Röntgenpreis

Der Röntgenpreis wurde zur 600-Jahr-Feier der Universität Würzburg im Jahr 2002 nach einer Pause von fast 60 Jahren „wiederbelebt“. Seine Geburtsstunde fällt ins Jahr 1942: Damals richtete der Unternehmer Jakob Preh aus Bad Neustadt an der Saale zum 20-jährigen Bestehen des Universitätsbundes die Röntgenpreis-Stiftung ein und stattete sie mit 100.000 Reichsmark aus.

Der Preis wurde dann allerdings nur zweimal vergeben: Für 1942 erhielt ihn der Würzburger Botaniker Professor Hans Burgeff, ein Jahr später der Mediziner Professor Georg Schaltenbrand. Über weitere Verleihungen sind keine Unterlagen auffindbar.

Im Jahr 2001 realisierte Rosemarie Preh ihren Wunsch, den von ihrem Schwiegervater begründeten, nach dem Krieg in Vergessenheit geratenen Röntgenpreis wieder einzuführen. Dazu stockte sie das Kapital der Walter-Preh-Stiftung, die sie 1985 unter dem Dach des Universitätsbundes eingerichtet hatte, um 150.000 Euro auf. Rosemarie Preh, die der Universität Würzburg als Mäzenin viele Jahre lang eng verbunden war, starb im August 2005 im Alter von 84 Jahren.

Heute ist der Röntgenpreis mit 5.000 Euro dotiert und wird jährlich von der Universität und dem Universitätsbund vergeben. Er ist für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Würzburg vorgesehen, die herausragende Leistungen vorzuweisen haben.

Auf dem diesjährigen Stiftungsfest am 11. Mai 2011 erhielt ihn der 31 jährige Psychologe Sascha Topolinski. Seine Dissertation war so herausragend, dass sie sogar von Nobelpreisträger David Kahneman ausdrücklich gelobt und in einem Wettbewerb der Arbeitsgruppe „Kognitive Psychologie“ im Raum Deutschland-Österreich-Schweiz der Jahre 2008 bis 2010 zur zweitbesten Arbeit gewählt wurde. 

Der Röntgenpreisträger aus dem Würzburger Institut für Psychologie erforscht zum Beispiel die Rolle der „Verarbeitungsflüssigkeit“ – also die Leichtigkeit, mit der eine Information verarbeitet werden kann – als Grundlage intuitiver Urteile. Weitere Forschungsinteressen sind kognitive Gefühle bei intuitiven Urteilen, Kontrolle, Bewusstsein, Persönlichkeit, Psychotherapieforschung und Epistemologie.

Psychologe Sascha Topolinski (Mitte), Röntgenpreisträger 2011, mit Alfons Ledermann, Schriftführer des Universitätsbundes (links), und Universitätspräsident Alfred Forchel. Foto: Gunnar Bartsch

Psychologe Sascha Topolinski (Mitte), Röntgenpreisträger 2011, mit Alfons Ledermann, Schriftführer des Universitätsbundes (links), und Universitätspräsident Alfred Forchel. Foto: Gunnar Bartsch