicht schlecht, aber auch nicht so gut, wie sie für Deutschland vonnöten sei, so der DAAD-Präsident. Dem politischen Schritt, den Bundesministerin Bulmahn gemacht habe, müßten nun deutliche Signale von allen Seiten folgen.



Absolventenbörse online


Im Internet können sich Hochschulabsolventen mit Angaben zu ihrer Persönlichkeit, ihrer Ausbildung und ihrem Berufswunsch in eine Absolventenbörse eintragen.

    Diese Möglichkeit wird von der Zeitung Wirtschaftswoche angeboten. In der Absolventenbörse können sich dann Unternehmen, Personalabteilungen, Headhunter oder Personalberater die Präsentationen ansehen und mit ihrem Wunschkandidaten in Kontakt treten. Das Angebot ist nach Angaben der Wirtschaftswoche für die Absolventen kostenlos und kann täglich rund um die Uhr genutzt werden. Neue Einträge würden von der Online-Redaktion geprüft und dann innerhalb von 24 Stunden freigeschaltet. Weitere Informationen unter:
http://www.wiwo.de/wwkarriere/absolventen/index.htm




Kühlzelle abzugeben


    Das Institut für Physikalische Chemie hat eine funktionsfähige Kühlzelle der Firma FRIGIDAIRE (Baujahr 1976; Länge 2,96 m, Breite 2,46 m, Höhe 2,50 m, Kühltemperatur 4 C) kostenlos an andere Universitätseinrichtungen abzugeben.

    Interessenten wenden sich an: Dr. Roland Colditz, Institut für Physikalische Chemie, Am Hubland, T (0931) 888-6390 oder per E-Mail:
rcolditz@phys-chemie.uni-wuerzburg.de




Zu vermieten


    Reihenmittelhaus (voll möbliert) in Würzburg-Heidingsfeld in der Zeit von Ende August 1999 bis Januar 2000 für Gastwissenschaftler/in mit Familie zu vermieten (Wohnfläche 120 qm, 5 Zimmer, Küche, Bad, Gäste-WC und Keller); Waschmaschine, Trockner, Tiefgefrierschrank und Spülmaschine vorhanden. Miete: 1.500 Mark monatlich.

    Interessenten wenden sich bitte an: Dr. Claudia Roebers, Lehrstuhl f. Psychologie IV, Röntgenring 10, T (0931) 31-2626 (bis zum 25.03.1999); nach dem 25.03.1999 an: Fam. Raub, Waldsiedlung 17, 73525 Schwäbisch Gmünd, T (07171) 63107.



Kurz gemeldet

  • Der Lehrstuhl für Katholische Religionslehre und -pädagogik wurde umbenannt in Lehrstuhl für Religionspädagogik und Didaktik des Religionsunterrichts.
  • Umbenannt wurden auch folgende Lehrstühle: Der frühere Lehrstuhl für Virologie und Immunbiologie heißt nun Lehrstuhl für Immunologie während der Lehrstuhl für klinische Virologie und Immunbiologie jetzt den Namen Lehrstuhl für Virologie trägt.

Erstellt am 19. Januar 1999