Intern
Inklusion an Hochschulen und barrierefreies Bayern

Projektskizze für das Forschungsvorhaben der Hochschule Ansbach

Barrierefreies multimediales Leitsystem
Stand: 01.10.2017

Grundlegende Idee

Ziel des Projektes ist die Entwicklung eines umfassenden barrierefreien Leitsystems für ein öffentliches Gebäude, das in mehreren Stufen aufeinander aufbaut: Zunächst soll ein digitales, Smartphone gestützten Leitsystems konzeptioniert und entwickelt werden. Dieses soll eine barrierefreie Indoor-Navigation in größeren und komplexeren Gebäuden ermöglichen und könnte beispielsweise mittels Sprachausgabe sehbehinderten Menschen als Lotse dienen.
Darüber hinaus ließe sich das Projekt in einer zweiten Entwicklungsphase mit wei-teren barrierefreien Leitsystemen verknüpfen: zum einem mit einem digitalen Orientierungs- und Leitsystem für alle Nutzer, zum anderen mit einem visuellen und taktilen gebäudlichen Leitsystem.


Erste Phase

Angedacht ist die Konzeption einer Art multimedialen mobilen Gebäudekompasses, der auf Basis von vorhandenen Gebäudeplänen entwickelt wird. Damit wäre die Technik von hoher praktischer Relevanz und wäre zumindest vom Grundsatz her auch auf andere Behörden und öffentliche Einrichtungen anwendbar –  etwa Museen, Rathäuser, Einwohnermeldeämter bis hin zu Bahnhöfen.
Im ersten Abschnitt des Projektes gilt es vor allem zunächst, ein tragfähiges Konzept als Basis für das Forschungsvorhaben und eine daran anschließende mögliche praxisnahe Anwendung zu entwickeln. Hierfür wären unter anderem folgende Fragestellungen zu klären:

  • Welche Anforderungen sind gegeben?
  • Definierung der potentiellen Zielgruppen: Blinde, Sehbehinderte, Menschen mit Orientierungsschwierigkeiten oder Legasthenie.
  • Welche konkreten Bedürfnisse haben die potentiellen Zielgruppen?
  • Welche Technologien sind bereits am Markt und könnten genutzt werden? Welche Anbieter gibt es?
  • Welche Ansätze ließen sich in die Lehre in Form von Studien-, Projekt- und Abschlussarbeiten integrieren?
  • Was ist finanziell und technisch umsetzbar?



Zweite Phase

Das Projekt könnte in einer zweiten Phase auch mit anderen Projektideen verknüpft werden: So etwa einem digitalen Orientierungs- und Leitsystem für alle Nutzer. Dieses, nach dem Grundsatz „Accessibility First“ entworfen, könnte in Form von multimedialen Stelen die Idee der Barrierefreiheit im Sinne eines einfachen und übersichtlichen Zugangs von und Orientierung in komplexen Gebäuden auch für Sehende umsetzen – etwa für Betroffene von Legasthenie oder analog dem Prinzip der einfachen Sprache, das ein zentraler Teil der Gedanken von Inklusion und Bar-rierefreiheit ist. Basis dafür könnte das sich bereits im Aufbau befindende digitale Informationsportal für Studierende des Studiengangs Multimedia und Kommunika-tion unter Betreuung von Prof. Dr. Helmut Roderus sein.

In einem weiteren Schritt könnte darauf aufbauen schließlich auch ein visuelles und taktiles gebäudliches Leitsystem entwickelt werden. Dieses könnte nicht nur Seh-behinderten zur einfacheren Orientierung und Sicherheit dienen, sondern es würde auch sehenden Menschen mit Orientierungsschwierigkeiten oder in Stresssituatio-nen hilfreich sein.

Am Ende stünde dann ein umfassendes, mehrstufiges Leitsystem, das zahlreichen Zielgruppen einen barrierefreien Zugang sowie eine leichte und sichere Orientie-rung in einem komplexen Gebäude bietet.


Projektgruppe

Im Januar 2017 hat sich für das Projekt ein interdisziplinäres Professorenteam für einen ersten Ideenaustausch getroffen und mögliche erste Schritte zum Anstoß des Vorhabens besprochen. Teil des Teams sind folgende Professoren der HaW Ansbach:

Prof. Christian Barta
Studiengang Multimedia und Kommunikation; Fachgebiete Computergrafik, 3D-Virtual-Reality, Corporate Design und Animation

Prof. Dr. Martin Müller
Studiengang Ressortjournalismus; Fachgebiete Onlinejournalismus sowie Medizin und Biowissenschaften

Prof. Dr. Markus Paul
Studiengang Ressortjournalismus; Fachgebiet Crossmedialer Journalismus sowie Beauftragter für Studierende mit Behinderung und chronischen Erkrankungen

Prof. Dr. Helmut Roderus
Studiengang Multimedia und Kommunikation; Fachgebiete Informatik, Programmierung, Web- und Internettechnologie


Geplanter Einsatz der zugeteilten Mittel

Mit den für die HaW Ansbach zugeteilten Finanzmitteln in Höhe von 57.000 Euro im Jahr 2017 soll zum einen eine Personal-Stelle für das Projekt als zentrale Anlauf- und Koordinierungsstelle geschaffen werden. Zudem werden Mittel für studentische Hilfskräfte sowie Sachmittel benötigt.

Was die Projektstelle betrifft, wäre es auch denkbar, diese Stelle gleich mit einer Betroffenen / einem Betroffenen (Sehbehinderten) zu besetzen. Denn gerade im Bereich der Informatik und IT finden sich auch Fachkräfte mit Sehbehinderungen. Auch würden dadurch weniger Haushaltsmittel belastet werden, so dass man dann der Betroffenen / dem Betroffenen noch einen wissenschaftlichen Mitarbei-ter/Mitarbeiterin als Betreuer/Betreuerin zur Seite stellen könnte.


Folgende Aufgaben kämen auf die Stelleninhaberin /den Stelleninhaber zu

  • Koordinierung des Projektes und Abstimmung mit den Mitgliedern der Projektgruppe
  • Entwicklung und Ausarbeitung des Konzeptes für ein mobiles multime-diales Leitsystem
  • Kontaktaufnahme zu Betroffenengruppen wie etwa Blinden- und Sehbe-hinderten-Verbände und -Bildungszentren oder auch Legasthenie-Verbänden
  • Zusammenarbeit mit dem Gebäudemanagement etwa im Hinblick auf Datenerhebungen, Gebäudepläne oder auf ein gebäudliches Orientierungs- und Leitsystem
  • Zusammenarbeit mit dem Beauftragten für Studierende mit Behinderung und chronischen Erkrankunge

Informationstext

Projektskizze

Kontakt

KIS - Kontakt- und Informationsstelle für Studierende mit Behinderung und chronischer Erkrankung
Am Hubland
97074 Würzburg

Tel.: +49 931 31-84052
E-Mail

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Hubland Süd, Geb. Z3