Schülerzeitung UniZeit

Studieren an der Uni Würzburg - 2012/13

Jana Heins und Simon Georg Kolmstetter. Foto: Gunnar Bartsch
Jana Heins und Simon Georg Kolmstetter waren mit die Ersten, die in Würzburg das Studium der Medienkommunikation begonnen haben. Foto: Gunnar Bartsch

Weite Welt der Medien

Medienkommunikation – was ist das denn? Trocken gesagt, will der Studiengang „Medienkompetenzen aus der Perspektive verschiedener Disziplinen vermitteln“. Die Vielfalt der beteiligten Fächer soll eine „integrative Ausbildung in unterschiedlichen für medienbezogene Berufsfelder relevanten Teilbereichen erlauben“, heißt es in der offiziellen Studiengangsbeschreibung.

Etwas anschaulicher können das vielleicht Jana Heins und Simon Georg Kolmstetter sagen. Die beiden sollten es wissen, schließlich gehören sie zu den Ersten, die sich für den neuen Studiengang an der Uni Würzburg eingeschrieben hatten. Außerdem ist Simon der Meinung, dass das Studium längst nicht so trocken ist, wie es sich anhört.

Unterschiedlichste Perspektiven auf Medien

„Wir beschäftigen uns aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln mit Medien“, beschreibt Jana den Studiengang. Soll heißen: Psychologie, Wirtschaft, Recht, Informatik, Marketing, PR sind alles Aspekte, die dabei eine Rolle spielen – natürlich immer unter dem speziellen Blickwinkel der Medienwelt. Und der könnte etwa so aussehen:

Beispiel Psychologie: Wieso können Menschen tieftraurige Filme genießen, obwohl sie dabei mehrere Taschentücher klatschnass heulen, während andere ihren Spaß daran haben, sich bei Horrorfilmen zu gruseln? Ein klarer Fall für den Medienpsychologen. Oder: Können Neue Medien das Lernen tatsächlich verbessern und wenn ja warum? Hierzu macht die Instruktionspsychologie begründete Aussagen.

Beispiel Marketing: Wie muss eine Werbekampagne aussehen, damit die Botschaft beim Adressaten ankommt? Wie hoch darf die Informationsdichte maximal sein, bevor die Nutzer überfordert sind? Wie hoch muss sie mindestens sein, damit keine Langeweile auftritt? Und was bleibt am Ende in den Köpfen der Betrachter hängen? Alles Fragen, auf die ein Experte für Medienkommunikation möglichst gute Antworten parat haben sollte.

Beispiel Informatik: Wie sollte eine grafische Benutzeroberfläche gestaltet sein, damit sie später beim Käufer eine ähnliche Begeisterung hervorruft wie bei Apples iPad? Auch mit solchen Fragen setzen sich die Studierenden im Laufe ihres Studiums auseinander.

„Das Spektrum der Themen ist unglaublich breit“, sagt Jana. So hat sie beispielsweise für eine Analyse verschiedener Medienangebote den Würzburger Lokalsender Radio Gong besucht und sich dort beim Chefredakteur ausführlich informiert, während ihre Kommilitonen verschiedene Fernsehsender und Zeitungen unter die Lupe nahmen.

Experten kommen für Vorträge

Da passt es als Ergänzung ganz gut, wenn die Professoren immer mal wieder Experten für Vorträge nach Würzburg holen, die aus ihrem Alltag – und vielleicht auch aus dem Alltag zukünftiger Medienkommunikations-Absolventen – berichten. Beispielsweise Sascha Naujoks, der bis vor Kurzem bei RTL unter anderem für Doku-Soaps wie „Bauer sucht Frau“ mitverantwortlich war und der nun zu ProSiebenSat.1 gewechselt ist. Oder Florian Drücke, Geschäftsführer des Bundesverbands Musikindustrie, der über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen der Musikindustrie sprach.

Neue Medien spielen eine Rolle

Apropos aktuelle Entwicklungen: Natürlich spielen auch neue Medien eine zentrale Rolle im Studiengang Medienkommunikation. Internet, Twitter, Facebook und Co. sind mindestens so wichtig wie Zeitung, Radio und Fernsehen.

All diese Themen tauchen natürlich auch in dem Stoff auf, mit dem sich Medienkommunikations-Studierende in ihren Vorlesungen und Seminaren beschäftigen. „Im vergangenen Semester hatten wir beispielsweise eine Vorlesung, in der es um Musik und Medien ging“, sagt Simon. Wer sich also für die Geschichte des Radios genauso interessiert wie für die Geschichte von MTV; wer wissen will, wie Musik in der Werbung funktioniert und warum Musik schon immer ein Ziel der Zensur war, der konnte in dieser Vorlesung Antworten auf all seine Fragen erhalten.

Vielfältige Jobs stehen offen

So breitgefächert der Stoff in dem Studiengang ist, so vielfältig sind die Jobs, in denen Medienkommunikations-Absolventen unterkommen können. Programmplaner bei Radio und Fernsehen, Multimedia-Designer, Campaigner in einer Werbeagentur; in der Meinungsforschung, der Gaming-Industrie, Entwickler und Evaluatoren von E-Learning-Maßnahmen und virtuellen Lernwelten, im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, in der Wissenschaft: Einsatzgebiete gibt es mehr als genug.

Und angesichts der Tatsache, dass Menschen immer mehr Zeit mit Medien verbringen – sei es beim Lesen einer Zeitung, sei es beim Versenden von Tweets – werden Experten dort auch in Zukunft gebraucht.

Was Jana und Simon planen

Jana und Simon haben relativ genaue Vorstellungen von ihrer Zukunft. „Mich zieht es in den Bereich Unternehmenskommunikation oder Werbung und Marketing“, sagt die Studentin, die vor ihrem Studium bereits eine Ausbildung zur Industriekauffrau mit einem Schwerpunkt im Bereich PR absolviert hat. Die Werbung fasziniert auch Simon – vor allem das Gestalterische daran. Aber im Prinzip kann er sich auch vorstellen, zum Fernsehen zu gehen. Vielleicht entwickelt er ja eines Tages den Nachfolger von „Bauer sucht Frau“.

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