Zu dieser Seite gehört ein Inhaltsverzeichnis im linken Teil des Bildschirms.
Falls nicht vorhanden, dann bitte laden





Nachwuchsgruppe erforscht die Bildung von Ödemen


Eine neue wissenschaftliche Nachwuchsgruppe hat an der Universität Würzburg mit der Arbeit begonnen. Sie erforscht die Durchlässigkeit von Blutgefäßen und die damit verbundene Ödembildung, also die Ansammlung von Wasser im Gewebe. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert die jungen Wissenschaftler in den kommenden vier Jahren mit 800.000 Euro.

    Geleitet wird die Nachwuchsgruppe, die im Würzburger Sonderforschungsbereich 355 "Pathophysiologie der Herzinsuffizienz" angesiedelt ist, von dem 33-jährigen Mediziner und Chemiker Dr. Thomas Renné. Wie dieser erklärt, kommt es bei vielen wichtigen Krankheiten wie Entzündungen, Herzinsuffizienz oder Asthma zur Bildung von Ödemen. Dabei tritt vermehrt Flüssigkeit aus dem Blutgefäßsystem ins Gewebe aus. "Wir untersuchen, wie sich die Durchlässigkeit von Blutgefäßen und isolierten Zellen unter dem Einfluss von Bradykinin verändert." Das Bradykinin ist ein Hormon, das die Gefäße sehr stark erweitert, den Blutdruck senkt und Entzündungen auslöst. Es ist auch für die Entstehung von Schmerzen verantwortlich.

    Mit diesem Botenstoff beschäftigt sich Dr. Renné schon seit längerer Zeit. Hierbei hat sich herausgestellt, dass Bradykinin äußerst kurzlebig, jedoch sehr schnell wirksam ist. Die Wirkungen des Hormons erstrecken sich dabei nicht auf größere Gebiete, sondern bleiben lokal eng begrenzt. Die Ursache hierfür ist, dass sowohl die Bildung als auch der Abbau des Hormons genau kontrolliert werden.

    Die neue Nachwuchsgruppe, die im Institut für Klinische Biochemie und Pathobiochemie mit insgesamt drei Wissenschaftlern arbeitet, ist seit Ende 2002 an der Uni Würzburg etabliert. Dr. Renné hat in Mainz studiert und als Postdoc im Institut für Biochemie an der Uniklinik Frankfurt sowie an der Vanderbilt University in Nashville (USA) geforscht.

    In dieser Zeit beschäftigte er sich mit der Blutgerinnung und mit Hormonen, die Herz und Kreislauf regulieren. Im September 2002 bekam er den mit 3.000 Euro dotierten "Ivar-Trautschold-Nachwuchsförderpreis für Klinische Chemie und Pathobiochemie" verliehen. Damit wurden seine Arbeiten über die "Molekularen Mechanismen Kinin-generierender Systeme" ausgezeichnet.

    Nachwuchsgruppen innerhalb von Sonderforschungsbereichen oder Forschergruppen werden von der DFG maximal fünf Jahre lang gefördert. Die Forschungsgemeinschaft bezahlt die Stellen des Projektleiters und seiner Mitarbeiter; außerdem stellt sie Sach-, Geräte- und Reisemittel zur Verfügung.

    Weitere Informationen: Dr. Thomas Renné, T (0931) 201-36116, Fax (0931) 201-45153, E-Mail:
T.Renne@medizin.uni-wuerzburg.de




Die Artischocke - Delikatesse und Arzneipflanze des Jahres 2003


Die Artischocke bereichert nicht nur den Speiseplan des Menschen. Die Inhaltsstoffe ihrer Blätter verbessern auch die Fettverdauung, entlasten die Leber und senken die Cholesterinwerte. Darum hat der "Studienkreis zur Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde" an der Uni Würzburg die Artischocke zur Arzneipflanze des Jahres 2003 gekürt.

    Die schuppenartigen Hüllblätter der Artischockenblüten sind gekocht und mit Vinaigrette genossen eine Delikatesse - ebenso wie der Boden des Blütenstandes oder die so genannten Artischockenherzen. Bei letzteren handelt es sich ganz einfach um sehr junge und ganz kleine Artischocken.

    Aus den Blättern der Pflanze wird der bittere "Cynar" gewonnen. Dieser weist als Aperitif oder noch viel besser als Digestif den Weg zur Artischocke als Arzneipflanze: Der Magenbitter soll nach einer üppigen Mahlzeit der Verdauung auf die Sprünge helfen. "Besser als Schnaps wirken jedoch Artischockenblätter, die als standardisierte Arznei zubereitet wurden", so Dr. Ralf Windhaber vom Würzburger Studienkreis.

    Etwa jeder fünfte Bundesbürger leidet an Verdauungsbeschwerden wie Völlegefühl, Übelkeit, Blähungen oder Oberbauchbeschwerden, aber auch an Durchfall oder Verstopfung. Wenn diese Beschwerden dadurch hervorgerufen werden, dass zuwenig Galle in den Verdauungstrakt gelangt, dann empfiehlt sich laut Windhaber die Artischocke.

    Die Inhaltsstoffe ihrer Blätter, unter anderem Flavonoide und Bitterstoffe, regen die Produktion der Gallensäure an. Dies führt zu einer verbesserten Fettverdauung und zur Entlastung der Leber. "Außerdem wurde beobachtet, dass das Gesamtcholesterin durchschnittlich um 10 bis 15 Prozent gesenkt wird", wie der Studienkreis mitteilt.

    Für die Arzneimittelherstellung werden die Blätter der grundständigen Blattrosette geerntet, und zwar noch vor dem Beginn des Blütenaustriebs. Wichtige Anbaugebiete in Deutschland sind Franken, Thüringen und Brandenburg, in Frankreich die Bretagne.

    Die Artischocke wurde bereits zu Lebzeiten Karls des Großen als Arzneipflanze erwähnt. Dann, für ein halbes Jahrtausend, gibt es keine Hinweise auf ihren Gebrauch in Europa. Erst die Araber machten die Pflanze in Südeuropa von neuem bekannt. Im 15. Jahrhundert kam die Artischocke in Florenz und Venedig wieder auf den Speiseplan. Die deutschen Ärzte und Kräuterbuchautoren aus der Mitte des 16. Jahrhunderts, wie Leonhart Fuchs und Adam Lonitzer, nahmen die Verwandte der Distel unter dem Namen "Strobeldorn" in ihre Werke auf.

    Aus dieser Zeit stammt auch das Kräuterbuch des Kaiserlichen Leibarztes Pietro Andrea Mattioli. Darin ist zu lesen, dass die in Wein gekochte Wurzel der Artischocke "der verstopften Leber und Nieren zu der Gelbsucht und Wassersucht" dient. Allerdings empfahl Mattioli nach dem heutigen Wissensstand mit der Wurzel das falsche Pflanzenorgan. Auch Präparate aus Artischockenblättern wurden nicht immer richtig verwendet: Bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts kamen sie fälschlicherweise gegen die Gelbsucht zum Einsatz.

    Vielleicht liegt es auch an der allgemeinen Wertschätzung der Artischocke, dass sie zusammen mit nautischen Gerätschaften als Motiv in der Bauplastik des verspielt-dekorativen Stils der Manuelinik (1480-1525) in Portugal auftritt.

    Weitere Informationen: Dr. Ralf Windhaber, T (0931) 7 90 38-10, Fax 7 90 38-11, E-Mail:
windhaber@ngi.de




Wie wandernde Krebszellen trotz Medikamenten vorwärts kommen


Im Kampf gegen den Krebs setzt die Medizin unter anderem auf Protease-Hemmer: Diese Medikamente sollen die Ausbreitung der Tumorzellen im Körper verhindern. Bei den Patienten allerdings funktioniert diese Strategie bislang nicht. Wissenschaftler von der Universität Würzburg haben jetzt herausgefunden, dass die Krebszellen ihr durch die Medikamente lahm gelegtes Fortbewegungssystem offenbar ganz einfach durch ein anderes ersetzen. Darüber berichtet die aktuelle Ausgabe des Fachblatts "Journal of Cell Biology".

    Wenn aggressive Krebszellen aus dem Tumorverband ausbrechen, können sie sich über das Blut- und Lymphgefäßsystem verbreiten und an anderen Stellen im Körper Metastasen bilden. Um im Organismus vorwärts zu kommen, benutzen viele Krebszellen Enzyme, so genannte Proteasen, mit deren Hilfe sie eine Schneise durch das Gewebe schlagen.

    Die Medizin hat darum versucht, diese Enzyme zu hemmen und so den Ausbreitungsdrang der Krebszellen zu unterbinden. In vielen Tierversuchen war diese Strategie erfolgreich, doch klinische Versuche an Krebspatienten verliefen bislang zum größten Teil enttäuschend: Die Protease-Hemmer konnten die Ausbreitung der Krebszellen nicht stoppen.

    Eine mögliche Erklärung hierfür haben Katarina Wolf und Peter Friedl von der Hautklinik der Universität Würzburg zusammen mit Kollegen aus den USA gefunden: Wenn ihre "Fortbewegungsenzyme" gehemmt sind, verändern die Tumorzellen ihre Form und können dann nach Art der Amöben selbst durch kleine Gewebslücken hindurchschlüpfen.

    Das erkannten die Forscher, indem sie Tumorzellen unter dem Zeitraffer-Mikroskop beobachteten. Einmal waren die bösartigen Zellen in Kollagen eingebettet, was den Verhältnissen im Körper entspricht. Hier sahen die Wissenschaftler zunächst, wie sich die spindelförmigen Tumorzellen ihren Weg bahnten und dabei eine regelrechte Röhre hinterließen. In einer anderen Versuchsanordnung beobachteten sie die Zellen direkt in der Haut von Mäusen.

    Dann blockierten sie jegliche gewebsverdauende Enzymaktivität. Eigentlich hätten sich die Krebszellen nun im dichten Gewebe "verfangen" müssen. Doch zur Überraschung der Wissenschaftler wanderten die Zellen genauso effizient wie vorher. Allerdings veränderte sich die Art ihrer Bewegung deutlich und erinnerte jetzt an die hoch flexible Bewegung von Amöben. Hierfür bauten die Zellen weder Gewebe ab noch hinterließen sie einen Pfad.

    Jetzt wollen die Würzburger Mediziner herausfinden, wie es zu der Wandlung kommt. "Sollte dieser Prozess für den Verlauf einer Krebserkrankung relevant sein, wäre es wichtig zu wissen, wie man ihn verhindern kann", sagt Katarina Wolf. So könnten sich, zusammen mit einer Blockade der gewebsabbauenden Enzyme, neue Therapiemöglichkeiten ergeben.

    Katarina Wolf, Irina Mazo, Harry Leung, Katharina Engelke, Ulrich H. von Andrian, Elena I. Deryugina, Alex Y. Strongin, Eva-B. Bröcker und Peter Friedl: "Compensation mechanism in tumor cell migration: mesenchymal-amoeboid transition after blocking of pericellular proteolysis", The Journal of Cell Biology, 20. Januar 2003.

    Weitere Informationen: Dr. Peter Friedl, T (0931) 201-26737, Fax (0931) 201-26700, E-Mail:
peter.fr@mail.uni-wuerzburg.de




Hochschulwahlen für die Studierenden am 3. Juni


Die Studierenden der Universität Würzburg sind dazu aufgerufen, am Dienstag, 3. Juni, ihre Vertreterinnen und Vertreter im Senat, im erweiterten Senat und in den Fachbereichsräten neu zu wählen. Wahlvorschläge können vom 10. bis 23. April eingereicht werden.

    Gewählt wird für die Amtszeit vom 1. Oktober 2003 bis 30. September 2004. Dem Senat und dem erweiterten Senat gehören je vier Studierende an. In die Fachbereichsräte der Medizinischen und der Philosophischen Fakultät III sind ebenfalls je vier Vertreter zu wählen, in die der übrigen Fakultäten je zwei.

Einreichen der Wahlvorschläge

    Die Wahlberechtigten sind aufgefordert, ihre Wahlvorschläge vom 10. bis 23. April, 16.00 Uhr, schriftlich und für jedes Kollegialorgan getrennt beim Wahlleiter einzureichen. Formblätter hierfür sind bei den Dekanaten und Fachschaftsvertretungen der Fakultäten, beim Sprecherrat (Hubland-Mensa, Zimmer 111) und beim Wahlamt der Universität, Ottostraße 16, Zimmer 114, erhältlich. Die zugelassenen Wahlvorschläge werden spätestens am 19. Mai in der Universität am Sanderring ausgehängt.

Einblick ins Wählerverzeichnis

    Wahlberechtigt und wählbar sind all diejenigen, die zum Zeitpunkt der Schließung des Wählerverzeichnisses der Gruppe der Studierenden angehören. Geschlossen wird das Verzeichnis am 6. Mai; ein Ausdruck davon liegt im Wahlamt der Universität aus und kann dort am 2., 5. und 6. Mai jeweils von 9.00 bis 16.00 Uhr eingesehen werden.

    Gegen eine Nichteintragung oder eine falsche Eintragung in das Wählerverzeichnis können die Betroffenen selbst schriftlich Widerspruch einlegen. Gegen die Eintragung einer Person, die nicht wahlberechtigt ist, kann dies jeder Wahlberechtigte tun. Letzter Stichtag hierfür ist der 7. Mai.

Wahlbenachrichtigung und Wahl

    Jeder Wahlberechtigte, der ins Wählerverzeichnis eingetragen ist, erhält eine Wahlbenachrichtigung mitsamt einem Antrag auf Anforderung von Briefwahlunterlagen. Aus der Wahlbenachrichtigung ist ersichtlich, in welchem Abstimmungsraum zu wählen ist. Die Stimmabgabe in einem anderen Wahllokal ist nicht möglich.

    Gewählt wird am Dienstag, 3. Juni, von 9.00 bis 17.30 Uhr. Die Abstimmung kann nur persönlich mit einem gültigen Lichtbildausweis erfolgen, die Wahlbenachrichtigungskarte ist nach Möglichkeit mitzubringen.

Was bei Briefwahl zu beachten ist

    Wer die Briefwahl nutzen will, muss die Übersendung oder Aushändigung der Wahlunterlagen beantragen, und zwar mit dem Vordruck, der mit der Wahlbenachrichtigung verschickt wird. Der Antrag auf Übersendung muss spätestens am 20. Mai um 16.00 Uhr beim Wahlleiter eingegangen sein; bei persönlicher Entgegennahme der Wahlunterlagen können Anträge auf Briefwahl bis 27. Mai, 16.00 Uhr, gestellt werden.

    Der Wahlbrief muss dem Wahlleiter dann spätestens bis 3. Juni, 17.30 Uhr, zugehen. Wahlberechtigte, bei denen im Wählerverzeichnis die Übersendung oder Aushändigung von Briefwahlunterlagen vermerkt ist, können ihre Stimme nur durch Briefwahl abgeben.

Weitere Informationen

    Ein Text der Wahlordnung ist in der Eingangshalle der Universität am Sanderring ausgehängt. Auskünfte in allen Wahlangelegenheiten erteilt das Wahlamt der Universität, Ottostraße 16, Zimmer 114, 97070 Würzburg, T (0931) 31-2545.



Wahlausschuss bestellt


Für die Hochschulwahlen am 3. Juni hat der Senat der Universität den Wahlausschuss bestellt. Ihm gehören aus der Gruppe der Professoren folgende Vertreter an: Hermann Heineken, Wilfried Hommers, Jucundus Jacobeit, Werner Kaiser, Eckhard Pache, Wolfgang Weiß und Gernot Wilhelm; Ersatzvertreter ist Rüdiger Ahrens. Die wissenschaftlichen Mitarbeiter werden vertreten von Georg Kaiser und Hans-Peter Trolldenier, Ersatzvertreter ist Eberhard Rommel. Vertreter der sonstigen Mitarbeiter ist Klaus Baumann (Ersatzvertreter: Martin Kroker). Die Vertreter der Studierenden schließlich sind Andreas Völker und Sascha Lehnhoff (Ersatzvertreter: Martin Wilawski).



Studientag: Wie über die religiöse Wahrheit gestritten wird


Wenn die christlichen Kirchen in der Ökumene miteinander über den Glauben sprechen, so erhebt in bestimmten Punkten jede Konfession den Anspruch darauf, im Besitz der religiösen Wahrheit zu sein. Aufgrund solch unterschiedlicher Auffassungen sind zum Beispiel Katholiken und Protestanten der Meinung, dass sie das Abendmahl nicht gemeinsam feiern können.

    Wie es bei solchen und anderen Streitpunkten dennoch mit der Verständigung untereinander weitergehen kann, soll im Rahmen eines öffentlichen Studientags diskutiert werden. Dieser findet am Freitag und Samstag, 7. und 8. Februar, im Hörsaal 318 der Universität am Sanderring statt. Veranstalter sind die Katholisch-Theologische Fakultät und das Ostkirchliche Institut der Bayerisch-Deutschen Augustinerprovinz an der Universität Würzburg.

    Mit dem Thema "Heterodoxie. Wie wird der Streit um die religiöse Wahrheit geführt?" befassen sich Vorträge aus orthodoxer, katholischer, griechisch-katholischer und evangelischer Sicht. Am Freitag ab 15.00 Uhr referieren Metropolit Dr. Michael Staikos (Wien) und Prof. Barbara Hallensleben (Fribourg), am Samstag ab 9.00 Uhr Dr. Iwan Dacko (Weyarn) und Prof. Gunther Wenz (München).

    Zum Abschluss spricht am Samstag um 15.00 Uhr der Würzburger Theologe Prof. Dr. Elmar Klinger. Sein Thema heißt: "Sehen, urteilen, handeln. Wie soll man in der Ökumene über den Glauben streiten?" Zu dem Studientag werden unter anderem 60 Studierende aus Ländern erwartet, in denen orthodoxe und altorientalische Kirchen beheimatet sind.

    Weitere Informationen: Dr. Rudolf Prokschi, T (0931) 31-2995, E-Mail und Internet:
rudolf.prokschi@mail.uni-wuerzburg.de

http://www.theologie.uni-wuerzburg.de/hist/thokg/menue-5.html




Universitätskonzert mit Beethovens Neunter


Einer besonderen Herausforderung stellen sich das Akademische Orchester und das Collegium Musicum Vocale der Uni Würzburg: Unter der Leitung von Universitätsmusikdirektor Rudolf Dangel werden sie die Neunte Symphonie d-Moll op. 125 von Ludwig van Beethoven aufführen.

    Das Konzert findet am Sonntag, 2. Februar, um 20.00 Uhr im Großen Saal der Hochschule für Musik statt. Zwei Umstände waren ausschlaggebend für die Wahl eines so anspruchsvollen Werkes: Einmal blickt das von Dangel gegründete Collegium Musicum Vocale auf eine nun 20-jährige Konzerttätigkeit zurück, zum anderen handelt es sich um das offiziell letzte Konzert unter der Stabführung des Universitätsmusikdirektors, der zum Ende des Wintersemesters in den Ruhestand tritt.

    Viele Ehemalige werden aus diesem Anlass den Chor auf die geforderte große Besetzung bringen und zusammen mit den Solisten Maraile Lichdi (Sopran), Gabriele May (Mezzosopran), Jörg Brückner (Tenor) und Thomas Berau (Bariton) zur Aufführung des grandiosen Chorfinales mit Friedrich Schillers Ode "An die Freude" beitragen.

    Karten zu zwölf Euro (ermäßigt sechs Euro) gibt es beim Musikalienhandel Mathias Kreuzer in der Rotscheibengasse 3, T (0931) 88 24 60, und bei der Buchhandlung Knodt, Textorstraße 4, T (0931) 5 26 73, sowie an der Abendkasse.



Aus dem Sportzentrum: Volleyball, Fußball, Kugelstoßen


Sportlich ambitionierte Studierende der drei Würzburger Hochschulen - Universität, Fachhochschule und Hochschule für Musik - nehmen als Wettkampfgemeinschaft (WG) immer wieder an Wettbewerben wie zum Beispiel den Hochschulmeisterschaften teil. Hierzu meldet das Sportzentrum einige Erfolge.

    Das Damen-Volleyballteam erreichte am 16. Januar in Augsburg bei der Bayerischen Hochschulmeisterschaft Platz vier. Es spielten Katharina Pfennig (BWL), Wibke Rau (Soziales), Nicole Billinger (Lehramt Gymnasium), Christine Fell (Sport), Daniela Hermschaf (Sport), Steffi Keller (Sport), Regina Leberfinger (Sport), Sabrina Koeppe (Medizin), Tina Englert (Sport), Conny Hock (Medizin) und Simone Ludwig (Sport). Betreut wurde das Team von Karl-Heinz Langolf vom Sportzentrum der Universität.

    Bei den Bayerischen Hochschulmeisterschaften im Hallenfußball, die im Dezember 2002 in München ausgetragen wurden, belegte die Würzburger WG unter 17 teilnehmenden Mannschaften den dritten Platz: Sven Karft (Sport), Felix Füller (Sport), Thomas Bruckner (Zahnmedizin), Jochen Schinagel (Lehramt), Florian Dörflein, Christian Hilpert, Rainer Czeghun, Sebastian Warmuth und Steffen Amthor (alle Sport). Betreuer war Wieland Raith vom Sportzentrum der Uni.

    Schließlich war Dr. Uwe Freimuth, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Sportwissenschaft der Uni, im Kugelstoßen erfolgreich: Er landete bei den Deutschen Hochschulmeisterschaften am 15. Januar in Frankfurt auf Rang fünf.



Wird 80: Prof. Dr. Theodor H. Schiebler


Insgesamt 27 Jahre lang wirkte der Mediziner Theodor H. Schiebler an der Universität Würzburg. Bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1990 hatte er den Lehrstuhl für Anatomie inne und war Mitvorstand des Anatomischen Instituts. Am Montag, 3. Februar, wird der Professor 80 Jahre alt.

    Bevor er 1963 nach Würzburg kam, war Theodor H. Schiebler am Anatomischen Institut der Universität Kiel tätig. An der Ostsee hatte er begonnen, was er am Main fortführte: den Weg des Faches Anatomie ins Zeitalter der Molekularbiologie mit vorzubereiten. In diesem Zusammenhang beschäftigte er sich mit der Entwicklung und Anwendung histochemischer und elektronenmikroskopischer Verfahren. Zu diesen Themenkomplexen legte er mehr als 175 Veröffentlichungen vor, die sich unter anderem mit dem neuroendokrinen System, mit Niere, Herz und Plazenta auseinandersetzten.

    Sein zukunftsträchtiges Arbeitsgebiet sorgte dafür, dass Prof. Schiebler Einladungen zu Vorträgen in alle Kontinente erhielt, dass er Gastprofessuren in den USA und in Frankreich wahrnahm und dass seine Würzburger Arbeitsgruppe stark international geprägt war: Zwischen 1963 und 1988 hielten sich mehr als 30 ausländische Gäste, vor allem aus Osteuropa und Japan, am Anatomischen Institut auf. Die meisten davon haben heute in ihren Heimatländern Lehrstühle inne. In Bulgarien sind derzeit sogar sämtliche Lehrstühle für Anatomie von ehemaligen Würzburger Stipendiaten besetzt.

    Prof. Schieblers Tätigkeit in der Ausbildung von Studierenden hat sich nicht zuletzt in Form von Lehrbüchern niedergeschlagen. Aus seiner Feder stammen der Band "Anatomie" sowie die deutsche Version des internationalen Lehrbuchs "Histologie". 1958 gründete er die internationale Zeitschrift "Histochemistry", deren Chefredakteur er bis 1990 war. Heute noch ist er Schriftleiter der "Advances in Anatomy".

    Theodor Heinrich Schiebler, 1923 in Berlin geboren, musste als 17-Jähriger an die Front. In Folge einer Verwundung konnte er 1942 das Medizinstudium in Würzburg aufnehmen, musste es aber zwei Jahre später wegen eines erneuten Kriegseinsatzes und kurzfristiger Gefangenschaft unterbrechen.

    Von 1945 bis 1948 beendete er sein Studium in Göttingen und war anschließend als Assistent tätig. In den Jahren 1950/51 hielt er sich als Rockefeller-Stipendiat am Zellforschungsinstitut der Nobel-Stiftung in Stockholm auf. Es folgte die Anstellung in Kiel, wo er sich 1955 auch habilitierte. Von dort folgte er 1963 dem Ruf nach Würzburg.

    Hier war Prof. Schiebler 1970/71 Dekan der Medizinischen Fakultät und zwei Mal Vorsitzender der Anatomischen Gesellschaft, deren Ehrenmitglied er heute ist. Ferner wirkte er zwölf Jahre lang als Generalsekretär der International Federation of the Histochemical Societies. Er ist Ehrenmitglied der Anatomischen Gesellschaften in den USA, in England, Japan, Bulgarien, im ehemaligen Jugoslawien und in Tschechien sowie Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher, Leopoldina. Die Universität Nancy I hat ihm die Ehrendoktorwürde verliehen.

    Zu seinem 80. Geburtstag erscheint das Buch "Mit Zuversicht ins Leben" über Schieblers Jugenderinnerungen im Verlag JKL-Publikationen (Berlin) in der Reihe "Bibliothek der Zeitzeugen".



Prof. Dr. Peter Herde wird 70


Trotz der zunehmenden Spezialisierung in den Geschichtswissenschaften hat der Historiker Peter Herde sein Fach, die mittlere und neuere Geschichte, immer in möglichst großer Breite vertreten. Der emeritierte Inhaber eines Lehrstuhls an der Uni Würzburg feiert am Mittwoch, 5. Februar, seinen 70. Geburtstag.

    Peter Herde studierte Geschichte, lateinische Philologie des Mittelalters, Deutsch und Englisch in Heidelberg und München. Dort wurde er 1958 auch promoviert, 1965 dann habilitiert. Ein Jahr später nahm er eine Professur für Geschichte an der University of California in Berkeley wahr und wurde schließlich 1968 auf ein Ordinariat für mittlere und neuere Geschichte an der Uni Frankfurt, 1976 auf den Würzburger Lehrstuhl berufen. Einen Ruf an die Münchener Uni lehnte er 1979 ab.

    In seiner Forschungsausrichtung sieht sich Prof. Herde den "Monumenta Germaniae Historica" in München und dem Deutschen Historischen Institut in Rom verbunden, dem er als Stipendiat angehörte und an dem er noch heute jedes Jahr arbeitet. Als Mitglied der Royal Historical Society steht der Professor zudem der Rationalität der englischen Geschichtswissenschaft sehr nahe.

    Von seinen Münchener Lehrern wurde Peter Herde auf die Reichs- und Papstgeschichte vornehmlich der Stauferzeit und die Geschichte Italiens dieser Zeit sowie der Zeit des Humanismus verwiesen, dazu auf die Geschichte der christlich-jüdischen Beziehungen sowie die Landesgeschichte Bayerns und Frankens. In diesem Zusammenhang befasst er sich mit der Geschichte der mittelalterlichen Grundherrschaft und mit den Beziehungen von Staat und Kirche im Bayern des 19. Jahrhunderts.

    In den USA erwuchs sein Interesse an der Geschichte des Zweiten Weltkriegs im Pazifik und den Umwälzungen in Ostasien. Seine Mitgliedschaft im Würzburger Gerhard Möbus-Institut für Schlesienforschung führte ihn mit einem Forschungsprojekt über Oberschlesien nach 1918 in seine Heimat zurück: Prof. Herde stammt aus dem oberschlesischen Ratibor.

    Die Vertiefung der internationalen Beziehungen und die Förderung ausländischer Studierender lag dem Historiker seit jeher am Herzen. Er übernahm Gastprofessuren an der University of Chicago (1973), der University of Washington (1971) und war zweimal Fellow des Institute for Advanced Study in Princeton (1971/72 und 1984) und des Harvard-Instituts von Dumbarton Oaks (1979), wo er noch heute regelmäßig arbeitet. Enge Beziehungen pflegt er auch mit englischen und italienischen Universitäten, besonders mit Padua, der École des chartes in Paris, dem Institut für österreichische Geschichtsforschung in Wien sowie mit polnischen und tschechischen Gelehrten.

    Seit seiner Emeritierung 2001 widmet er sich verstärkt dem Abschluss mediävistischer Projekte, darunter zwei größere Editionen für die "Monumenta Germaniae Historica". Außerdem befasst er sich mit einer Darstellung der internationalen Beziehungen im pazifischen Raum von 1941 bis 1945 (mit Archivarbeiten in den USA und Ostasien) sowie mit der Fertigstellung eines zweiten Bandes über die italienische Politik und die Volksabstimmung in Oberschlesien 1921 im Rahmen des Möbus-Instituts. Als Mitglied der Kommission für die Herausgabe einer Universitätsgeschichte schließlich beschäftigt er sich mit der Geschichtswissenschaft, wie sie von 1933 bis 1945 an der Uni Würzburg und anderen Hochschulen betrieben wurde. Eine erste Abhandlung hierzu ist unlängst im Buch "Die Universität Würzburg in den Krisen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts" erschienen.



Das Schicksal jüdischer Kinderärzte in Würzburg


Einen besonderen Vortrag gibt es am Samstag, 1. Februar, um 9.00 Uhr im Rahmen des Pädiatrischen Seminars im Hörsaal der Kinderklinik der Uni Würzburg zu hören: Der ehemalige Direktor des Instituts für Geschichte der Medizin der Uni Freiburg, Prof. Dr. Eduard Seidler, wird über "Jüdische Kinderärzte 1933-1945 - das Beispiel Würzburg" sprechen. Der Referent erhielt 1995 vom Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde und Jugendmedizin den Auftrag, eine Dokumentation über möglichst alle nach 1933 verfolgten, aus dem Land getriebenen und ermordeten Kinderärzte zu erstellen. In einem Bericht, der 2000 als Buch veröffentlicht wurde, hat er nicht nur die Schicksale der prominenten Vertreter der Kinderheilkunde beschrieben, sondern auch die der niedergelassenen Kinderärzte zu erfassen versucht. In seinem Vortrag wird Prof. Seidler über die gerade abgeschlossenen Untersuchungen zum Schicksal der Würzburger Kinderärzte berichten.



Versuchspersonen ohne Flugangst gesucht


Für eine Diplomarbeit am Lehrstuhl für Psychologie I der Uni Würzburg zum Thema "Wie reagieren Personen bei der Simulation eines Fluges im Flugsimulator?" werden Männer im Alter von 50 Jahren und Frauen im Alter zwischen 30 und 50 Jahren als Versuchspersonen benötigt. Die Teilnehmer dürfen nicht unter Flugangst leiden. Die Untersuchung dauert zwei Stunden und wird mit 16 Euro vergütet. Weitere Informationen und Anmeldung bei Roswitha Gerhard, T (0931) 31-2687.


NEU AN DER UNIVERSITÄT




Eckart Rühl erforscht Umweltprozesse in der Atmosphäre


Seit Oktober 2002 hat Prof. Dr. Eckart Rühl den Lehrstuhl für Physikalische Chemie I an der Universität Würzburg inne. Der neue Professor, der die Nachfolge von Friedemann Schneider antritt, arbeitet an grundlegenden Problemen der Umwelt- und Materialforschung.

    Zum Forschungsprogramm von Prof. Rühl gehören umweltbezogene Studien über die Atmosphäre. Unter anderem werden Prozesse des stratosphärischen Ozonabbaus untersucht, die durch Sonnenlicht in Gang kommen. Hiervon erwarten die Forscher eine bessere Kenntnis der Mechanismen, die zur Bildung des Ozonlochs führen.

    Rühl befasst sich auch mit langlebigen Umweltschadstoffen, wie zum Beispiel Pflanzenschutzmitteln, die sich global ausbreiten und in die Nahrungskette gelangen. Der Abbau dieser häufig an Partikel gebundenen Substanzen ist Gegenstand laufender Arbeiten. Darüber hinaus erforscht der Professor chemische und physikalische Eigenschaften des atmosphärischen Aerosols, das einen Beitrag zu globalen Veränderungen der Umwelt leistet.

    Die Bearbeitung dieser Forschungsgebiete macht umfangreiche methodische Entwicklungen nötig, die ebenfalls im Arbeitskreis von Rühl vorangetrieben werden. Neben der angewandten Forschung widmen sich die Wissenschaftler auch der Grundlagenforschung. Unter anderem untersuchen sie mit spektroskopischen Methoden die strukturellen und dynamischen Eigenschaften der Materie beim Übergang vom Gas zur Flüssigkeit oder zum Feststoff. Aus diesem Bereich ergibt sich laut Prof. Rühl vor allem ein Anwendungspotenzial für neue Nanomaterialien.

    Künftig sollen in Würzburg unter anderem neue, hoch intensive Quellen für kurzwellige Strahlung entwickelt und genutzt werden. Derartige Strahlen eignen sich für Untersuchungen an Clustern und Nanopartikeln sowie für Anwendungen in den Umwelt-, Material- und Lebenswissenschaften. "Diese Arbeitsbereiche lassen sich hervorragend in die Forschungsstruktur der Universität Würzburg integrieren, so dass sich neue Perspektiven für die Forschung und die interdisziplinäre Lehre eröffnen", sagt der neue Professor.

    Eckart Rühl, 1958 in Berlin geboren, absolvierte das Chemiestudium an der Freien Universität (FU) in seiner Heimatstadt. Dort schloss er 1987 auch die Promotion im Fach Physikalische Chemie ab. Bis Ende 1989 folgten Post-Doc-Aufenthalte in Frankreich, England, Kanada und den USA.

    Nach seiner Rückkehr an die FU habilitierte er sich dort 1993. Zwei Jahre später folgte er dem Ruf auf eine Professur für Experimentalphysik an der Uni Mainz, ein Jahr darauf übernahm er einen Lehrstuhl für Experimentalphysik mit Schwerpunkt Umweltphysik an der Uni Osnabrück. Dort baute er das seinerzeit neu eingerichtete Arbeitsgebiet Umweltphysik in Forschung und Lehre auf.

    Kontakt: Prof. Dr. Eckart Rühl, T (0931) 888-6300, Fax (0931) 888-6302, E-Mail:
eruehl@phys-chemie.uni-wuerzburg.de



WISSENSCHAFTSPREISE




Genort für eine psychische Erkrankung dingfest gemacht


Ein Gen, das für eine bestimmte Form der Schizophrenie verantwortlich ist, befindet sich auf dem langen Arm des Chromosoms Nummer 15. Für diese Erkenntnis hat der Mediziner PD Dr. Gerald Stöber von der Uni Würzburg den Organon-Forschungspreis für Biologische Psychiatrie verliehen bekommen.

    Eine Studie mit zwölf großen Familien zeigte, dass bei einem Großteil der betroffenen Personen das Chromosom 15 der Ort ist, an dem sich das krankheitsauslösende Gen befindet. Eine zweite Studie mit vier anderen Großfamilien bestätigte den Befund.

    Damit konnte Dr. Stöber erstmals überhaupt bei einer Krankheit aus diesem Formenkreis ein Gen "dingfest" machen: "Bei allen anderen Arten der endogenen Psychosen fand man bislang mal diesen, mal jenen Genort, aber nie ein und denselben in dieser Häufigkeit", so der Mediziner.

    Dr. Stöber ist Leitender Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Uni Würzburg. Dort erforscht er die molekularbiologischen Ursachen endogener Psychosen. Landläufig sind diese Erkrankungen als Schizophrenien bekannt. Dr. Stöber beschäftigt sich vor allem mit der Unterform der so genannten katatonen Psychosen.

    Bei Patienten, die daran leiden, läuft die Psychomotorik verzerrt und nicht mehr harmonisch ab. Unter Psychomotorik versteht man all das, was ein Mensch auf sein inneres Fühlen hin an Mimik und Gestik zeigen kann. So gehen zum Beispiel Gefühle wie Freude oder Trauer automatisch mit einem bestimmten Mienenspiel einher. Bei den von einer endogenen Psychose Betroffenen ist dies aber nicht mehr der Fall. Um die molekulargenetischen Ursachen dieses Leidens aufzudecken, führt Dr. Stöber nun weitere Untersuchungen am Chromosom 15 durch.

    Der Würzburger Wissenschaftler teilt sich den mit 15.000 Euro dotierten Preis mit PD Dr. Beat Lutz vom Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München. Die Auszeichnung wurde ihm im Oktober 2002 beim 8. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Biologische Psychiatrie in Düsseldorf verliehen.

    Weitere Informationen: PD Dr. Gerald Stöber, T (0931) 201-76000, Fax (0931) 201-77020, E-Mail:
stoeber_g@klinik.uni-wuerzburg.de



FORSCHUNGSPROJEKTE




Chemiker nehmen Radikale unter Beschuss


Auf einem bisher kaum erforschten Gebiet der Chemie bewegt sich die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Ingo Fischer an der Universität Würzburg: Die Wissenschaftler untersuchen am Institut für Physikalische Chemie mit Hilfe sehr reaktiver Moleküle, wie eine chemische Reaktion zeitlich abläuft. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert das Projekt.

    Laut Stefan Dümmler aus dem Arbeitskreis von Prof. Fischer erfreuen sich derzeit zwei Arten kleiner, aber hoch reaktiver Kohlenwasserstoffe besonderen wissenschaftlichen Interesses: Zum einen sind es einfache Kohlenwasserstoffradikale, zum anderen kleine Carbensysteme. Beider Reaktivität entspringt dem Vorhandensein eines oder mehrerer ungebundener Elektronen.

    Was macht diese Teilchen so interessant? "Da sie sich aus relativ wenigen Atomen zusammensetzen, stellen sie die idealen Modellsysteme zur Untersuchung des zeitlichen Ablaufs einer chemischen Reaktion dar", sagt Dümmler. An diesen Molekülen lassen sich grundlegende Messungen durchführen, während größere Teilchen schlichtweg zu viele und dadurch zu komplizierte Daten liefern.

    Aber auch aus Sicht der Anwendung lohnt sich die Untersuchung der Moleküle: Sie treten unter anderem beim Verbrennungsvorgang in Motoren auf und sind dort für die Rußbildung verantwortlich. Nachgewiesen wurden sie auch im Weltraum, und zwar in so genannten interstellaren Wolken.

    Die Bindungen zwischen den Atomen eines Moleküls sind nicht starr, sondern bis zu einem gewissen Grad flexibel; die Atome schwingen also in alle Raumrichtungen um ihren Platz im Molekül. Diese Schwingungen sind umso stärker, je mehr Energie das Molekül besitzt, und jede der möglichen Schwingungen besitzt einen bestimmten Energiewert, ab dem sie angeregt wird. Wird eine zu starke Schwingung in Gang gebracht, kann die Bindung zwischen den Atomen brechen und das Molekül gespalten werden. Die Bruchstücke lassen sich dann mit einem Detektor identifizieren. Außerdem können die Forscher die Geschwindigkeit messen, mit der die Bruchstücke entstanden sind. Diese Daten geben Auskunft über den genauen Reaktionsverlauf.

    Im Arbeitskreis Fischer werden solche Messungen folgendermaßen durchgeführt: Ausgangspunkt ist ein Gemisch eines Edelgases mit den Vorläufermolekülen, das unter Druck steht. Diese Mixtur wird durch ein auf 1.500 Grad Celsius erhitztes Siliciumcarbid-Röhrchen geleitet. Dabei entstehen aus den Vorläufermolekülen die hoch reaktiven Teilchen, für welche sich die Würzburger Chemiker interessieren.

    Die Teilchen werden dann in eine unter Vakuum stehende Messkammer geschleust und dadurch stark abgekühlt. In der Kammer werden sie mit Laserpulsen verschiedener Energien beschossen. Wird durch einen Laserpuls ausreichend Schwingungsenergie in eine Atombindung gebracht, so wird diese angeregt und gebrochen. Die entstehenden Ionen werden in der Kammer mit einem Massenspektrometer nachgewiesen. Auf diese Weise lassen sich genaue Daten über die Struktur und Reaktivität von Radikalen und Carbenen ermitteln.

    Weitere Informationen: Prof. Dr. Ingo Fischer, T (0931) 888-6360, Fax (0931) 888-6378, E-Mail:
ingo@phys-chemie.uni-wuerzburg.de



WISSENSCHAFTLICHE TAGUNGEN




Die Volkskunde zu Markte tragen


"Die Volkskunde 'zu Markte tragen' ... Freiberufler und ihr Verhältnis zur akademischen Fachdisziplin": Unter diesem Titel veranstalten der Lehrstuhl für Volkskunde der Uni Würzburg und die Deutsche Gesellschaft für Volkskunde eine Tagung. Sie findet statt am Samstag, 1. Februar, ab 9.30 Uhr im Hörsaal 4 des Philosophiegebäudes am Hubland.

    In den vergangenen zehn Jahren hat sich verstärkt ein Markt für freiberuflich tätige Volkskundler und andere Geisteswissenschaftler gebildet. Sie unterstützen Kommunen, Behörden und weitere Institutionen, aber auch Privatleute und Firmen bei der Durchführung kulturwissenschaftlicher Forschungs-, Publikations- und Ausstellungsprojekte.

    Diese wissenschaftliche Arbeit für den freien Markt ist anderen Zwängen unterworfen als in einer gesicherten Anstellung. Darum sei es für die wachsende Zahl freiberuflich tätiger Volkskundler an der Zeit, ihr Verhältnis zur akademischen Fachwissenschaft zu hinterfragen, so die Veranstalter der Tagung. Dass die Fragestellung aktuell ist, belege das rege Interesse auch aus dem Ausland: Rund 70 Teilnehmer haben sich bereits angemeldet.

    Zunächst soll diskutiert werden, welchen gegenseitigen Nutzen ein intensiver Austausch zwischen der Fachdisziplin und ihren Anwendern auf dem freien Markt bringt und mit welchen Maßnahmen dieser Austausch intensiviert werden kann. Weiterhin geht es um Erfahrungsberichte aus der Alltagspraxis, in denen das Verhältnis zwischen Wissenschaftlern auf Feststellen und projektweise hinzugezogenen freien Wissenschaftlern untersucht werden soll.

    Die Veranstalter sind der Ansicht, dass die Volkskunde mit dieser Tagung eine Vorreiterrolle unter den zahlreichen benachbarten Disziplinen übernimmt. Wenngleich auch zum Beispiel in der Geschichtswissenschaft oder der Kunstgeschichte immer mehr magistrierte und promovierte Wissenschaftler freiberuflich ihre Dienste anbieten, sei eine Diskussion über diese Art der wissenschaftlichen Tätigkeit nirgends zu erkennen - "von einer Akzeptanz ganz zu schweigen", so die Tagungsorganisatoren.


PERSONALIA


Dr. Martin BRÖRING, Wissenschaftlicher Angestellter, Institut für Anorganische Chemie, wurde mit Wirkung vom 20.01.2003 die Lehrbefugnis für das Fachgebiet "Anorganische Chemie" erteilt.

Prof. Dr. Hans Joachim GROSS wird vom 01.03.2003 bis zur endgültigen Besetzung der Stelle, längstens jedoch bis 30.04.2003, auf der Planstelle eines Universitätsprofessors der BesGr. C4 für Biochemie beschäftigt.

Prof. Dr. Otto Ludwig LANGE, em. Prof. für Botanik, wurde zum Ehrenmitglied der Deutschen Botanischen Gesellschaft ernannt.

Prof. Dr. René MATZDORF, Physikalisches Institut, wurde mit Wirkung vom 01.03.2003 von der Universität Würzburg an die Universität Kassel versetzt.

Prof. Dr. Wolfgang SCHNEIDER, Lehrstuhl für Psychologie IV, wurde zum Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Psychologie gewählt.

Prof. Dr. Sebastian SUERBAUM, Institut für Hygiene und Mikrobiologie, hat einen Ruf auf eine C4-Professur an der Medizinischen Hochschule Hannover erhalten.

Dienstjubiläen 25 Jahre:

Friedrich SCHMITT, Verwaltung Klinikum, am 29.12.2002


STELLENMARKT



Am Lehrstuhl für Geographie I - Physische Geographie ist ab 15. April 2003 die Stelle einer/s

Angestellten im Verwaltungsdienst


zu besetzen. Die Vergütung erfolgt nach BAT. Erwartet wird die Erledigung von Verwaltungsaufgaben sowie das Verfassen von Briefen und Texten im Bereich des Lehrstuhls für Geographie I - Physische Geographie. Voraussetzungen sind der sichere Umgang mit PC-Programmen zur Textverarbeitung (Word), Datenbankverwaltung (Excel, Access) und Präsentation (Power Point) sowie Organisationstalent.

Erwünscht sind gute Kenntnisse in Englisch, Französischkenntnisse sind von Vorteil. Bei gleicher Eignung und Qualifikation werden Schwerbehinderte bevorzugt berücksichtigt.

Schriftliche Bewerbungen sind innerhalb von 2 Wochen zu richten an:

Prof. Dr. Roland Baumhauer, E-Mail:
baumhauer@mail.uni-wuerzburg.de


Geographisches Institut, Lehrstuhl für Geographie I - Physische Geographie, Am Hubland, 97074 Würzburg, T (0931) 888-554/5555, Fax (0931) - 888-5544.



Im Rechenzentrum der Universität ist ab 01.09.2003 eine Ausbildungsstelle zum/zur

Fachinformatiker/in Fachrichtung Systemintegration


zu besetzen. Bezahlung erfolgt nach BAT. Schwerbehinderte werden bei gleicher Eignung bevorzugt berücksichtigt. U.a. werden Kenntnisse vermittelt, komplexe Hard- und Softwaresysteme zu analysieren, zu planen und zu realiseren. Erwartet werden ein guter Realschulabschluss, gute Englischkenntnisse und eine hohe Leistungsbereitschaft.

Schriftliche Bewerbungen sind bis 14.02.2003 zu richten an: Rechenzentrum der Universität, Am Hubland, 97074 Würzburg.



VERSCHIEDENES




Änderungen in der Philosophischen Fakultät I


In der Philosophischen Fakultät I (Altertums- und Kulturwissenschaften) ergeben sich mit Wirkung vom 1. April 2003 einige Änderungen der Organisationsstruktur:
  • Die Institute für Archäologie und für Orientalische Philologie werden aufgelöst.
  • Es wird ein neues Institut für Altertumswissenschaften errichtet, dem der Lehrstuhl für Klassische Archäologie (Prof. Sinn), die C3-Professur für Klassische Archäologie (Prof. Böhm), der Lehrstuhl für vor- und frühgeschichtliche Archäologie (Prof. Schier), der Lehrstuhl für Altorientalistik (Prof. Wilhelm) sowie der Lehrstuhl für Vergleichende Sprachwissenschaft (Prof. Hettrich) zugeordnet werden.
  • Das Institut für Slavistik und Vergleichende Sprachwissenschaft wird umbenannt in Institut für Slavistik.
  • Der Lehrstuhl für Orientalische Philologie wird umbenannt in Lehrstuhl für Altorientalistik und dem neuen Institut für Altertumswissenschaften zugeordnet.



Exzellente Forscher für Deutschland gewinnen


Ein gutes Stellenangebot für den Lebenspartner sei eine wesentliche Bedingung für eine Rückkehr nach Deutschland - das sagen 72 Prozent der deutschen Forscherinnen und Forscher im Ausland laut einer Studie des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft. Dieser und die Deutsche Forschungsgemeinschaft wollen gemeinsam nach Wegen aus dem Dilemma suchen. Deshalb laden sie ein zu einer Tagung unter dem Titel "Verflechtung beruflicher Karrieren in Akademiker-Partnerschaften" am Montag, 24. Februar, von 10.00 bis 17.00 Uhr im Wissenschaftszentrum Bonn. Die Veranstaltung richtet sich vor allem an Verantwortliche in Wissenschaft, Management und Politik, die sich dafür einsetzen, exzellente Forscher für den Wissenschafts- und Forschungsstandort Deutschland zu gewinnen. Weitere Informationen: Michaela Dreike, T (0228) 885-2745, E-Mail:
michaela.dreike@dfg.de




Steuer-Workshop für junge Mediziner


In ihrem Workshop "Meine erste Steuererklärung" will die Beratungsgemeinschaft für Ärzte und Zahnärzte (BAZ) jungen Medizinern Informationen und Tipps rund um die Steuererklärung bieten. Der Kurs findet am Dienstag, 18. Februar, und am Dienstag, 25. Februar, jeweils ab 19.00 Uhr in den Räumen der BAZ in der Waltherstraße 9 statt. Die Kosten trägt laut BAZ der Verband für Ärzte und Zahnärzte. Weitere Informationen und Anmeldung bei der Beratungsgemeinschaft für Ärzte und Zahnärzte GmbH, Michael Reichert, Waltherstraße 9, 97074 Würzburg, T (0931) 79 70 90, E-Mail:
michael.reichert@baz.de




Notebooks abzugeben


Der Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht, Informationsrecht und Rechtsinformatik hat folgende Geräte abzugeben:
  • 1 Toshiba T2000 Sxe/60 System Unit mit einem monochromen Bildschirm, Arbeitsspeichererweiterung (das Gerät ist nicht betriebsbereit), Anschaffung ca. 1991
  • 1 Thinkpad Type 9546/765D, P 166, 2,8 GB Festplatte, 65 MB RAM (Bildschirm ist sehr dunkel, kann aber an Monitor betrieben werden; diverses Zubehör z. B. zusätzliches externes Laufwerk), Rechnungsdatum 28.11.1997

    Die Geräte können nach vorheriger Absprache besichtigt und getestet werden. Anfragen an: Lehrstuhl für Strafrecht, E-Mail:
keirich@jura.uni-wuerzburg.de


Alte Universität, Domerschulstraße 16, 97070 Würzburg, T (0931) 31-2391.



Wohnungen zu vermieten


Schöne 2-Zimmerwohnung in Würzburg, Uni-Nähe, ab 01.03.2003 zu vermieten. Größe: 55 qm Wohnfläche (Keller und Garage). Gute Busanbindung. Preis: 345 Euro zzgl. Nebenkosten. Nähere Informationen unter T (0931) 280047 (nach 18.00 Uhr).

2-Zimmerwohnung in Würzburg-Grombühl, Nähe Klinikum, ab 01.05.2003 zu vermieten (WG geeignet). Größe: 55 qm. Wohnküche mit Einbauküche, Bad mit Badewanne. Straba-Haltestellen in nächster Nähe. Preis: 340 Euro zzgl. Nebenkosten. Anfragen unter T (0931) 201-47789.



Haus zu verkaufen


Großzügiges Haus in Versbach, Nähe Uni-Klinik, zu verkaufen. Größe: ca. 200 qm Wohnfläche, Baujahr: 1980, vor vier Jahren innen neu renoviert (Heizung, Elektrik, Installation). Großer, schön eingewachsener Garten mit altem Baumbestand und Gartenhaus. Preis: 350.000 Euro (Wert laut Sachverständigengutachten: 435.000 Euro). Anfrage unter T (09374) 9797306.