Schülerzeitung UniZeit

Studieren an der Uni Würzburg - 2013/14

Moritz Altenkirch und Janina Keck studieren "Modern China" an der Uni Würzburg. (Foto: Robert Emmerich)
Moritz Altenkirch und Janina Keck studieren "Modern China" an der Uni Würzburg. (Foto: Robert Emmerich)

Begeistert von China

„Du warst in China? Da hast du bestimmt Hund gegessen!“ Mit diesem Klischee über die chinesische Küche ist Moritz Altenkirch schon mehr als einmal konfrontiert worden. Oft hört er auch die Frage, ob die Schriftzeichen der Chinesen nicht wahnsinnig schwer seien. Seine Standardantwort: „Die gehen auch nicht schwerer zu lernen als chemische Formeln.“

„Die Motivation muss stimmen, dann ist es kein Problem, Chinesisch zu lernen“, sagt Janina Keck. Wer die ostasiatische Sprache beherrschen will, sollte sich aber doch auf Besonderheiten einstellen – etwa auf die verschiedenen Töne.

Beispiel gefällig? Je nachdem, wie man das „a“ in der Silbe „ma“ betont, gibt man ihr ganz unterschiedliche Bedeutungen: Mutter, Hanf, Pferd oder schimpfen. Sorgfalt bei der Aussprache ist also wichtig. Einfacher ist dagegen die Grammatik: Die kommt komplett ohne Deklinationen und Konjugationen aus.

Sprachausbildung und mehr

Die Sprachausbildung im Studiengang „Modern China“ ist intensiv. Zusätzlich bekommen die Studierenden Einblicke in Kultur, Geschichte, Politik und Wirtschaft des Landes. Moritz sieht da einen großen Pluspunkt: „Wir können aus vielen unterschiedlichen Themen sehr frei auswählen.“ Die Seminare drehen sich zum Beispiel um die Beziehungen zu Nordkorea oder um Tourismus und Unternehmensmanagement in China.

Regeln im Umgang beachten

Selbstverständlich lernen die Studierenden auch, was im Umgang mit Chinesen zu beachten ist. „Die Deutschen sind sehr direkt, die Chinesen dagegen das wahrscheinlich indirekteste Volk der Welt“, meint Janina. In China sei es undenkbar, etwa bei einem Geschäftstreffen einen Unbekannten einfach so anzusprechen: „Stattdessen lässt man sich die Person von jemandem vorstellen, den man selbst kennt und der auch den anderen kennt.“

In China studieren

Einen Studiengang über das moderne China absolvieren, ohne jemals dort gewesen zu sein? Unmöglich. Darum können die Studierenden nach dem zweiten Semester eine sechswöchige Sommerschule in der Millionenstadt Changchun besuchen. Für viele ist das eine gute Gelegenheit herauszufinden, ob ihnen das Land und seine Menschen auch wirklich liegen.

Das vierte Semester verbringen dann alle Hauptfach-Studierenden an der Peking-Universität. Janina und Moritz waren schon dort – und sind begeistert. „Sprachlich hat uns das einen großen Sprung vorwärts gebracht, und das neu Gelernte konnten wir gleich auf der Straße anwenden.“ In der Öffentlichkeit nämlich komme man mit Chinesen ganz schnell in Kontakt: dank ihrer Offenheit, Hilfsbereitschaft und dem positiven Bild, das sie von Deutschland haben.

Gut für den Lebenslauf

Die Peking-Universität ist die angesehenste Hochschule in ganz China und genießt auch international einen hervorragenden Ruf. „Wer dort studiert hat, kann mit großer Anerkennung rechnen“, so die Erfahrung von Moritz und Janina. Ein Semester an dieser Uni dürfte sich im Lebenslauf also richtig gut machen.

Was die beiden später arbeiten wollen? Janina plant ein Masterstudium und muss sich dann noch weiterorientieren. Moritz möchte in Richtung Marketing und Managementberatung gehen. Seine nächste Etappe auf diesem Weg ist das Masterstudium „China Business & Economics“, in dem Wirtschaftswissenschaft eine große Rolle spielt.

China live in Würzburg

In Würzburg wollen sie vorerst also beide bleiben. China lässt sich übrigens auch hier live erleben: Über 200 junge Leute aus dem „Land des Lächelns“ studieren an der Julius-Maximilians-Universität.

Janina zum Beispiel hat eine chinesische Sprachpartnerin im Programm „face2face“ des Uni-Zentrums für Sprachen kennen gelernt. Moritz nutzt das Zentrum ebenfalls: Er hat dort Kurse für umgangssprachliches und für akademisches Englisch besucht. Auch diese Sprache ist wichtig im Chinesisch-Studium – unter anderem, weil es Fachliteratur oft nur auf Englisch gibt.

Die Sprache ist nicht das Einzige, was deutsche und chinesische Studierende verbindet. Janina hat eine chinesische Freundin, mit der sie auch gemeinsam kocht: „Neulich gab es Schweineohren“, erzählt sie. In der Tat ist die chinesische Küche deutlich vielfältiger als die deutsche. Das weiß auch Moritz. Und ja, er hat schon einmal Hund gegessen. Andere landestypische Delikatessen hat er ebenfalls probiert. Entenhirn und Hühnerfüße zum Beispiel.

Fotos: Moritz Altenkirch in China

Moritz als Handballtrainer an der British School of Beijing

An der Großen Mauer

Besuch bei der Terracotta-Armee

Moritz im Sommerpalast in Peking

Ruhepause in Datong

Moritz am Meer in Qingdao

Ausflug nach Tianjin

Beim Kalligraphie-Unterricht in der Peking-Universität

Mit Freunden am Strand von Qingdao

Beim chinesischen Essen

Moritz mit Freunden im Qingdao-Biermuseum

China-Fotos von Janina Keck

Antiquitätenmarkt in Peking

Ausflug ins Grasland der Inneren Mongolei

Janina in den Hängenden Klöstern von Datong

Konzentration beim Kalligraphie-Unterricht

Die Bibliothek der Peking-Universität

Blick auf den Yiheyuan, den Sommerpalast in Peking

Der "Namenlose See" auf dem Gelände der Peking-Universität

Schattensucher auf dem Platz des Himmlischen Friedens

Die Große Mauer am Mutianyu-Abschnitt

Gaumenfreuden der chinesischen Art

Exotische Früchte auf dem Markt in Suzhou

Janina mit Flagge in der Hand auf dem Platz des Himmlischen Friedens

Kalligraphie in einem der vielen Pekinger Parks

Nächtlicher Betrieb am Imbiss-Stand