Schülerzeitung UniZeit

Studieren an der Uni Würzburg - 2013/14

Pierre-Carl Link und Sabine Graff sind im Studiengang "Philosophie und Religion" eingeschrieben. Foto: Gunnar Bartsch
Pierre-Carl Link und Sabine Graff sind im Studiengang "Philosophie und Religion" eingeschrieben. Foto: Gunnar Bartsch

Religions-Freiheiten

Ach, du studierst Theologie?“ „Nein. Religion und Philosophie.“ „Und wo ist da der Unterschied?“ Sie können es gar nicht mehr zählen, wie oft sie Dialoge dieser Art schon geführt haben: Sabine Graff und Pierre-Carl Link. Die beiden gehören zum ersten Jahrgang, der sich für den Studiengang „Philosophie & Religion“ an der Universität Würzburg eingeschrieben hat.

"Philosophie und Religion" ist keine Theologie

Inzwischen studieren sie im vierten Semester. Und, worin besteht jetzt der Unterschied zur Theologie? „Wir lernen auf objektive und neutrale Weise ein breites Bündel an Religionen kennen“, sagt Pierre-Carl. „Nicht nur Religionen, sondern beispielsweise auch neue religiöse Bewegungen wie den Satanismus“, ergänzt Sabine. Auch archaische Glaubensformen, beispielsweise die der Azteken oder der Aborigines, spielen in dem Studiengang eine Rolle. Neutralität sei dabei aber immer oberstes Gebot.

Überhaupt ist das Studium extrem vielfältig und lässt sich mit jeder Menge anderer Fächer kombinieren. „Die exotischste Kombination hat wohl ein Student, der als zweites Fach Physik gewählt hat“, sagt Sabine. Gängigere Ergänzungen seien Pädagogik oder Ethnologie. Außerdem gibt es einen großen Wahlpflichtbereich mit Veranstaltungen aus der Ägyptologie, Indologie, Sinologie oder Museologie. „Hier hat wirklich jeder die Freiheit, seine persönlichen Interessen zu verfolgen, egal ob die nun Muslimen im Nahen Osten, Buddhisten in Indien oder neugermanischen Religionsentwürfen gelten“, sagt Pierre-Carl.

Kleines Fach und angenehme Atmosphäre

Flexibilität und Entscheidungsfreiheit sind nach beider Meinung die herausragenden Kriterien des Studiengangs. Was das Studium außerdem auszeichnet: „Wir sind ein relativ kleines Fach mit wenigen Studenten. Das macht die Arbeit in den Seminaren angenehm“, sagt Pierre-Carl. Und deshalb sei der Kontakt zu den Dozenten eng und die Betreuung individuell, ergänzt Sabine. Regelmäßige Treffen am Stammtisch und Feiern zum Semester­ende garantieren: „Bei uns kennt jeder jeden. Man hat keine Chance zu vereinsamen“, sagt Sabine.

Museen, Verlage, Verbände sind potenzielle Arbeitgeber für Absolventen dieses Studiengangs – je nach Fächerkombination und Interesse. Sabine und Pierre-Carl haben sich anders entschieden: Sie wollen in der Wissenschaft bleiben und dafür nach dem sechsten Semester in den Masterstudiengang wechseln. Der befindet sich gerade im Aufbau.

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