Schülerzeitung UniZeit

Studieren an der Uni Würzburg - 2012/13

Nicole Reinhart und Johannes Forster vor dem „Wahrzeichen“ der Würzburger Mathematik, einer Darstellung der Enneperschen Minimalfläche. Foto: Robert Emmerich
Nicole Reinhart und Johannes Forster vor dem „Wahrzeichen“ der Würzburger Mathematik, einer Darstellung der Enneperschen Minimalfläche. Foto: Robert Emmerich

Logisch denken

Mit dem Mathe-Studium in Würzburg sind Nicole Reinhart und Johannes Forster vollauf zufrieden – auch wenn beide am Anfang eine Überraschung erlebt haben. „Mathematik an der Uni ist ganz anders als in der Schule“, sagt Johannes. „Es wird viel weniger gerechnet, dafür geht man dem Fach stärker auf den Grund.“

Für Johannes fiel die Umstellung nicht so krass aus, denn in seinem letzten Schuljahr war er schon Frühstudent an der Uni Würzburg. „Dadurch bin ich langsam ins Studium hineingewachsen.“ Das Frühstudium ist für sehr gute Schüler ab der zehnten Klasse konzipiert: Sie können an der Uni in verschiedenen Fächern Lehrveranstaltungen besuchen, die ihnen später im Studium angerechnet werden.

In größeren Zusammenhängen denken

Für Nicole war es im ersten Semester nicht einfach, in die universitäre Mathematik hineinzufinden. „Man darf aber nicht aufgeben, denn ab dem zweiten Semester wird es echt gut!“ Ihr gefällt vor allem, dass man im Mathe-Studium lernt, logisch und in größeren Zusammenhängen zu denken. Davon profitiert sie auch im Alltag. Johannes stimmt ihr zu: „Man geht viel überlegter und strukturierter an Dinge heran, an unsere Übungsblätter zum Beispiel.“

In kleinen Lerngruppen diskutieren

Übungsblätter? Das sind Aufgaben, die auf die Vorlesungen abgestimmt sind. Je nach Stundenplan müssen die angehenden Mathematiker jede Woche zwei bis vier solche Übungsblätter bearbeiten. Die Dozenten empfehlen, das in kleinen Lerngruppen anzugehen. „Wir empfehlen das auch“, sagen die Studierenden. „Denn es ist gut, mit anderen über Lösungsansätze zu diskutieren“, so Johannes. „Alleine sollte man sich da nicht durchboxen. So habe ich das im Frühstudium gemacht, und das war nicht das Beste.“

Spezialisierung nicht so stark wie in anderen Fächern

Was noch positiv am Bachelorstudium der Mathematik ist? Seine breite Fächerung. Allgemeine Fragen aus sämtlichen Bereichen der Mathematik stehen im Vordergrund, die Spezialisierung sei nicht so stark wie in anderen Fächern. „Dadurch stehen einem viele Richtungen offen und man ist universeller einsetzbar“ – auch in diesem Punkt sind sich Nicole und Johannes einig.

Später im Masterstudium gibt es dann natürlich schon die Möglichkeit, eigene Schwerpunkte zu setzen: Nicole hat Algebra gewählt, Johannes Angewandte Mathematik. Angetan sind die beiden übrigens nicht nur von ihren Fächern, sondern auch von ihren Dozenten: „Unsere Professoren sind alle sehr umgänglich.“

Viele Berufsfelder für Mathematiker

Mathematiker arbeiten auf vielen Gebieten, unter anderem in den Natur- und Ingenieurwissenschaften, in der Industrie und der Finanzwelt. Sie sind aber auch im Projektmanagement und in Führungspositionen tätig, bei denen der Überblick über komplexe Zusammenhänge gefragt ist.

Zusatzqualifikationen für Studierende

Bei der Stellensuche können Zusatzqualifikationen hilfreich sein, Fremdsprachenkenntnisse etwa. Auch die lassen sich an der Uni erwerben: Johannes hat einen viersemestrigen Chinesisch-Kurs abgeschlossen, Nicole lernt Spanisch. Nützlich war das zum Beispiel, als sie nach dem Bachelorstudium ein halbes Jahr in Bolivien war: „Dort habe ich in einem Schulinternat in La Paz Kinder betreut und ihnen Nachhilfe in Mathe, Deutsch und Englisch gegeben.“

Johannes hat das so genannte Sinicum gemacht, das aus vier Sprachkursen und Lehrveranstaltungen zur chinesischen Geschichte und Landeskunde besteht. Viel Arbeit sei das gewesen – aber doch eine ganz andere Arbeit als in der Mathematik und darum ein schöner Ausgleich: Die Schriftzeichen und Vokabeln musste er sich in den Chinesisch-Kursen regelrecht einpauken. In der Mathematik ist diese Lernweise undenkbar: „Mathe kann man nicht lernen, Mathe muss man verstehen.“

Kunst und Mathematik

Exotische Lehrangebote haben die Mathematiker übrigens auch selbst auf Lager. Bei „Mathematik im Kontext“ zum Beispiel geht es um die Verarbeitung von Mathematik in der Kunst, wie Johannes erklärt. „Wir haben in dem Kurs selber Kunstwerke erstellt, die Mathematik in ihrer schönsten Form zeigen.“

Mathe mal vier

Vier Studiengänge mit Mathematik gibt es an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, alle mit Bachelor und Master: Mathematik, Wirtschaftsmathematik, Computational Mathematics und Mathematische Physik. Die beiden zuletzt genannten sind auch die beiden jüngsten. Lesen Sie hier, was sich hinter ihnen verbirgt.

Mathematische Physik

Mathe oder Physik? Wenn die Entscheidung in dieser Frage schwer fällt: Wie wär’s dann mit Mathematische Physik? In diesem Studiengang lernt man, wie Mathematik und Physik sich gegenseitig brauchen und ergänzen. Der Fokus liegt auf Theoretischer Physik und den dort wichtigen Teilen der Mathematik. Wer irgendwann dann doch Mathe oder Physik interessanter findet, kann einfach wechseln.

Computational Mathematics

Neben mathematischen Formeln und Gleichungen auch noch die Welt der Computer kennen lernen: Das geht im stark anwendungsorientierten Studiengang Computational Mathematics. Dabei kombiniert man Mathematik mit einem so genannten Anwendungsfach aus den Natur- oder Ingenieurwissenschaften. Dafür kommen Informatik, Biologie, Chemie oder Physik in Frage.

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