In den letzten Jahren hat sich der Wettstreit unter den deutschen Hochschulen zunehmend verschärft. Vor dem Hintergrund regelmäßig veröffentlichter „Hochschul-Rankings“, aber auch angesichts der aktuellen Debatte um die Ernennung von „Elite-Universitäten“, haben viele Hochschulen, so auch die Universität Würzburg, begonnen, systematisch die Qualität von Lehre und Forschung zu evaluieren sowie Verbesserungsmöglichkeiten zu identifizieren und schrittweise umzusetzen. Im Zentrum des Interesses stand damit bisher das, was Hochschulen „produzieren“: Bildung und Wissen.

Vergleichsweise unberücksichtigt blieb dabei bislang, dass der Erfolg, aber auch das Image jeder Hochschule maßgeblich von ihrer Verwaltung mitgetragen werden. Die Universitätsverwaltung kann als hausinternes Dienstleistungsunternehmen betrachtet werden, das im ständigen Austausch mit allen Angehörigen der Hochschule steht, so z. B. mit den Studierenden oder den wissenschaftlichen und nicht-wissenschaftlichen Mitarbeiter/innen an den Fakultäten. Darüber hinaus prägt die Universitätsverwaltung auch das Bild der Universität aus der Sicht externer Personen, wie etwa Studieninteressierte, privatwirtschaftliche Unternehmen oder andere Behörden und Ämter des Bundes und der Länder. Das überaus gute Abschneiden der Universität Würzburg in der Vergangenheit ist nicht zuletzt das Ergebnis ihrer sehr engagierten Verwaltung.

Angesichts stetig sich verändernder Anforderungen und steigender Komplexität von Arbeitsbedingungen (z. B. infolge neuer technologischer Möglichkeiten) ist es dennoch sinnvoll, auch für die Universitätsverwaltung nach Möglichkeiten zu suchen, Arbeitsprozesse noch effizienter zu gestalten und die Koordination und Kommunikation zwischen der Verwaltung und den verschiedenen anderen universitären Einrichtungen zu optimieren. Zudem werden die bayerischen Hochschulen mit der Novellierung des Bayerischen Hochschulgesetzes vom 23. Mai 2006 explizit dazu aufgefordert, auch für ihre Verwaltungen in regelmäßigen Abständen nach Optimierungsmöglichkeiten zu suchen und diese gemeinsam mit den Mitarbeiter/innen umzusetzen (Art. 10 Abs. 1 und 2 BayHSchG). Das Ziel des Projekts „Perspektiven der Universitätsverwaltung“ besteht darin, die Universitätsverwaltung bei ihrer permanenten Verbesserung durch Befragungen und Workshops zu unterstützen und ihren Mitarbeiter/innen die Möglichkeit zu geben, bei der Gestaltung ihrer Arbeitsbedingungen mitzuwirken.