Schülerzeitung UniZeit

Studieren an der Uni Würzburg - 2012/13

Michael Huber studiert Digital Humanities. Foto: Gunnar Bartsch
Michael Huber studiert Digital Humanities. Foto: Gunnar Bartsch

Digital Humanities

Eigentlich hatte Michael Huber ja Lehrer für Deutsch und Geschichte werden wollen. Dafür musste er jedoch an der Münchner Uni ein Seminar über Computerphilologie besuchen ­– und war von da an für den Schuldienst verloren. „Ich war von dem Bereich sofort begeistert und wollte unbedingt in dieser Richtung weitermachen“, sagt er. Im Angebot der Uni Würzburg stieß er auf den Studiengang Digital Humanities und schrieb sich ohne langes Zögern ein. Seit vier Semestern absolviert er nun ein Zwei-Fächer-Studium: Digital Humanities bildet die eine Hälfte, Germanistik die andere. Kombinieren lässt sich der Studiengang auch mit vielen anderen Fächern, angefangen bei der Geografie über Geschichte bis hin zur Musikwissenschaft.

Technologie als Schlüsselwort

Digital Humanities schlägt eine Brücke zwischen den Geisteswissenschaften und neuen Technologien. Unter anderem geht es darum, Texte, Bilder oder Karten digital zu erfassen, zu verarbeiten und damit geisteswissenschaftliche Forschungsfragen zu beantworten. „Wir bilden die Schnittstelle zwischen der Informatik und der Fachwissenschaft“, sagt Michael.

In welchem Zusammenhang verwendet Goethe in seinem Faust das Wort „Licht“? Der digital aufbereitete Text nennt dem Wissenschaftler in einem Bruchteil von Sekunden die Häufigkeit – mehr als 1000 Mal – und die Fundorte. Wie sollte ein Wiki aufgebaut sein, in dem Historiker Aufsätze zu speziellen Themen sammeln? Der Experte für Digital Humanities weiß, wie es geht. Was tun mit alten Texten, die in Archiven lagern – auf Floppy Discs und mit Programmen geschrieben, die kein Rechner mehr kennt? Auch hier können die Experten der Computerphilologie helfen. „Wir sind in der Geisteswissenschaft verankert und verstehen, wie ein Informatiker denkt“, erklärt Michael. Damit seien Absolventen dieses Studiengangs gesuchte Experten.

Uni und Freizeit in Würzburg

Das Studium in Würzburg? „Daran gibt es nichts zu kritisieren.“ Die Stadt sei „wahnsinnig schön“, die Uni überschaubar, der Studiengang sehr persönlich. „Hier bekommt man gleich zu Beginn einen Mentor an die Seite gestellt, der einem für alle Fragen zur Verfügung steht“, sagt Michael. Und die Dozenten kennen ihre Studenten namentlich.

Auch in der Freizeit bietet Würzburg viel: Beispielsweise den Wettbewerb „Dead or alive“ im Mainfrankentheater, den Michael regelmäßig besucht. Dort treten tote Dichter gegen noch lebende an, und wie beim Poetry Slam bestimmt das Publikum den Sieger. Oder die Sanderstraße – eine „ziemlich coole Kneipenmeile“, wie Michael findet. Schließlich kann man ja nicht immer nur lernen.

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