Schülerzeitung UniZeit

Studieren an der Uni Würzburg - 2013/14

Nach fast zehn Stunden Schwimmen, Rad fahren und Laufen bestens gelaunt: Carolin Lehrieder beim Zieleinlauf des Frankfurter Ironmans.
Nach fast zehn Stunden Schwimmen, Rad fahren und Laufen bestens gelaunt: Carolin Lehrieder beim Zieleinlauf des Frankfurter Ironmans.

Sport: Der Traum von Hawaii

25 Kilometer Schwimmen, 80 Kilometer Laufen und 400 Kilometer Rad fahren – in einer Woche: So sieht Carolin Lehrieders Trainingsplan aus, wenn sie sich auf einen Wettkampf vorbereitet.

Die 24-Jährige studiert an der Uni Würzburg Sport und Mathematik für das Lehramt am Gymnasium. Außerdem ist sie gerade Europameisterin im Triathlon in ihrer Altersklasse geworden und hat sich damit für die Teilnahme am legendären Ironman auf Hawaii qualifiziert.

„Damit geht mein Traum in Erfüllung“, sagt sie. Ihr Traum – der sieht dann so aus: 3,8 Kilometer im Meer schwimmen, bei Wellengang und Brandung, ohne schützenden Neoprenanzug. Anschließend 180 Kilometer radeln auf einer hügeligen Strecke, auf der häufig quälender Gegenwind herrscht. Und dann noch 42 Kilometer laufen, auf einem einsamen Highway, bei brütend heißen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit.

Bei ihrem ersten Wettkampf über diese Distanz hat Carolin in Frankfurt 9:49 Stunden benötigt – und ist mit einem Lächeln über die Ziellinie gelaufen.

Sport und Studium unter einem Hut

Zwischen 20 und 30 Stunden trainiert sie pro Woche. Lässt sich das mit einem Studium vereinbaren? „Ja, das ging die meiste Zeit sehr gut“, sagt sie. In den ersten Semestern sei der Sport noch nicht so sehr im Vordergrund gestanden, da habe sie mehr Zeit in Vorlesungen und Seminaren verbracht.

Mittlerweile ist sie scheinfrei und kann sich ihre Zeit relativ frei einteilen. Was nicht bedeutet, dass sie nichts fürs Studium tun müsste – im Gegenteil: Nach dem Ironman stehen die Prüfungen für das Staatsexamen an; davor muss sie noch ihre Zulassungsarbeit beenden. In der untersucht sie, ob Triathlon auch im Schulunterricht gut ankommt, und vergleicht dabei reine Jungs- mit reinen Mädchengruppen.

Universität unterstützt Spitzensportler

„Partnerhochschule des Spitzensports“: Diesen Titel trägt die Universität Würzburg seit einigen Jahren. Sie hat sich damit verpflichtet, Spitzensportlern so weit wie möglich entgegenzukommen, wenn beispielsweise Prüfungstermine mit Wettkämpfen kollidieren oder eine regelmäßige Teilnahme an einem Seminar nicht möglich ist. Von dieser Vereinbarung hat auch Carolin profitiert: „Das kam schon mal vor, dass mir ein Aufenthalt im Trainingslager nicht als Fehlzeit angerechnet wurde“, sagt sie.

Tolle Menschen und tolle Anlage

Sportstudenten: Sind das nicht alles konkurrenzbewusste Wettkampftypen, die nur auf Leistung fixiert sind? Anscheinend nicht. „Ich habe in den Sportpraxis-Kursen viele tolle Menschen kennen gelernt, die auf gleicher Wellenlänge sind wie ich“, sagt Carolin. Und Konkurrenzdenken gebe es im Sportstudium eigentlich gar nicht. „Man hilft sich gegenseitig und gibt sich Tipps“, sagt sie.

Toll sei auch die Sport-Uni auf dem Hubland-Campus. Die Anlage mit Halle und Freigelände sei sehr gut ausgestattet und ließe kaum Wünsche offen. Auch das Schwimmbad mit 25-Meter-Becken sei okay.

Durchhaltevermögen ist nötig

Durchhaltevermögen wie im Sport ist nach Carolins Meinung auch im Mathe-Studium gefragt. Das sei bisweilen ziemlich anspruchsvoll, aber „wer am Ball bleibt, kommt damit zurecht“, sagt sie. Immerhin müsse man in Mathematik, anders als etwa im Medizinstudium, nur wenig auswendig lernen. Dort gehe es mehr ums Verstehen.

Und was das Unterrichten betrifft: Da ist die 24-Jährige völlig entspannt. „Ich habe in den Praktika gemerkt, dass es mir Spaß macht, vor der Klasse zu stehen.“ Danach sei ihr auch klar gewesen, dass Lehramt das richtige Studium für sie ist.

Wie’s nach dem Studium, vor allem während des Referendariats, mit dem Triathlon weitergeht, weiß Carolin noch nicht so ganz genau. Mit „Struktur und Planung“, glaubt sie, lassen sich auch dann Beruf und Sport unter einen Hut bringen. Immerhin steht sie – rein biologisch betrachtet – noch ganz am Anfang ihrer sportlichen Karriere: „Triathleten erreichen normalerweise so um die 30 den Höhepunkt ihrer Leistungskurve.“ Und wenn es doch nicht klappt? Dann hat sie immerhin ihren Traum von Hawaii verwirklicht, in der Brandung, bei Gegenwind und tropischen Temperaturen.

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Bei Christoph Henneberger dreht sich vieles, aber nicht alles um den Basketball. (Foto: Gunnar Bartsch)
Bei Christoph Henneberger dreht sich vieles, aber nicht alles um den Basketball. (Foto: Gunnar Bartsch)

Alles in Bewegung

Mit seinen 29 Jahren ist Christoph Henneberger sicher nicht der jüngste Student an der Uni in Würzburg. Er hat dafür als Profi der s.Oliver Baskets und parallel als Lehramtsstudent bereits einiges erlebt.

„Ich habe in den Wintersemestern relativ wenig fürs Studium gemacht, da dann immer die Saison im Basketball auf Hochtouren lief“, sagt Christoph, der auf dem Parkett als „Shooting Guard“, also Defensivspieler, aufläuft.

Basketball-Geschichte mitgeschrieben

Christoph hat dafür fleißig an einem der spannendsten Kapitel der Würzburger Basketball-Geschichte mitgeschrieben. 2007 in der Regionalliga Südost neu gegründet, kämpften sich die Baskets über die zweite Liga bis in die Deutsche Basketball-Bundesliga (BBL).

Beim Aufstieg in die BBL war Christoph eine der Stützen des Teams. Hier spielt die Mannschaft seit 2010. Sie schaffte gleich in der ersten Spielzeit den Sprung in den internationalen Wettbewerb. Um auf diesem Level mitspielen zu können, hat Christoph viel Zeit in den Sport investiert.

„In der Vorbereitung trainieren wir jeden Tag mehrere Stunden, auch mehrmals am Tag. Während der Saison ist abends ein Mannschaftstraining angesetzt, dazu kommen zwei bis drei Mal Kraft- und Individualtraining“, sagt der Athlet.

Studium und Examen im Blick, die Weltreise im Hinterkopf

Mit dem Aufstieg und der Verpflichtung von Vollzeit-Profis durch den Verein sind seine Einsatzzeiten zurückgegangen. Daher hat nun das Staatsexamen in Mathematik Priorität. Das zweite Fach ist – wenig überraschend – Sport. Mit dem „Farm-Team“, der Aufbau-Mannschaft der Baskets, peilt er aber den Aufstieg in die zweite Liga an.

Ob nach dem Examen auch direkt das Referendariat folgt, steht noch nicht fest. „Ich kann mir auch vorstellen, erst einmal etwas ganz anderes zu machen: eine Weltreise, oder ein Engagement irgendwo in der zweiten Liga.“ Als Profi kommt man zwar viel rum, jedoch bleibt wenig Zeit. „Wir waren im EuroCup in Valencia, in der Nähe von Istanbul, in der Ukraine. Aber hauptsächlich sieht man die Trainingshalle und das Hotel“, sagt Christoph, „jetzt will ich auch mal richtig aus Würzburg raus.“ Jedoch mit dem Ziel, zurückzukommen.

Lehrerberuf bleibt ein Ziel

„Ich will immer noch sehr gerne Lehrer werden“, sagt Christoph. Zum Beispiel am Deutschhaus-Gymnasium in Würzburg: „Dort gibt es Sportklassen und einen Basketball-Stützpunkt“, sagt er. Auch einen Wechsel an die Linie als Coach könnte er sich vorstellen. „Als ehemaliger Profi geht es relativ schnell, die erforderliche Lizenz zu bekommen. Das ist sicher ein Ziel für die Zukunft“ Es bleibt also weiter alles in Bewegung.

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