
Ob sich hinter diesem etwas unhandlichen Namen auch ein unhandliches Studium verbirgt? Nach elf Semestern „TechFun“ antworte ich mit einem klaren „nein“ (seit dem WS 2012/2013 nur noch Funktionswerkstoffe). Auch wenn ich anfangs selbst nicht genau wusste, worauf ich mich mit diesem Studiengang einlasse, bin ich inzwischen überzeugt davon, mich richtig entschieden zu haben und würde nichts anderes lieber studieren. Nach über drei Jahren Studium und dem ersten Abschluss habe ich immer noch Spaß daran und kein bisschen Wissensdurst und Neugier eingebüßt.
Aber was steckt nun hinter diesem Namen? Dahinter steckt ein kleiner, neuer, vielseitiger und aussichtsreicher Studiengang, der zwischen Chemie, Physik und Ingenieurswissenschaften angesiedelt ist und sich somit gerade an diejenigen richtet, die sich für Naturwissenschaften im Allgemeinen interessieren.
Klein? Mit etwa 30 Studienanfängern pro Semester (in Zukunft 45) kennt man hier wirklich jeden seiner Kommilitonen, was nicht nur wegen des guten Betreuungsverhältnisses (in Mastervorlesungen teils nur fünf Studis bei einem Dozenten) und der familiären Atmosphäre einer der angenehmsten Vorteile gegenüber fast allen anderen Studienfächern ist.
Neu? Der Studiengang wurde zum Wintersemester 2006/07 ins Leben gerufen, die ersten Absolventen des Masterstudiums wird es also im Sommer 2011 geben. Eine „Feedback-Runde“ die zu Beginn jedes Semesters stattfindet, garantiert eine gute Kommunikation zwischen Studierenden, Dozenten und Organisatoren, wo Lob und Kritik nicht auf taube Ohren stoßen. So konnten die „Kinderkrankheiten“ des neuen Studienganges bereits kuriert werden.
Vielseitig? TechFun ist zwar an der Fakultät für Chemie und Pharmazie angesiedelt, es gibt aber noch einige weitere Mitspieler, die das Studium so fächerübergreifend und vielseitig gestalten. Die größten Beiträge liefern dabei die Fakultät für Physik und Astronomie sowie die Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt, außerdem sind beteiligt: das Fraunhofer Institut für Silicatforschung (ISC), das Zentrum für Angewandte Energieforschung (ZAE), das Süddeutsche Kunststoffzentrum (SKZ), der Lehrstuhl für Funktionswerkstoffe der Medizin und der Zahnheilkunde (FMZ) sowie der Lehrstuhl für Tissue Engineering und Regenerative Medizin. Weitere Kooperationen sind geplant.
Aussichtsreich? Zwar hat noch niemand das Studium absolviert (vgl. „Neu?“), aber ich erlaube mir mal Spekulationen. „TechFuns“ sind Allrounder, wie man sie sonst kaum findet, die nicht nur die „Sprache“ von Chemikern, Physikern und Ingenieuren sprechen – welche untereinander erfahrungsgemäß teils enorme Kommunikationsschwierigkeiten haben – sondern es auch gewohnt sind, Problemstellungen aus völlig verschiedenen Blickwinkeln anzugehen, auch wenn diese außerhalb ihres eigentlichen Fachgebietes liegen. Dies sind Fähigkeiten, wie sie in Wirtschaft und Forschung gesucht werden – ebenso wie „Soft Skills“ z.B. Teamfähigkeit, die bei TechFun (vgl. „Klein?“) stark gefördert wird. Wem das nicht reicht: Chemie und Physik in Würzburg genießen einen ausgezeichneten Ruf, auch international, und die unter „Vielseitig?“ aufgelisteten potentiellen Arbeitgeber sind nicht die einzigen Firmen und Institute, die bereits ihr Interesse an TechFun bekundet haben.
Christopher Brandt, 5. Semester Master Funktionswerkstoffe