Schülerzeitung UniZeit

Studieren an der Uni Würzburg - 2014/15

Hannah Dengel und Bernhard Brück mit Schutzbrillen im Chemielabor. (Foto: Robert Emmerich)
Hannah Dengel und Bernhard Brück mit Schutzbrillen im Labor. (Foto: Robert Emmerich)

Vokabeln der Chemie pauken

Orangenduft in Kümmelaroma verwandeln: Das war eine Aufgabe, die Bernhard Brück in einem Praktikum zu erledigen hatte. Erst Orangen schälen und pürieren. Dann aus dem Brei den Stoff destillieren, der den Früchten ihren speziellen Geruch gibt – das war kein Problem. „Aber das dem Destillat in Richtung Kümmelduft zu verändern, das hat nicht geklappt“, sagt der Chemiestudent.

Experimente gehen hin und wieder schief. Das erleben wohl alle Chemiestudierenden in ihren Praktika. Im Labor stehen natürlich nicht nur exotische Versuche wie der mit den Orangen auf dem Programm. „Wir lernen auch, wie man Apparaturen aufbaut und sicher mit verschiedensten Stoffen umgeht“, so Studentin Hannah Dengel.

Sicherheit spielt eine wichtige Rolle im Chemiestudium, Schutzbrillen und Laborkittel sind ein absolutes Muss. In Vorlesungen wird mit kleinen Explosionen auch mal demonstriert, wie böse ein Fehler beim Experimentieren enden kann.

Zum Studium gehört viel Theorie

Im Labor spielt sich nur ein Teil des Chemiestudiums ab. „Wir haben viel Theorie, und die schafft man zu 65 Prozent durch Auswendiglernen“, schätzt Bernhard. Zu den „Vokabeln der Chemie“ gehören zum Beispiel bestimmte Typen chemischer Reaktionen, die nach dem immer gleichen Strickmuster ablaufen, sich aber doch unterscheiden können – je nachdem, mit welchen Stoffen oder bei welcher Temperatur sie stattfinden.

Zur Theorie gehören auch Berechnungen, bei denen etwa das Elektronensystem von Molekülen im Zentrum steht. Dafür sind Kenntnisse in Mathematik und Physik nötig.

Berührungspunkte mit vielen anderen Fächern

Bernhard sieht das als Pluspunkt: „Chemie ist ein interessantes naturwissenschaftliches Studium, weil es in viele andere Bereiche ausgreift.“ Das sind unter anderem Biologie, Pharmazie, Medizin, Materialwissenschaft oder Energietechnik, zum Beispiel Solartechnologie.

Im Bachelorstudium bekomme man aus all diesen Bereichen schon Einiges mit – dank der Vielfalt der Würzburger Chemie. Im Masterstudium ergeben sich daraus schöne Wahlmöglichkeiten: „Da spezialisiert man sich auf drei Schwerpunkte, aus denen man am Ende das Thema der Masterarbeit frei auswählen kann“, wie Hannah erklärt.

Gute Stimmung zwischen Studierenden und Professoren

Worauf man sich einstellen sollte: „Man hat viel zu tun, das Studium ist wirklich zeitaufwändig.“ Viele Nachmittage sind für das Labor reserviert, in den Semesterferien stehen oft Klausuren und mehrwöchige Praktika an. Aber im Grunde sei das nicht schlimm, wenn man von Chemie begeistert ist und dieses Fach unbedingt studieren will. Außerdem sei die Stimmung zwischen Studierenden und Professoren sehr gut.

Fazit der beiden: „Das Chemiestudium, die Uni Würzburg und ihr Umfeld sind gut und absolut zu empfehlen.“

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