
Der eine studiert Medizin, weil er später Menschen helfen will. Die andere entscheidet sich für Biologie, da es sie vielleicht eher in die Forschung zieht. Für die, die beides reizt, gibt es an der Universität Würzburg eine Alternative: Biomedizin heißt der Studiengang, der wesentliche Inhalte eines naturwissenschaftlichen Studiums mit Fachwissen aus der Medizin verknüpft.
Wer in biomedizinischer Forschung erfolgreich sein will, muss naturwissenschaftliche Denkweisen und Arbeitstechniken beherrschen und dabei immer die Vorgänge im menschlichen Körper im Blick behalten. Dem ständig wachsenden Anspruch will die Universität Würzburg mit dem Studiengang Biomedizin durch eine zielgerichtete und fächerübergreifende Ausbildung gerecht werden.
Studiengang | |
Abschluss | Bachelor of Science (B.Sc.) in 6 Semestern (Regelstudienzeit) |
Ausprägungen | 180-Punkte-Einzelfach |
Studienbeginn | nur zu einem Wintersemester möglich |
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Zulassung/Bewerbung | |
Zulassungsbeschränkung | zulassungsbeschränkt (Uni) |
Eignungsprüfung | keine |
Studiengang | |
Abschluss | Master of Science (M.Sc.) in 4 Semestern (Regelstudienzeit) |
Ausprägungen | 120-Punkte-Einzelfach |
Studienbeginn | nur zu einem Wintersemester möglich |
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Zulassung/Bewerbung | |
Zulassungsbeschränkung | zulassungsbeschränkt (Uni) |
Eignungsprüfung | keine
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Der Studiengang Biomedizin ist ein gemeinsamer Studiengang der Fakultät für Biologie und der Medizinischen Fakultät.
Die Biomedizin ist die Wissenschaft im Grenzbereich von Medizin und Biologie. Sie ist ein neues, interdisziplinäres Fachgebiet, das die Inhalte und Fragestellungen der experimentellen Medizin mit den Methoden der Molekularbiologie und der Zellbiologie verbindet. Im Mittelpunkt stehen die molekularen und zellulären Grundlagen des Lebens und seiner krankhaften Veränderungen.
Obwohl interdisziplinäres Arbeiten von Medizinern, Biologen und Biochemikern längst gängige Praxis der Forschung in den Lebenswissenschaften ist, fehlte es vor der Einführung des Studiengangs Biomedizin noch an einer zielgerichteten, fächerübergreifenden Ausbildung, die auf direktem Weg in die biomedizinische Forschung führt. Der immense Zuwachs an Wissen und Methoden in der Biomedizin erfordert eine sehr spezifische und praxisnahe Ausbildung, die für eine spätere Tätigkeit an Hochschulen und in der freien Wirtschaft qualifiziert.
Die Biomedizin wird an der Universität Würzburg als ein sechssemestriger naturwissenschaftlicher Studiengang mit dem Abschluss "Bachelor of Science (B.Sc.)" angeboten. Er wird durch einen viersemestrigen Aufbaustudiengang mit dem Abschluss "Master of Science (M.Sc.)" ergänzt, der dann in einen Promotionsstudiengang (Dr. rer. nat.) einmünden kann. Hierfür bieten sich die Sektionen Biomedicine, Infection and Immunity oder Neuroscience der Graduate School of Life Sciences (GSLS) der Universität Würzburg an.
An dem interdisziplinären Studiengang Biomedizin beteiligen sich die Fakultäten Biologie, Medizin, Chemie und Pharmazie, Physik sowie Mathematik. Das Studium setzt sich aus Pflichtveranstaltungen und frei wählbaren Wahlpflichtfächern in Form von Vorlesungen, Seminaren/ Übungen und Praktika zusammen. Außerdem werden Schlüsselqualifikationen erworben, die zum Teil essentielle fachspezifische Qualifikationen vermitteln und zum Teil frei nach Interesse belegt werden. Während der Abschlussarbeit bearbeiten die Studierenden ein eigenes Forschungsprojekt, dessen Ergebnisse sie im Rahmen des Abschlusskolloquiums vorstellen.
Das Studium ist in die zwei Hauptbereiche "Naturwissenschaftliche Fächer" und "Medizinische Fächer" gegliedert. Das erste Studienjahr beinhaltet die Grundlagenfächer "Mathematik", "Physik" und "Chemie" sowie Fächer der vorklinischen und theoretischen Medizin. Die Biologie bildet den Kernbereich der Naturwissenschaften bis zum 3. Semester. Der zweijährige medizinische Teil umfasst die vorklinischen Bereiche Anatomie, Physiologie, Physiologische Chemie sowie sämtliche Fächer der klinisch-theoretischen Medizin, wie z. B. Mikrobiologie, Virologie, Immunologie, Pharmakologie und Toxikologie, Pathologie und Histopathologie sowie Humangenetik.
In allen Fächern steht die intensive praktische Ausbildung im Vordergrund. In jedem der Kernfächer sind neben der Wissensvermittlung in Form von Vorlesung jeweils Praktika zu absolvieren. Die Arbeit in Kleingruppen und Laborrotationen stellen einen hohen Praxisbezug sicher. Analyse, Lösungsidee und mögliche Instrumentarien können so den Studierenden in einem Ansatz vermittelt werden.
Studienbegleitend werden auch Kenntnisse in der Biologischen Sicherheit, im Tierschutz, im Strahlenschutz und in der Gefahrstoffkunde vermittelt, die Voraussetzung für selbständiges Arbeiten in Forschungslaboratorien sind.
Grundlagen- und Orientierungsprüfung
Durch die Grundlagen- und Orientierungsprüfung (GOP) wird überprüft, ob Studierende über das Grundwissen für das Fachgebiet verfügen und für das weitere Studium geeignet sind.
Am Ende des 2. Fachsemesters müssen hierfür 20 ECTS-Punkte aus dem Pflichtbereich nachgewiesen werden, ansonsten gilt die Grundlagen- und Orientierungsprüfung als erstmalig nicht bestanden. Sie kann einmalig wiederholt werden, indem am Ende des 3. Fachsemesters 30 ECTS-Punkte aus dem Pflichtbereich nachgewiesen werden.
Der Studiengang steht allen Studieninteressierten offen, die sich für Fragestellungen der Lebenswissenschaften interessieren und dabei Ihren Interessensschwerpunkt eher am Menschen als in einer klassisch biologischen Ausrichtung sehen. Das Tätigkeitsfeld eines Arztes, also die Arbeit am Patienten, bleibt jedoch Studierenden der Human- und Zahnmedizin vorbehalten.
Für den Studiengang Biomedizin (B. Sc.) besteht eine Zulassungsbeschränkung. Die erforderliche Durchschnittsnote bewegte sich in den letzten Jahren zwischen 1,0 bis 1,3. Es stehen 24 Studienplätze zur Verfügung. Ein Studienbeginn ist nur zum Wintersemester möglich. Die Bewerbung muss bis spätestens 15. Juli bei der Universität eingehen.
Die Bewerbung erfolgt online:
http://www.uni-wuerzburg.de/fuer/studierende/online-service/
oder
http://www.uni-wuerzburg.de/index.php?id=135194
Das Kernstück des Masterstudiengangs ist das umfassende Praktikum der Modellorganismen in ersten Fachsemester. Hinzu kommen vertiefende Vorlesungen / Seminare in Neurobiologie, kardiovaskulärer Biologie und molekularer Onkologie sowie zu weiteren frei wählbaren Themen. Fortgeschrittenen-Praktika und die Mitarbeit in einem Forschungslabor vermitteln einen breiten Einblick in mögliche Arbeitsgebiete und bereiten die Studierenden auf die abschließende Master-Arbeit vor.
Der Master-Studiengang Biomedizin richtet sich an forschungsorientierte Bewerber mit folgendem Anforderungsprofil:
"Die Zulassung zum Master-Studiengang Biomedizin erfordert
a) einen Abschluss im Bachelor-Studiengang Biomedizin (Erwerb von 180 ECTS-Punkten) oder in einem vergleichbaren Studiengang an der JMU oder einer anderen in- oder ausländischen Hochschule oder einen gleichwertigen in- oder ausländischen Abschluss, soweit keine wesentlichen Unterschiede hinsichtlich der erworbenen Kompetenzen bestehen,
b) den Nachweis von erworbenen Kompetenzen in folgenden Bereichen im jeweils angegebenen Mindestumfang (im Rahmen des Erwerbs eines in Buchst. a) genannten Abschlusses entsprechend dem an der JMU für den Bachelor-Studiengang Biomedizin verwendeten ECTS-Punkte-Schema):
i.) Biologie (Tierreich, Pflanzenreich, Evolution, Entwicklungsbiologie, Genetik,
Tierphysiologie, Pflanzenphysiologie, Neurobiologie, Ökologie, Verhaltensbiologie): 18ECTS-Punkte
ii.) Naturwissenschaftliche Grundlagen (Physik, Chemie und Mathematik): 20 ECTSPunkte
iii.) Biochemie des Menschen: 20 ECTS-Punkte
iv.) Physiologie des Menschen: 10 ECTS-Punkte
v.) Anatomie des Menschen: 10 ECTS-Punkte
vi.) Mikrobiologie, Virologie, Immunologie: 10 ECTS-Punkte
vii.) Pharmakologie: 5 ECTS-Punkte
viii.) Zellbiologie, Humangenetik: 5 ECTS-Punkte
c) und die Zuweisung eines Studienplatzes für das Master-Studium in Biomedizin im Rahmen
des Zulassungsverfahrens.
Über die Erfüllung der Voraussetzungen nach Satz 1 Buchst. a), sowie über das Vorliegen der
erforderlichen Mindest-Kompetenzen (Satz 1 Buchst. b)) entscheidet die Zulassungskommission."
(Auszug aus: Fachspezifische Bestimmungen für das Studienfach Biomedizin-Master vom 12. Juli 2012)
Der Master-Studiengang kann nur zu einem Wintersemester begonnen werden. Es findet ein Universitäts-internes Zulassungsverfahren statt, für welches Sie sich bis zum 15. Juli (Ausschlussfrist) des jeweiligen Jahres online bewerben müssen.
Webadresse:
http://www.uni-wuerzburg.de/index.php?id=135194
Die jeweils aktuell gültigen Kriterien sind in den jeweils aktuellen Fachspezifischen Bestimmungen aufgeführt
(http://www.uni-wuerzburg.de/fileadmin/32020000/Ordnungen/UEbersicht_Master-Netz.pdf)
Der immense Zuwachs an Wissen und Methoden in der biomedizinischen Forschung erfordert eine interdisziplinäre und praxisnahe Ausbildung, die für eine spätere Tätigkeit vor allem an Hochschulen, Forschungseinrichtungen und der Industrie qualifiziert.
Mit einem Abschluss im Studiengang Biomedizin wird man dieser Anforderung gerecht, wobei sicherlich nach dem Erwerb des „Bachelor of Science“ noch der Abschluss eines „Master of Science“ angestrebt werden sollte, der dann in einen Promotionsstudiengang (Dr. rer. nat.) einmünden kann.
Der Studiengang Biomedizin befähigt die Absolventen/-innen zu eigenständigen praktischen und wissenschaftlichen Tätigkeiten im gesamten Feld der Lebenswissenschaften mit besonderem Schwerpunkt auf medizinisch relevanten Themengebieten.
Zu den primären Berufsfeldern zählen die Forschungstätigkeit an Universitäten, die Grundlagenforschung in Großforschungszentren (Max-Planck-Institute, Fraunhofer-Institute u.ä.) oder die Arbeit in der pharmazeutischen und Biotech-Industrie in Entwicklung und Produktion.
Auch Kliniken oder andere Untersuchungslabors (Umwelt-/ Gesundheitsamt) sind stets auf der Suche nach Fachkräften für die molekulare Diagnostik. Darüber hinaus finden einzelne Absolventen mit der entsprechenden Weiterbildung auch ihren Weg in Bereiche wie Wissenschaftsmanagement, Medien oder das Patentwesen.
Die
Zentrale Studienberatung hilft und berät bei allen allgemeinen und fachübergreifenden Fragen.
Zentrale Studienberatung
Ottostr. 16 (Dachgeschoss), 97070 Würzburg
Postanschrift: Sanderring 2, 97070 Würzburg
Offene Sprechstunde: Mo.–Fr. von 8.00-12.00 Uhr und zusätzlich Mi. von 14-16 Uhr
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Fachstudienberatung
Die Fachstudienberater erteilen detaillierte und weiter führende Auskünfte über Studieninhalte und den Studienaufbau. Die Fachstudienberatung sollte insbesondere auch bzgl. eines geplanten Wechsels an die Uni Würzburg bzw. Quereinstiegs in den jeweiligen Studiengang (Einstieg in ein höheres Fachsemester) hinsichtlich der Prüfung einer möglichen Anrechnung bereits (an einer anderen Hochschule bzw. in einem anderen Studiengang) erbrachter Leistungen kontaktiert werden!
Frau Carmen Dengel
Rudolf-Virchow-Zentrum
DFG-Forschungszentrum für Experimentelle Biomedizin
Josef-Schneider-Straße 2, Haus D15
D - 97080 Würzburg
Tel. +49 (0)9 31/ 31 - 80378
Fax +49 (0)9 31/2 01 - 48 702
Email: carmen.dengel@virchow.uni-wuerzburg.de
Internet:
http://www.rudolf-virchow-zentrum.de/nachwuchsfoerderung/studiengang/kontakt.html
Prüfungsamt
Ansprechpartner zu allen Fragen, die im Studiengang Biomedizin mit dem Abschluss Bachelor und Master of Science in Zusammenhang stehen, ist Herr H.-P. Brust.
Telefon : 0931/31-82238
Telefax : 0931/31-82102 (Bitte Studiengang angeben!)
E-mail :
pruefungsamt.med@zv.uni-wuerzburg.de
Anschrift : Sanderring 2, Zimmer 101, 97070 Würzburg
Sprechzeiten: Mo.-Fr. von 8-12 Uhr und Mi. zusätzlich 14-16 Uhr
Die hier wiedergegebenen Studieninformationen sind sorgfältig erstellt und werden regelmäßig aktualisiert. Dennoch können sie in Ausnahmefällen Fehler enthalten, veraltet sein oder nicht alle Sonderfälle wiedergeben. Bitte sichern Sie sich deshalb insbesondere bei zulassungs- und prüfungskritischen Themen auf den entsprechenden Internetseiten der Universität Würzburg bzw. der rechtsverbindlichen Quelle, im Regelfall der Prüfungsordnung Ihres Studiengangs, ab. Falls Sie eine Ungenauigkeit entdecken, freuen wir uns über einen Hinweis: am einfachsten per Mail an studienberatung@zv.uni-wuerzburg.de.