Schülerzeitung UniZeit

Studieren an der Uni Würzburg - 2011/12

Biochemie: Wie das Leben funktioniert

Mal eben ein Gen in einem Bakterium isolieren, ausschneiden, in das Erbgut einer anderen Bakerienart einsetzen und dann beobachten, was passiert: Wer in Würzburg Biochemie studiert, kann solche Erfahrungen schon im zweiten Semester machen, im Bioanalytik-Praktikum.

Lisa Gutjahr und Clemens Weiß haben dieses Experiment gerade erfolgreich absolviert. Die beiden sind Pioniere. Zumindest, was den Studiengang Biochemie an der Universität Würzburg betrifft. Sie gehören zu dem ersten Jahrgang, der in Würzburg im Wintersemester 2009/10 gestartet ist. Und: Beide haben sich ganz bewusst dafür entschieden, unter den Ersten zu sein.

„Ich habe mir gedacht, dass man in einem neu gestarteten Studiengang mehr Möglichkeiten der Mitgestaltung hat als in einem, der schon seit vielen Jahren läuft“, erklärt Lisa ihre Entscheidung für die Uni Würzburg. Und so sei es dann auch gekommen: „Unsere Mitarbeit wird sogar erwartet“, sagt sie.

Familiäre Atmosphäre im Studiengang

In dem Studiengang geht es ziemlich familiär zu – kein Wunder bei maximal 24 Anfängern, die jedes Jahr zugelassen werden. „Hier ist man keine Matrikelnummer unter vielen. Hier kennt jeder jeden, auch die Professoren“, sagt Clemens.

Der enge Kontakt zwischen Dozenten und Studierenden zahlt sich aus. Regelmäßig werden Lisa, Clemens und ihre Kommilitonen gefragt, wie ihnen die jeweiligen Veranstaltungen gefallen haben, welche Verbesserungen sie vorschlagen würden und was sie vom kommenden Semester erwarten. Und was das Beste ist: „Man hört auf uns“, sagt Lisa.

Vielseitiges Angebot

Biologie, Chemie, Physik, Medizin: Der Studiengang Biochemie hat Schnittmengen mit zahlreichen angrenzenden Fachgebieten. Dementsprechend vielseitig ist das Angebot. Die Praxis nimmt dabei einen breiten Raum ein. Biochemie-Studierende verbringen viele Stunden im Labor und kommen früh in Kontakt mit grundlegenden Arbeitstechniken. „Man lernt Biomoleküle quasi persönlich kennen und erfährt im Praktikum, was man technisch machen kann, zum Beispiel bei der Analyse der DNA und von Proteinen“, sagt Clemens.

Das Niveau der Veranstaltungen ist hoch, die Stimmung im Labor gut. Die angehenden Biochemiker sind ein gut eingespieltes Team; weil die Gruppe so klein ist, kennt man sich untereinander schnell. Jeder hat seine Freunde gefunden, und gegenseitige Hilfe wird groß geschrieben.

Was Lisa und Clemens besonders beeindruckt? Die breit gefächerte und umfassende chemische Grundausbildung, sagen beide übereinstimmend. „Ohne das würde man viele Vorgänge im Körper gar nicht verstehen“, sagt Clemens. „Das Wissen hilft einem bei Analysen sehr“, findet Lisa.

Gründe für Biochemie

Warum haben sie sich eigentlich für Biochemie entschieden? „Mich hat schon immer interessiert, wie die Vorgänge im Körper auf molekularer Ebene ablaufen“, sagt Lisa. Ihr Ziel: Störungen in diesen Abläufen identifizieren und dann Medikamente entwickeln, die solche Störungen beheben. Biochemie eigne sich dafür ideal – im Chemiestudium würde ihr der biologische Aspekt fehlen, im Medizinstudium die Chemie.

Guter Ruf der Würzburger Chemie

Und warum Würzburg – abgesehen von der Tatsache, dass der Studiengang hier ganz neu war? „Die Würzburger Chemie hat einen sehr guten Ruf. Selbst in internationalen Rankings steht sie ganz weit oben“, sagt Lisa.

Beispiele? Im europaweiten Exzellenzranking des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) schaffte es die Würzburger Chemie in die „top group“ mit zwei Goldmedaillen für ihre Forschungsarbeiten. Auch was die Förderung von Nachwuchswissenschaftlern betrifft, ist die Chemie hervorragend aufgestellt. Sie sei „europaweit eine der Topadressen für den Forschernachwuchs“, so die Aussage des CHE-Rankings.

Campus bietet beste Bedingungen

Auch jenseits des Labors stimmen die Bedingungen: „Auf dem Campus liegt alles, was wir brauchen, nah beieinander: Hörsäle, die Bibliothek, die Mensa“, sagt Clemens. Kein Wunder, dass die beiden der Meinung sind: Das Risiko einzugehen, sich für einen neuen Studiengang einzuschreiben, hat sich gelohnt.

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