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Studieren an der Uni Würzburg - 2015/16

Tilmann Bruhn, Carla-Marinka Schorr und Markward Wittmann in der Sammlung „Konkrete Kunst“ des Würzburger Museums im Kulturspeicher. Dort und in vielen anderen Häusern bietet der Studiengang Museologie Projekte für Studierende an. Foto: Robert Emmerich
Tilmann Bruhn, Carla-Marinka Schorr und Markward Wittmann in der Sammlung „Konkrete Kunst“ des Würzburger Museums im Kulturspeicher. Dort und in vielen anderen Häusern bietet der Studiengang Museologie Projekte für Studierende an. (Foto: Robert Emm

Museen sind ihr Metier

Ist das nicht langweilig? Das fragen viele Leute, wenn sie hören, dass Carla-Marinka Schorr Museologie studiert. „Wenn ich ihnen aber erzähle, was wir so alles machen, finden sie es dann doch interessant“, sagt die Studentin.

Tatsächlich wird es spannend, wenn Carla-Marinka und ihre Mitstudenten Tilmann Bruhn und Markward Wittmann aus dem Studienalltag berichten.

Analyse von Ausstellungen

In einem Seminar zum Beispiel analysiert man als Museologie-Student eine Ausstellung, die man sich selbst aussuchen kann: Wie ist sie strukturiert, wie werden die Besucher durchgeleitet? Wie werden Texte, Bilder und andere Medien in der Ausstellung eingesetzt? Ihre Antworten auf diese und andere Fragen präsentieren die Studierenden am Ende in einem Referat und schreiben eine Hausarbeit darüber.

Ausstellungsprojekte realisieren

Sie dürfen aber nicht nur andere bewerten, sie müssen auch selbst ran: Im fünften und sechsten Semester gilt es, mit einem Kooperationspartner ein kleineres Ausstellungsprojekt zu realisieren. Tilmann war dazu in der Altenburg in Bamberg aktiv, für die eine Dauerausstellung konzipiert wurde: „Darin geht es unter anderem um die Baugeschichte der Burg und um ihre Rolle als städtisches Wahrzeichen von Bamberg.“

Objekte konservieren

Nah an der Praxis ist auch eine Vorlesung mit Workshop, bei dem das Konservatorische im Mittelpunkt steht, also das Bewahren historischer Gegenstände. „Da lernt man zum Beispiel, wie eine Figur aus Bronze fachgerecht zu behandeln ist, um sie gut zu erhalten“, erzählt Markward. Für diesen Workshop gibt es im Studiengang einen Fundus mit verschiedensten Objekten aus Holz, Glas, Kunststoff oder Metall, an denen die Studierenden üben können.

Mögliche Berufsfelder

Wo sie später arbeiten werden? Schwer zu sagen, denn der Studiengang ist sehr jung: Es gibt noch keine Absolventen, die schon im Berufsleben stehen. Mögliche Betätigungsfelder sehen die drei in Agenturen oder Kulturämtern, in Galerien, im Kulturjournalismus – vor allem aber natürlich in Museen.

Meinungen zum Studiengang

„Man muss nicht unbedingt sehr museumsaffin sein für diesen Studiengang, aber man wird es.“ Tilmann

„Unser Studiengang ist klein, die Betreuung persönlich. Wenn es etwas zu klären gibt, muss man nicht lange nach Ansprechpartnern suchen oder auf einen Termin warten.“ Carla-Marinka

„Unser Professor legt Wert darauf, dass wir schon als Studenten Fachtagungen besuchen und so auch in den Wissenschaftsbetrieb hineinwachsen.“ Markward

„Wir haben einen jungen Studiengang, da ist vieles noch nicht so festgefahren. Es gibt immer wieder neue Vorlesungsthemen und Dozenten, die Exkursionen gehen nicht ständig an dieselben Orte. Junger Studiengang heißt aber auch, dass sich seine Strukturen noch festigen müssen, dass einige Sachen in Bewegung sind. Darum sollte man als Student eine gewisse Flexibilität mitbringen.“ Alle drei

Zum Studium gehören mindestens zehn Wochen Pflichtpraktika in Museen. „Da ist es dann zum Beispiel schön zu sehen, dass das Inventarisierungsprogramm im Museum tatsächlich auch das ist, das man im Studium kennen gelernt hat“, sagt Carla-Marinka.

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