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Gelungener Start in die Universitätspartnerschaft Würzburg-Athen


Die im Sommer 2002 vereinbarte Partnerschaft zwischen der Universität Würzburg und der Kapodistrias-Universität Athen hat nun in der griechischen Hauptstadt einen offiziellen Auftakt erfahren: Im Beisein des griechischen Erziehungsministers und der Staatssekretärin im Kultusministerium eröffneten Vertreter beider Hochschulen am 31. Oktober in der überfüllten historischen Festaula der Universität Athen die Sonderausstellung "Die Geschichte der Schrift. 5000 Jahre Schreibkultur in aller Welt".

    Das Kernstück dieser gemeinschaftlich konzipierten Dokumentation bildet die im Sommer in der Antikenabteilung des Martin-von-Wagner-Museums der Uni Würzburg gezeigte Sonderausstellung "Schrift, Sprache, Bild und Klang". Durch die Kooperation aller in der Fakultät für Altertums- und Kulturwissenschaften (Philosophische Fakultät I) zusammengeschlossenen Fächer und dank der Mitwirkung der Universitätsbibliothek, des Lehrstuhls für Alte Geschichte und des Instituts für Geschichte der Medizin vermochte die Würzburger Ausstellung einen in dieser Form noch nie zuvor erarbeiteten Überblick über die Entstehung und Entwicklung von Schriftsystemen zu geben. Dies geschah in einem interkulturellen Vergleich zwischen dem aus dem Mittelmeerraum inspirierten Europa, dem Fernen Osten und Mittelamerika.

    Ihre eigene Kultur in diesem umfassenden Kontext besser verstehen zu lernen, war das Motiv der Partner in Athen, als sie anlässlich eines Besuchs in Würzburg im Juli 2002 darum baten, die Würzburger Ausstellung in Griechenland zeigen zu können. Die Dokumentation der Schrift in Griechenland wird in Athen mit repräsentativen Beispielen aus eigenen Beständen bestritten.

    In ihren Grußworten zur Eröffnung der Ausstellung bezeichneten der Rektor der Universität Athen, Prof. Giorgos Babiniotis, und für die Universität Würzburg deren Vizepräsident Prof. Wolfgang Freericks das harmonische und effiziente Zusammenwirken als sichtbaren Beleg des Potenzials, das der neuen Partnerschaft innewohnt. Als Sprecher des Würzburger Ausstellungskomitees hob Prof. Ulrich Sinn die Mitwirkung zahlreicher Griechen hervor, die in Würzburg studieren, und dankte den Würzburger Förderern dieses aufwändigen Projekts: Uni-Kanzler Bruno Forster, Dr. Georg Kaiser vom Universitätsbund und Dr. Hans-Jürgen Dietrich vom Würzburger Ergon-Verlag.

    Über die Ausstellung selbst, aber auch über die Begründung der Universitätspartnerschaft berichteten die griechischen Medien ausführlich. Vom ersten Tag an war der Ausstellung, die in einem universitätseigenen klassizistischen Gebäude im Zentrum Athens zu sehen ist, ein reger Besuch beschieden. Eine vom griechischen Kultus- und Erziehungsministerium gemeinschaftlich getragene Initiative hat das Ziel, Schülern den Inhalt der Ausstellung zu vermitteln. Täglich werden auf diese Weise etwa 250 Schüler aus dem Großraum Athen durch die Ausstellung geführt. Das dafür vorgesehene Zeit- und Personalkontingent ist bereits bis zum letzten Tag der Ausstellung, dem 30. November, ausgebucht. Der in griechischer Sprache verfasste Ausstellungskatalog wird an Schulen kostenlos ausgegeben.

    Zur Universitätspartnerschaft gehört auch ein regelmäßiger und wechselseitiger Dozentenaustausch. Auch dazu fiel jetzt der Startschuss, denn die Würzburger Professoren Gernot Wilhelm und Ulrich Sinn hielten erste Vorlesungen in Athen.

    Weitere Informationen: Prof. Dr. Ulrich Sinn, T (0931) 31-2865, Fax (0931) 31-2507, E-Mail:
i-archaeology@mail.uni-wuerzburg.de




Fünf Vorträge weisen Geisteswissenschaftlern den Weg in den Beruf


Am Dienstag, 12. November, startet die Universität Würzburg eine Vortragsreihe für Absolventen der Geistes- und Sozialwissenschaften. Insgesamt fünf Referenten aus der Praxis geben in den kommenden Wochen Tipps, wie der Einstieg in ihr Berufsfeld gelingt.

    Alle Vorträge finden dienstags um 17.15 Uhr im Hörsaal 4 des Philosophiegebäudes am Hubland statt. Eingeladen sind neben den Studierenden auch Abiturienten, die sich für die vorgestellten Berufsfelder interessieren.

    Zum Auftakt referiert am 12. November Brigitte Schmieg vom "Büro Führungskräfte zu internationalen Organisationen" (BFIO, Bonn) über den Berufseinstieg bei international agierenden Organisationen. Neben historisch oder politisch gebildeten Absolventen spricht dieses Berufsfeld besonders auch Studierende der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften an.

    Andrea Kern, M.A., von der Deutschen Bank Trust AG (Frankfurt/Main) stellt am 19. November insbesondere Kunsthistorikern vor, wie man als Kunstberater nahe an Markt und Macht Dienstleistungen für die Kunst erbringen kann.

    Am 26. November informiert Dr. Jürgen Brandhorst von der Generaldirektion der GEMA (München) über Arbeitsfelder im Musikmanagement. Diese sind nicht nur für Musiker interessant, sondern auch für Musikwissenschaftler oder musikalisch interessierte Geisteswissenschaftler.

    Unternehmensberater setzen nicht allein auf Absolventen der Wirtschaftswissenschaften. Dass sie gerne auch die Kreativität und Problemlösungskompetenz der Geisteswissenschaftler nutzen, zeigt Gösta Jamin von Mc Kinsey Company (München) am 3. Dezember.

    Zum Abschluss der Reihe weist Dr. Susanne Stracke-Neumann Wege in den Journalismus. Die Referentin kommt von der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union in der Gewerkschaft ver.di (Berlin).

    Mit dieser inzwischen zum vierten Mal angebotenen Vortragsreihe namens "Humanities meet Business - Berufsfelder für Geisteswissenschaftler" will die Universität zeigen, dass es trotz wirtschaftlich schwieriger Zeiten für die Absolventen der Geisteswissenschaften viele Berufschancen gibt - insbesondere auch in Bereichen, in denen man dies auf den ersten Blick nicht vermuten würden. Darüber hinaus wird die Universität im kommenden Sommer anlässlich der Universitätsmesse Jumax wieder eine Firmenkontaktbörse veranstalten, die Absolventen und Vertreter von Firmen, die hoch qualifizierte Fachkräfte suchen, miteinander ins Gespräch bringt.

    Weitere Informationen: Dr. Annette Retsch, Büro des Kanzlers der Universität, T (0931) 31-2420, E-Mail:
retsch@zv.uni-wuerzburg.de




Vortragsreihe über die Forschung der Altertumswissenschaftler


Die Altertumswissenschaftlichen Fächer an der Uni Würzburg haben sich zusammengetan: Gemeinsam präsentieren sie in einer Ringvorlesung ihre Forschungsschwerpunkte. Zum Auftakt geht es am Donnerstag, 14. November, um das ägyptische Thotbuch.

    Die Vorträge ziehen sich durch das gesamte Wintersemester und sollen im Sommer fortgesetzt werden. Am 14. November spricht der Ägyptologe Prof. Dr. Karl-Theodor Zauzich über das Thema "Das ägyptische Thotbuch. Der Gott der Weisheit spricht mit einem wissensdurstigen Schüler - ein unpublizierter prähermetischer Text". Sein Vortrag findet, ebenso wie die folgenden, um 18.15 Uhr im Toscanasaal der Residenz statt. Die weiteren Termine:
  • 21. November: "Kult und Politik. Griechische Heiligtümer als Stätten der Diplomatie", Prof. Dr. Ulrich Sinn, Klassische Archäologie
  • 28. November: "Mineralogisch-materialkundliche Analytik in den Altertumswissenschaften: Rohstoffe - Herstellungstechniken - Handelsbeziehungen", PD Dr. Ulrich Schüßler, Mineralogie/Archäometrie
  • 5. Dezember: "Zwischen Theorie und Praxis. Der Anfang der Philosophie im Spannungsfeld der Weisheit", Prof. Dr. Andreas Speer, Philosophie
  • 23. Januar: "Das Karpatenbecken an der Wende vom späten Neolithikum zur frühen Kupferzeit (5. Jahrtausend v.Chr.)", Prof. Dr. Wolfram Schier, Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie
  • 30. Januar: "Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Späten Bronzezeit in Vorderasien: Sklaverei im Lande Arrapcha", Prof. Dr. Gernot Wilhelm, Altorientalistik

    An dem Zusammenschluss der Altertumswissenschaftler beteiligen sich die Klassische Philologie (Gräzistik und Latinistik), Klassische sowie Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie, Altorientalistik, Vergleichende Sprachwissenschaft, Ägyptologie, Alte Geschichte, Philosophie, die Katholisch-Theologischen Lehrstühle für Altes Testament und biblisch-orientalische Sprachen, für Neutestamentliche Exegese, für Biblische Einleitung und Biblische Hilfswissenschaften sowie für Kirchengeschichte des Altertums, christliche Archäologie und Patrologie. Außerdem sind dabei die Mineralogie/Archäometrie, die Antikenabteilung des Martin-von-Wagner-Museums und das Ostkirchliche Institut der Bayerisch-Deutschen Augustinerprovinz.

    Weitere Informationen: Prof. Dr. Heinrich Hettrich, T (0931) 31-2824, Fax (0931) 57 22 61, E-Mail:
heinrich.hettrich@mail.uni-wuerzburg.de




Lehrer können ihre Schulklasse zum Orchester machen


Lehramtsstudierende und Lehrer an allgemeinbildenden Schulen können an der Uni Würzburg im Wintersemester 2002/03 den Ausbildungsbereich "Klassenmusizieren mit Perkussionsinstrumenten" belegen. Dabei arbeitet die Hochschule erstmals mit der Akademie für Musikpädagogik zusammen. Ein solches Angebot gibt es bislang an keiner anderen Universität in Deutschland.

    In dem neuen Seminar lernen die Teilnehmer, wie sie den Schülern das Musizieren mit Schlaginstrumenten im Klassenverband beibringen können. Dozent ist der Perkussionist Bernd Kremling (Würzburg), der bereits einige solcher Kurse an der Bayerischen Musikakademie Hammelburg betreut und an der Uni Würzburg einen Lehrauftrag inne hat.

    Aus der Erfahrung heraus lasse sich feststellen, so der Musikpädagoge Prof. Dr. Friedhelm Brusniak von der Uni Würzburg, dass das Klassenmusizieren heute als eine der erfolgreichsten Unterrichtsmethoden an allgemeinbildenden Schulen gelten könne. Auf diese Weise würden mehr Schüler als bisher einen Zugang zu Instrumenten und zur Musik im allgemeinen finden. Die bundesweite Einführung des Klassenmusizierens für Blas-, Streich- und Schlaginstrumente sei nur noch eine Frage der systematischen Aus-, Fort- und Weiterbildung.

    Kremling bietet in Zusammenarbeit mit Brusniak an der Uni Würzburg auch für Musikpädagogen und im Beruf stehende Lehrer Kurse an, die vom Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus als eine die Lehrerfortbildung ergänzende Maßnahme anerkannt sind. Der erste Kurs findet von Freitag bis Sonntag, 15. bis 17. November, statt. Weitere Informationen und Anmeldung: Akademie für Musikpädagogik, T (0611) 9545-886, Fax (0611) 9545-885, E-Mail und Internet:
musikpaedagogik@t-online.de

http://www.musikpaedagogik.de




Prof. Dr. Theo Meyer wird 70


Die gesamte deutsche Literatur vom Naturalismus bis zur Gegenwart, vor allem aber Gottfried Benn und Friedrich Nietzsche - das antwortet der Würzburger Professor Dr. Theo Meyer, wenn er nach seinen Hauptarbeitsgebieten gefragt wird. Am Freitag, 8. November, feiert der Literaturwissenschaftler 70. Geburtstag.

    Seit 1978 ist Theo Meyer Professor für Neuere deutsche Literaturgeschichte an der Universität Würzburg. Derzeit arbeitet er an einem Buch mit dem Titel "Gottfried Benn". Dazu recherchiert er auch im Schiller-Nationalmuseum zu Marbach, wo sich ihm eine wahre Fundgrube bietet: 1.200 Bände stehen in der dortigen Benn-Handbibliothek.

    Theo Meyer, 1932 in Solingen geboren, studierte Literatur, Philosophie und Geschichte in Köln und Freiburg. Nach dem Staatsexamen und einer mehrjährigen Assistententätigkeit wurde er 1967 in Köln mit einem Thema über Gottfried Benn promoviert. Die Habilitation folgte 1975 in Mainz mit einer Schrift über die Theorie des Expressionismus.

    Während seiner über 20-jährigen Tätigkeit an der Universität Würzburg behandelte Prof. Meyer in seinen Lehrveranstaltungen die deutsche Literatur vom 18. Jahrhundert über die Frühromantik und das Drama des 19. Jahrhunderts bis zum Naturalismus, Expressionismus und modernen Roman. In Forschung und Lehre wird er auch weiterhin tätig sein.

    Als seine wichtigsten Buchpublikationen nennt der Professor "Kunstproblematik und Wortkombinatorik bei Gottfried Benn" (1971), "Theorie des Naturalismus" (Hrsg., 1973), "Nietzsche. Kunstauffassung und Lebensbegriff" (1991) sowie "Nietzsche und die Kunst" (1993). Daneben legte er zahlreiche Aufsätze zur modernen Literatur vor, die sich unter anderem mit Franz Kafka, Franz Jung, Arno Holz und natürlich mit Benn und Nietzsche befassen. Hinzu kommen Aufsätze zu Goethe sowie zu generellen ästhetischen und poetologischen Problemen.

    Die Buchveröffentlichungen von Prof. Meyer fanden positive Resonanz. So urteilte die Zeitschrift "Literatur in Wissenschaft und Unterricht" 1993 in einer Buchbesprechung über "Nietzsche und die Kunst": "Unter glücklicher Vermittlung von Textexegese und Systematisierung werden die fundamentalen Kategorien und Strategien herausgearbeitet und zugleich eine in der Forschung bislang nicht erreichte Differenzierung in begriffsanalytischer wie in werk- und entwicklungsgeschichtlicher Hinsicht geliefert." Theo Meyer ist auch literarisch tätig. So veröffentlichte er in den "Neuen Deutschen Heften" Gedichte. Ein projektierter Gedichtband trägt den Titel "Requiem und Morgenröte".



Kammerorchester der Universität sucht Streicher


Das Kammerorchester der Universität Würzburg hat seine Probenarbeit im Unigebäude am Wittelsbacherplatz wieder aufgenommen. Insbesondere für die Violinen, aber auch für alle anderen Streichergruppen werden noch Mitspieler gesucht. Dem Orchester gehören Studierende und Dozenten aus allen Fakultäten an. Auf dem Programm stehen zurzeit das Concerto grosso a-moll, op. 3 Nr. 8 von Vivaldi für zwei Violinen und Streichorchester sowie von Mozart das Violinkonzert D-Dur KV 218 und die Symphonie Nr. 1 C-Dur op. 21 von Beethoven. Die nächsten Konzerte finden am 31. Januar in Karlstadt und am 1. Februar in Würzburg statt. Interessenten können einfach zu den Proben kommen, die immer montags von 19.00 bis 21.00 Uhr im Hörsaal 1 am Wittelsbacherplatz stattfinden. Sie können sich aber auch direkt an den künstlerischen Leiter Dragos Cocora wenden, T und Fax (0931) 27 17 22.



Probanden für Diplomarbeit gesucht


Für eine neuropsychologische Untersuchung zur Verarbeitung emotionaler Bilder werden im Rahmen einer Diplomarbeit am Institut für Psychologie der Uni Würzburg Männer als Probanden gesucht. Sie sollten zwischen 63 und 75 Jahre alt sein und nicht an neurologischen oder psychiatrischen Erkrankungen leiden. Die Untersuchung dauert etwa eineinhalb Stunden und wird mit acht Euro pro Stunde entschädigt. Anmeldung unter T (0931) 31-2848, E-Mail:
gerhard@psychologie.uni-wuerzburg.de




Streichtrio spielt in der Neurologie


Das 119. Konzert im Rahmen der Reihe "Musik in der Neurologie" wird von einem Streichtrio gestaltet, das sich aus Studierenden der Würzburger Hochschule für Musik formiert hat: Raphael Grunau, Sebastian Jolles und Vladlen Ovanessiants spielen Werke von Alfred Schnittke, Max Reger und Ludwig van Beethoven. Das Konzert findet am Donnerstag, 14. November, um 19.00 Uhr im Hörsaal der Neurologischen Klinik in der Josef-Schneider-Straße 11 statt. Der Eintritt ist frei; um Spenden wird gebeten.


NEU AN DER UNIVERSITÄT




Detlef Hansen auf dem Lehrstuhl für Sprachbehindertenpädagogik


Seit 1. August 2002 ist der Lehrstuhl für Sonderpädagogik III - Sprachbehindertenpädagogik an der Universität Würzburg mit Detlef Hansen besetzt. Der neue Professor führt seit 1983 unter anderem interdisziplinäre Grundlagenforschungen über Spracherwerbsstörungen bei Kindern durch.

    Die Sprachbehindertenpädagogik befasst sich zum einen mit der interdisziplinären Erforschung von Sprach-, Sprech- und Kommunikationsstörungen. Zum anderen besteht ihre Aufgabe in der Entwicklung und Bewertung von wissenschaftlichen Diagnose-, Therapie- und Unterrichtsmethoden, mit denen sich sprachliche Störungen, Defizite und Beeinträchtigungen beseitigen, mindern oder kompensieren lassen.

    Eine solche Methode hat Hansen mit dem Linguisten und Kindersprachforscher Prof. Dr. Harald Clahsen von der University of Essex entwickelt: Das 1991 entstandene neuartige Untersuchungsverfahren "COPROF" wird heute in der psycholinguistischen Forschung und der sprachdiagnostischen Praxis mit Erfolg eingesetzt.

    Mit empirischen Therapiestudien hat Prof. Hansen zudem die Wirksamkeit psycholinguistisch fundierter Methoden der Sprachtherapie und damit die Notwendigkeit interdisziplinärer Grundlagen- und Anwendungsforschung im Bereich der Sprachbehindertenpädagogik wissenschaftlich nachgewiesen. Insbesondere für diese Arbeiten erhielt er 1994 von der Universität Köln den "Gustav-Otto-Kanter-Preis für Behindertenstudien".

    In einem weiteren Forschungsprojekt hat er sich mit der spezifischen Förderung dysgrammatisch sprechender Kinder und Jugendlicher im Unterricht befasst. Dabei wurde eine Unterrichtsmethode entwickelt, deren Einsatz den schriftlichen und mündlichen Sprachgebrauch dieser Schüler deutlich verbesserte.

    Am Würzburger Lehrstuhl will der neue Professor künftig eine theoriegeleitete empirische Forschung und eine anwendungsbezogene Lehre umsetzen. Neben dem Ausbau des Lehramtsstudiums plant er für 2003 die Einrichtung einer Sprachtherapeutischen Ambulanz. Damit sollen geeignete Rahmenbedingungen für die wissenschaftliche und berufsfeldbezogene Qualifizierung von Sprachtherapeuten im Rahmen des Diplom- und Magisterstudienganges geschaffen werden.

    Detlef Hansen, der 1955 in Mönchengladbach geboren wurde, hat seit 1983 Forschungs-, Lehr- und Vortragstätigkeiten an verschiedenen in- und ausländischen Hochschulen ausgeübt. Von 1986 bis 1994 war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter an den Universitäten Köln und Dortmund, wo er auch promovierte, von 1994 bis 2002 Privatdozent an der Universität Hannover, wo er sich habilitierte. Außerdem arbeitete er an den Universitäten Düsseldorf, Rostock, Halle und Bern sowie seit 1996 als Gastprofessor an der Universität Teheran.

    Kontakt: Prof. Dr. Detlef Hansen, T (0931) 888-6813, Fax (0931) 888-6802, E-Mail:
hansen@mail.uni-wuerzburg.de



WISSENSCHAFTSPREISE




Warnung vor Stürmen mit Radardaten und Künstlicher Intelligenz


Das Handy von Autohändler Hollfelder piepst: Per SMS wird ein Hagelsturm angekündigt. Noch ist Zeit genug, um die im Freien stehenden Vorführwagen in Sicherheit zu bringen. Den Prototypen für ein so funktionierendes Sturm-Informationssystem hat der Würzburger Diplom-Geograph Peter Löwe entwickelt. Das Resultat ist offenbar sehr eindrucksvoll, denn die Stiftung "Umwelt und Schadenvorsorge" (Stuttgart) hat ihm dafür ihren mit 15.400 Euro dotierten Ersten Stiftungspreis zugesprochen.

    Als Grundlage für sein System nutzt Löwe, der an der Uni Würzburg Geographie und Informatik stuiert hat und zurzeit an seiner Dissertation arbeitet, meterologische Radardaten. Diese fließen in ein profesionelles Geoinformationssystem ein: Dabei handelt es sich um ein Werkzeug, mit dem sich verschiedene geowissenschaftliche Datenquellen integrieren, veralten und für ein breiteres Publikum verständlich darstellen lassen. Löwe hat dem System GRASS GIS - eine Freie Software, deren Programmcode frei zugänglich ist - eine Komponente zum Import von Radardaten hinzugefügt und, darauf aufbauend, ein Verwaltungs- und Analysesystem erstellt.

    Um die Radardaten richtig aufbereiten zu können, musste der Würzburger Geograph zudem Methoden aus der Künstlichen Intelligenz anwenden. Grund: Radardaten sind vieldeutig. Sie können zum Beispiel ein sinnloses Rauschen enthalten und müssen darum von erfahrenen Radar-Meteorologen interpretiert weren, bevor sie nutzbare Informationen über das Wetter liefern.

    Also hat Löwe für sein Sturmwarnungssystem das Wissen eines Radar-Fachmanns in einem so genannten Expertensystem abgelegt. Dieses beurteilt die eingehenden meteorologischen Daten anhand seiner Wissensbasis. Löwe: "Dieses System kann aus vielen isolierten Eigenschaften einer Sturmzelle eine Gesamtbeurteilung der Lage ableiten."

    Die Radardaten eines herannahenden Sturms werden also EDV-technisch erfasst, von einem "künstlichen Experten" interpretiert und dann laiengerecht aufbereitet, zum Beispiel als einfache Karte oder Textbotschaft. Jetzt geht es darum, all diejenigen zu informieren, die sich für drohende Unwetter interessieren. Nach Einschätzung von Löwe sind das vor allem Versicherungswirtschaft, Landwirtschaft und Tourismus.

    Falls in einem begrenzten Gebiet eine überschaubare Zahl von Anwendern möglichst umgehend informiert werden muss, sei eine E-Mail oder deren Weiterleitung als SMS an das Handy eine effektive und preiswerte Lösungsmöglichkeit, wie der Geograph sagt. Für ein größeres Publikum biete sich das Internet an, um zum Beispiel interaktive Karten zu übermitteln. Für Regionen ohne Internet-Anbindung gibt es die Alternative des Digitalen Radios: Die Daten werden dann über einen Satelliten zu einem Radioempfänger in einen PC übertragen.

    Den von der Stiftung "Umwelt und Schadenvorsorge" zum Thema "Risiko Sturmschäden: Vorsorge, Vermeidung, Nachsorge" ausgeschriebenen Preis erhielt Löwe im Oktober 2002. Gegründet wurde die satzungsgemäß mit der Akademie für Technikfolgenabschätzung in Baden-Württemberg verbundene Stiftung 1998 von der SV Gebäudeversicherung (Stuttgart). Der Preis wird alle zwei Jahre vergeben und soll Arbeiten honorieren und fördern, die zu einer "Verbesserung der Schadenssituation im Rahmen der Versicherung gegen Elementarschäden" beitragen, wie die Stiftung mitteilt.

    Peter Löwe, 1969 in Michelstadt im Odenwald geboren, wird bei seiner Doktorarbeit von dem Geographen Prof. Dr. Detlef Busche von der Uni Würzburg betreut. Mit dem Spezialisten für Methoden der Künstlichen Intelligenz, dem Informatiker Prof. Dr. Frank Puppe von der Uni Würzburg, kooperiert Löwe seit seiner Diplomarbeit 1997: Schon damals ging es um die Verknüpfung von Satellitendaten mit "künstlichem Expertenwissen".

    Weitere Informationen: Peter Löwe, T (0931) 888-5585, E-Mail bzw. Internet:
loewe@fukengrueven.com

http://ki.informatik.uni-wuerzburg.de/~loewe/



FORSCHUNGSPROJEKTE




Botaniker nehmen Wachshaut der Tomate unter die Lupe


Die Wachsschicht, die Tomaten wie eine Haut vor dem Austrocknen schützt, ist nicht sonderlich exotisch. Doch gerade das macht die Früchte zu spannenden Forschungsobjekten: Pflanzenwissenschaftler von der Universität Würzburg wollen sie als Modellsystem etablieren, um die Entstehung und Funktion der wächsernen Pflanzenhaut zu ergründen.

    Alle oberirdischen Teile einer Pflanze sind von einer hauchzarten, aber sehr dichten Wachsschicht umgeben. Diese so genannte Kutikula verhindert, dass die Pflanzen über ihre Oberfläche unkontrolliert Wasser verlieren und austrocknen. Erst diese Wachshaut machte es den Pflanzen möglich, während der Evolution vom Wasser aufs Land vorzudringen.

    Die chemische Zusammensetzung der Kutikula ist bereits von vielen Pflanzen bekannt. "Die Analysen ergaben, dass es sich ausnahmslos um komplexe Mischungen von vielen Verbindungen handelt, die chemisch wiederum unterschiedlichen Strukturen zuzuordnen sind", so der Würzburger Pflanzenforscher Dr. Gerd Vogg.

    Die Pflanzenzelle bildet die Wachskomponenten mit Hilfe ihrer Enzymausstattung, transportiert sie aus der Zelle hinaus und lagert sie dann auf der Oberfläche ab. Der in den Lehrbüchern dargestellte biochemische Ablauf der Wachsbildung basiert laut Dr. Vogg allerdings oft auf rein theoretischen Hypothesen. Tatsächlich sei es weitgehend unklar, welche Proteine, Enzyme und Gene hierfür notwendig sind.

    Des weiteren ist nicht bekannt, weshalb immer eine Vielzahl von Wachsbestandteilen notwendig ist, damit die Kutikula Schutz vor Verdunstung bieten kann. Hier stellt sich die Frage, welche Komponente welchen Anteil an der Barrierefunktion erfüllt.

    Die Tomatenfrucht bietet sich als ideales Modellsystem an, um die Bildung und Funktion der Wachse zu untersuchen. Zum einen ist ihre Kutikula aus Verbindungen zusammengesetzt, die im Pflanzenreich weit verbreitet sind. Zum anderen befinden sich auf der Oberfläche der Tomate keine Spaltöffnungen. Dabei handelt es sich um regulierbare Poren, durch welche die Pflanze Kohlendioxid für die Photosynthese aufnimmt und die Abgabe von Wasser kontrolliert. Weil die Tomatenfrucht keine solchen Poren hat, muss sämtliches Wasser den Weg durch die Wachsschicht nehmen. Deshalb kann deren Funktion als Verdunstungsschutz direkt bestimmt werden. Weiterer Vorteil: Von der Tomate sind viele Mutanten mit unterschiedlicher Wachszusammensetzung sowie genetische Datenbanken verfügbar.

    Am Würzburger Lehrstuhl für Botanik II, wo die Arbeitsgruppe von Dr. Vogg tätig ist, werden die Eigenschaften der Kutikula seit mehreren Jahren erforscht. Das "Tomaten-Projekt" wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziert. Es zielt darauf ab, mit der Tomate als Modellpflanze die Bildung und Funktion der Kutikula besser verstehen zu lernen.

    Weitere Informationen: Dr. Gerd Vogg, T (0931) 888-6206, Fax (0931) 888-6235, E-Mail:
gerd.vogg@botanik.uni-wuerzburg.de



PERSONALIA


Dienstjubiläen:

25 Jahre
Barbara DEKANT, Neurologische Klinik und Poliklinik, am 01.11.2002

Gabriele HILL-GOMEZ, Chirurgische Klinik und Poliklinik, am 01.11.2002

Elfriede ROHR, Lehrstuhl für Philosophie und Pädagogik II, am 01.11.2002

Gertrud ZÜRRLEIN, Klinik und Poliklinik für Herz- und Thoraxchirurgie, am 02.11.2002


FORSCHUNGSFÖRDERUNG


Für Rückfragen zu Forschungsvereinbarungen: Ref. I/3, T 31-2895
zu Forschungsanträgen: Ref. V/4, T 31-2294




Partner-Service für Wissenschaftler

Die EU-Koordinierungsstelle der deutschen Wissenschaftsorganisationen (KoWi) bietet in Kooperation mit ihren europäischen Schwestern den so genannten "IGLO Partnering-Service" an. Wissenschaftlern eröffnet dies die Möglichkeit, in der internationalen Forschungsgemeinschaft Kontakte und Partner zu finden: Sie können die Mitarbeit an einem Forschungsprojekt oder ihre eigene Kompetenz anbieten. Die entsprechenden Einträge werden anderen Wissenschaftlern in einer Datenbank zur Verfügung gestellt. Gleichzeitig erfolgt eine Verteilung per E-Mail über das IGLO-Netzwerk in Europa und einigen Drittländern sowie auf nationaler Ebene über den Aktiven Informationsdienst, soweit die Option "Partnergesuch erhalten" in den Profilangaben aktiviert wird. Interessenten können sich über die KoWi-Homepage für den Partnering Service registrieren:
http://www.kowi.de/services/IPS/igloservice.htm



AUSGESCHRIEBENE WISSENSCHAFTSPREISE




Wissenschaftspreis der BMW-Gruppe

Mit dem "Scientific Award" zeichnet die BMW Group weltweit Abschlussarbeiten von Hochschulabsolventen aller Fakultäten aus. Der Preis soll den Dialog zwischen Hochschulen und Unternehmen, zwischen Wissenschaft und Praxis fördern. Unter dem Motto "Passion for Innovation" werden für die Preisvergabe 2003 junge Talente gesucht, die "mit Begeisterung Antworten auf bisher ungelöste Fragen erarbeiten", wie es in der Ausschreibung heißt. Teilnahmeberechtigt sind Hochschulabsolventen, die zwischen dem 1. Januar 2001 und dem 28. Februar 2003 eine Diplom-, Magister- oder Doktorarbeit abgeschlossen haben oder abschließen werden. Die Bewerbung ist nur im Team mit einem betreuenden Professor des Lehrstuhls oder Instituts möglich, an dem die Abschlussarbeit erstellt wurde oder wird. Das Preisgeld beläuft sich auf insgesamt 70.000 Euro. Anmeldeschluss ist der 10. März 2003. Weitere Informationen sind im Internet zu finden:
http://www.bmw.com/scientific-award/



STELLENMARKT


Auskünfte zu den Stellengesuchen erteilt unter Angabe der Info Nr.
Referat IV/4 der Zentralverwaltung T 31-2538


Arzthelferin, z. Zt. halbtags als Angestellte im Schreibdienst bei der Universität tätig, sucht zusätzliche Teilzeitstelle im Uni-/Klinikbereich (Info Nr.: 2002-41).

Tierwirt sucht Stelle als Tierpfleger im Universitätsbereich (Info Nr.: 2002-81).

Verwaltungsangestellte/Sekretärin mit mehrjähriger Berufserfahrung im öffentlichen Dienst, Kenntnisse in Word, Access, Excel, sucht Beschäftigung im Universitätsbereich (Info Nr.: 2002-99).

Bürokauffrau mit fundierten EDV-Kenntnissen und mehrjähriger Berufserfahrung sucht Teilzeitstelle im Universitätsbereich (Info Nr.: 2002-100).

Speditionskaufmann sucht nach Ableistung des Zivildienstes ab 01.12.2002 Stelle im Universitätsbereich (Info Nr.: 2002-101).


Die Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin sucht zum 01.03.2003 oder später eine/einen

Chemie-Ingenieur/-in


(BAT IV bzw. BAT III) in unbefristeter Stellung für Arbeiten im Radiochemielabor. Bewerber sollten über fundierte Kenntnisse analytischer Verfahren wie HPLC und GC verfügen. Vorteilhaft sind Erfahrungen in der präparativen organischen Chemie sowie der Radiochemie. Schwerbehinderte werden bei gleicher Eignung und Befähigung bevorzugt eingestellt.

Schriftliche Bewerbungen sind zu richten an: Prof. Dr. Christoph Reiners, Direktor der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin, Josef-Schneider-Str. 2, 97080 Würzburg. Weitere Informationen unter T: 0931/201-35879 (Dr. A. Schirbel).



Der Technische Betrieb besetzt zum 01.09.2003 je einen Ausbildungsplatz für eine/n

Maschinenbaumechaniker/in sowie für eine/n


Elektroinstallateur/in


(Bezahlung erfolgt nach Ausbildungsvergütungstarifvertrag). Der Wohnort der Bewerber sollte sich im unmittelbaren Raum Würzburg befinden. Schwerbehinderte werden bei gleicher Eignung und Qualifikation bevorzugt berücksichtigt.

Schriftliche Bewerbungen sind zu richten an: Technischer Betrieb der Universität Würzburg, Am Hubland, 97074 Würzburg, T (0931) 888 5202.



Am Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Universität Würzburg ist zum 01.01.2003 eine technische Assistentenstelle

BTA, CTA, MTA, Chemie- bzw. Biologielaborant/in


(ganztags, Bezahlung erfolgt nach BAT) zu besetzen.

Schriftliche Bewerbungen sind zu richten an: Prof. Dr. Erwin Eder, E-Mail:
eder@toxi.uni-wuerzburg.de


Institut für Pharmakologie und Toxikologie, Versbacher Str. 9, 97078 Würzburg, T (0931) 201-48926.



Am Institut für Klinische Biochemie und Pathobiochemie sind zum 01.12.2002 oder später zwei Stellen für Technische Mitarbeiter/innen

MTA, CTA, BTA, PTA, Chemielaborant/in sowie für


eine/n Doktorand/in


zu besetzen. Gewünscht ist die Mitarbeit im Rahmen von DFG-geförderten, biochemisch, zell- und tierphysiologisch sowie strukturbiologisch orientierten Forschungsprojekten. Molekularbiologische, biochemische und/oder zellbiologische Erfahrungen sind von Vorteil. Schwerbehinderte werden bei gleicher Eignung und Befähigung bevorzugt eingestellt.

Schriftliche Bewerbungen sind zu richten an: Prof. Dr. Ulrich Walter, E-Mail:
institut@klin-biochem.uni-wuerzburg.de


Institut für Klinische Biochemie und Pathobiochemie, Josef-Schneider-Str. 2, 97080 Würzburg.



Der Botanische Garten der Universität Würzburg sucht zum 16.12.02 eine/n

Gärtner/in


der Fachsparte Zierpflanzenbau / Stauden. Das Aufgabengebiet umfasst Anzucht und Pflege der Geophytensammlung, alpiner Pflanzen und der Pflanzengesellschaften der Steppen und Felsheiden sowie Trockenrasen - Ernte und Aufbereitung von Saatgut - Regulierung und Dokumentation des Pflanzenbestandes, Pflege der Pflanzendatenbank.

Erwartet werden qualifiziertes gärtnerisches Fachwissen und fundierte Pflanzenkenntnisse verbunden mit der Bereitschaft zur fachlichen Weiterbildung. Bei entsprechender Eignung werden Schwerbehinderte bevorzugt berücksichtigt.

Schriftliche Bewerbungen sind bis 15.11.2002 zu richten an: Technische Leitung des Botanischen Gartens der Universität Würzburg, Sabine Hohmann, Julius-von-Sachs-Platz 4, 97082 Würzburg.