Schülerzeitung UniZeit

Studieren an der Uni Würzburg - 2014/15

Wendelin Fischer sagt Satelliten, wo oben und wo unten ist.
Wendelin Fischer sagt Satelliten, wo oben und wo unten ist.

Luft- und Raumfahrt-Informatik

Wo ist oben, wo unten? Wo sind Norden, Süden, Osten, Westen? Auf der Erde sind diese Richtungen vergleichsweise einfach zu bestimmen. Aber wie sieht das in der Schwerelosigkeit des Orbits aus? Woran kann ein Satellit seine Lage festmachen – noch dazu, wenn er so groß ist wie ein Kasten Bier und dementsprechend wenig Platz hat für Geräte zur Lagebestimmung?

Mit diesem Problem hat sich Wendelin Fischer schon frühzeitig beschäftigt. Wendelin studiert Luft- und Raumfahrtinformatik. „Im zweiten Semester habe ich angefangen, im Team von Professor Kayal an der Entwicklung der Sternenkamera Stella mitzuarbeiten“, sagt er. Stella ist so klein wie eine kompakte Digitalkamera. Anhand der Sternbilder, die sie aufnimmt, kann sie die exakte Lage des Satelliten errechnen, auf dem sie montiert ist. Demnächst wird sie mit einer Trägerrakete die Reise in den Weltraum antreten und dort ihr Können beweisen.

Spannende Anwendungen im Studium

Luft- und Raumfahrtinformatik: „Wer sich in der Informatik wohl fühlt, aber zusätzlich auch noch ingenieurtechnisch arbeiten will, der ist hier richtig“, sagt Wendelin. Zwar stünde am Anfang viel Mathematik und Physik, aber dann ginge es schnell rein in „superspannende Anwendungen“. Avionik: der Aufbau eines Rechners für Satelliten und die dazugehörige Software. Embedded Systems: Auf spezielle Anwendungen zugeschnittene Rechner und Programme: Mit solchen Dingen beschäftigen sich angehende Luft- und Raumfahrtinformatiker im Laufe ihres Studiums.

„In Würzburg bemühen sich die Dozenten um ihre Studenten“, sagt Wendelin. Spezielle Einführungsveranstaltungen liefern allen Anfängern die Grundlagen für die ersten Vorlesungen; sogenannte „Erklär-Hiwis“ stehen helfend zur Seite, wenn es Fragen gibt; kleine Übungsgruppen und Tutorien sorgen für die bestmögliche Vorbereitung auf die Klausuren. Und darüber hinaus bieten die Professoren ihren Studierenden die Chance, schon frühzeitig an Projekten mit hohem Praxisbezug mitzuarbeiten. „Es gibt hier wirklich nichts, was ich vermisse“, sagt Wendelin.

Absolventen sind gesucht

Absolventen dieses Studiengangs sind von der Industrie gesucht, auch schon nach dem Bachelor. Wer einen Master anschließen will, hat große Auswahl: Vielleicht Informatik vertieft mit Raumfahrt als Anwendungsfach? Oder doch lieber den Space Master mit einem ingenieurwissenschaftlichen Schwerpunkt? Und danach eventuell eine Promotion? Viele Wege stehen Luft- und Raumfahrtinformatikern offen.

Würzburg hat die richtige Größe

Für diesen Studiengang ist Wendelin von Erlangen nach Würzburg gezogen. „Die Stadt ist echt schön“, sagt er. Gerade die richtige Größe und grün eingebettet. „Man braucht nicht lange, bis man draußen ist.“ Dazu der Main, auf dem er seinem neuesten Hobby – dem Rudern – nachgehen kann und natürlich ein „schönes Kneipenleben“. Gefragt nach seinem Lieblingsort in der Stadt muss der 24-Jährige nicht lange zögern: „Bei Sonnenuntergang mit Freunden auf unserem WG-Balkon mit Blick auf Käppele und Festung und einem Glas Rotwein.“

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