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Experteninterview mit Jürgen Rausch

02.11.2017

Der Dipl.-Wirtschaftsingenieur und Master of Engineering ist Berater und Trainer in den Bereichen Qualitätsmanagement, Business Excellence und Organisationsentwicklung. An der Uni Würzburg gibt er Seminare zu den Themen Moderne Managementmethoden und Sicheres Auftreten.

Was für ein Studium / was für eine Ausbildung haben Sie durchlaufen?
Werkzeugmacher, Dipl.-Wirtschaftsingenieur, Master of Engineering; diverse Fachausbildungen im Themenkomplex "Qualität"; Letztlich arbeite ich jetzt als Qualitätsingenieur, Qualitätsauditor und Organisationsentwickler.

Welche Erkenntnisse waren in Ihrem Studium / Ihrer Ausbildung prägend für Ihre heutige Tätigkeit?
Sehr, sehr dankbar bin ich heute noch für die wirklich breiten fachlichen Grundlagen – auch wenn sie damals nicht immer auf aktuellem Stand waren; und dann gab es da Neben- und Wahlfächer, von denen ich heute noch sehr profitiere, z. B. Einkommenssteuerrecht, Betriebsoziologie oder auch schlicht nur das 10-Finger-Tastschreiben.

Was war Ihr „schrägster“ Nebenjob?
Eigentlich war es ja nur ein einziger Nebenjob – der Fachunterricht mit Auszubildenen. Und der hat mich für zwanzig Jahre in den Bildungsbereich geführt. Und von da ging es wieder ein gutes Stück zurück in die "freie Wirtschaft". So gesehen: kein "schräger" Nebenjob, sondern eher insgesamt eine "schräge" Karriere. :-) Was heute viel öfter der Fall ist.

Welche Kompetenzen sollte man – aus Ihrer Sicht – bereits vor dem Berufseinstieg trainieren?
Grundsätzlich mal: die Neugierde bewahren und Freude am Lernen haben. Aber vor allem: sich selbst gut kennen und mit den Kolleg/innen klar kommen.

Und perspektivisch: Führungsverhalten trainieren. Warum? – weil Uni-Absolventen oft in eine Fach-/Führungsrolle kommen und dort nicht nur Managementmethoden anwenden, sondern vor allem Teams, Projekte – letztlich also wieder Menschen – "führen".

Was würden Sie rückblickend in Ihrem Studium / Ihrer Ausbildung besser planen, wenn Sie diese/s noch einmal beeinflussen könnten?
Vieles war damals – mehr oder weniger – zufällig: die Ausbildungsstelle (es gab zu der Zeit nur wenige), der Studiengang (eher intuitive Entscheidung), die Berufsstellen (es ergab sich eine aus der anderen).

Heute würde man wahrscheinlich systematischer vorgehen: was kann ich, was liegt mir, was ist mir wichtig, wohin möchte ich kommen...

Wie alt waren Sie, als Sie ins aktive Berufsleben eingestiegen sind?
16 Jahre

Was war das prägendste Erlebnis / ein Schlüsselereignis Ihrer bisherigen Karriere?
Es waren die Brüche – die positiven, wie die negativen. Dort, wo neue Arbeitsfelder begannen sich zu entwickeln, und wo alte Berufs- und Lebenspläne nicht mehr funktionierten.

Wenn Sie noch einmal ein Praktikum machen könnten, was würden Sie gerne ausprobieren?
Ich habe auch Praktika in Unternehmensbereichen gemacht, von denen ich wusste, dass ich später nicht mehr hinkommen würde. Das hat damals nicht jeder verstanden. Würde ich aber genau so wieder machen.

Welche Herausforderungen sehen Sie auf Ihre Branche in den nächsten 20 Jahren zukommen?
Es sind die gesetzten "Klassiker": Digitalisierung von Unternehmensprozessen, Veränderungen bei Kunden, Märkten, Technologien und rechtlichen Vorgaben.

Aber wahrscheinlich auch: Organisations- und Kommunikationsstrukturen, die "agil" werden (sollen), immer wichtiger werdende Kooperationen, Sharing von Ressourcen und die zunehmende Skepsis gutausgebildeter junger Menschen gegenüber traditionellen Karrierepfaden.

Außerdem noch die stark auseinander gehenden Entwicklungen in den Regionen und die demographischen Entwicklungen; der Verlust an Erfahrung und know-how in den Unternehmen durch altersbedingtes Ausscheiden.

Was geben Sie Ihren Praktikanten für deren Zukunft mit auf den Weg?
Wach sein, sich breit aufstellen, ein Spezialthema über die Zeit verfolgen – um damit die eigene Mobilität zu pflegen. Also: einen "Plan B" haben... :-)

Von Dominik Wenske

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