Jura? An dieses Fach hat Simon Hembt lange Zeit keinen Gedanken verschwendet. Eigentlich wollte er Musik studieren. Er spielt Gitarre, seit er sechs ist, und tritt seit Jahren mit der Band „Set Alight“ auf.
Warum er jetzt juristische Vorlesungen hört? „Ich habe Praktika bei Konzertveranstaltern gemacht und dabei gemerkt, wie viel Jura in diesem Business drinsteckt“, sagt er. Rechtliche Aspekte tauchten auch im Zivildienst auf, in einer Schule für Körperbehinderte – etwa dass man dort nur mit Einwilligung der Eltern Fotos von den Kindern machen darf. So hat sich Simon immer mehr für das Thema interessiert – und sich schließlich fürs Jura-Studium entschieden.
Rechtswissenschaft also statt Rock’n’Roll. Simon bereut diese Wendung keinesfalls. „Es heißt ja immer, Jura sei trocken. Aber das stimmt nicht“, sagt er: Wer sich für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft interessiert, komme in diesem Studiengang voll auf seine Kosten.
Würzburger Spezialität: Europarecht
Auch Grundlagenfächer wie Rechtsgeschichte und Rechtsphilosophie werden unterrichtet. Eine Würzburger Spezialität ist das Europarecht; für dieses Gebiet gibt es eigens ein Begleit- und ein Aufbaustudium.
Simon will sich später auf Musik- und Medienrecht spezialisieren: „Dafür braucht man unbedingt Fremdsprachenkenntnisse.“ Also besucht er Kurse in Rechtsenglisch.
Fremdsprachen für Juristen
Auf ihr ansehnliches Fremdsprachenangebot sind die Würzburger Juristen stolz. Neben Englisch haben sie Spanisch, Chinesisch, Russisch und andere Sprachen im Programm. In den Kursen lernen die Studierenden die juristische Fachterminologie der jeweiligen Länder und auch deren Rechtssysteme kennen.
Zeitmanagement ist Alles
Jura studieren, Rechtsenglisch lernen, mit der Band im Jahr rund 50 Konzerte geben. Ist das nicht ein allzu strammes Programm, das Simon absolviert? „Mit einem guten Zeitmanagement geht das. Wenn man im Studium am Ball bleibt und auch die freiwilligen Übungsklausuren mitschreibt, ist man auf die Prüfungen wirklich gut vorbereitet.“