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    Protestanten im Dienste des Gegenreformators - 2018 in Dettelbach!

    04/11/2018

    Im April 2018 wird die Wanderausstellung „Echters Protestanten - Ein überraschendes Phänomen“ im Kultur- und Kommunikationszentrum in Dettelbach gezeigt.

    Vor 400 Jahren starb Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn. Zwei Ausstellungen beschäftigten sich im Jubiläumsjahr 2017 mit Echters Leben und Wirken: In der Ausstellung „Julius Echter. Patron der Künste“ im Martin-von-Wagner-Museum stand Echters Rolle als Auftraggeber, Mäzen, Sammler und Inspirator im Mittelpunkt; die Ausstellung „Julius Echter – Der umstrittene Fürstbischof“ im Museum am Dom beleuchtete Hintergründe und Auswirkungen seiner Herrschaft und bot eine Auseinandersetzung mit Person und Zeit Echters.

    Eine weitere viel kleinere, jedoch nicht weniger informative Ausstellung komplettiert das Angebot zum Echter-Jubiläum in Würzburg. Das Ausstellungsprojekt „Echters Protestanten“ stellt auf zwölf Schautafeln Protestanten im Dienste des Gegenreformators vor. Eine begleitende Publikation erschließt diese erstaunliche Zusammenarbeit in vertiefter Form.

    Ein überraschendes Phänomen

    „Das Faszinierende an diesem Projekt ist, dass hier eine Facette im Leben und Wirken Echters beleuchtet wird, die in den anderen Projekten nicht explizit erschlossen wird“, erklärt Ausstellungsmacher Wolfgang Weiß, Professor für Fränkische Kirchengeschichte und Kirchengeschichte der neuesten Zeit an der Universität Würzburg. Dargestellt werde damit „ein Phänomen, das nicht wenige überrascht“, so Weiß.

    Obwohl Echters Name für viele Menschen verknüpft ist mit der Vertreibung von Protestanten, gab es in seinem Dienst doch zahlreiche Anhänger dieser Glaubensrichtung. 20 Personen evangelischen Bekenntnisses – auf alle Fälle Nichtkatholiken – haben Weiß und sein Mitarbeiter Stefan W. Römmelt verifiziert und stellen sie in der Ausstellung vor.

    Juristen, Künstler und ein Leibarzt

    Es handelt sich einerseits um sechs Juristen, Staatsmänner und Diplomaten, die Echter in der weltlichen Regierung seines Hochstifts unterstützten – beispielsweise Georg Ludwig von Seinsheim. Bis zu seinem Tod 1591 stand er im Dienste Echters und dies, obgleich Seinsheim die konfessionelle Unentschiedenheit im Marktbreit bald, nachdem er dort 1552 die Ortsherrschaft übernommen hatte, beseitigte und den katholischen Pfarrer entfernte.

    Die andere Hauptgruppe stellen Künstler beziehungsweise Kunsthandwerker dar. 13 Personen konnte hier Stefan Römmelt eruieren. Sie werden ergänzt durch den besonderen Fall des Johannes Posthius. Er war bis 1585 der Leibarzt Julius Echters und entschloss sich dann, angesichts der sich verschärfenden Rekatholisierungsmaßnahmen, Würzburg zu verlassen und wurde Hof- und Stadtarzt in Heidelberg. „Ob ihn Echter tatsächlich entlassen hätte, wissen wir nicht, zwingend wäre es nicht gewesen, weil Echter auch in den folgenden Jahren bei unverzichtbaren Experten einen bemerkenswerten konfessionellen Pragmatismus an den Tag legte“, so Wolfgang Weiß.

    Ort und Zeit

    Die Ausstellung ist vom 14. April 2018 bis zum 02. Mai 2018 im Kultur- und Kommunikationszentrum Dettelbach (Rathausplatz 7, 97337 Dettelbach, geöffnet Montag - Samstag ab 10 Uhr) zu sehen. Das KuK Dettelbach läd herzlich zu einer öffentlichen Führung mit Stefan W. Römmelt am Samstag, 21. April 2018 um 14 Uhr ein.

    Der Begleitband ist inzwischen vergriffen, kann aber über das Universitätsarchiv uniarchiv@uni-wuerzburg.de ausgeliehen werden. Eine Digitalisierung der Publikation ist geplant und wird auf der Homepage des Universitätsarchivs angekündigt.

     

     

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